Newsticker
Erstmals seit über acht Monaten weniger als 1000 Neuinfektionen
  1. Startseite
  2. Politik
  3. Kommentar: Gute Pflege kostet Geld - doch wie wird sie auf Dauer finanziert?

Gute Pflege kostet Geld - doch wie wird sie auf Dauer finanziert?

Kommentar Von Rudi Wais
02.06.2021

Die Koalition plant eine Reihe von Verbesserungen bei der Pflege. Wie die auf Dauer finanziert werden sollen, lässt Gesundheitsminister Spahn allerdings noch im Unklaren.

Gute Pflege hat ihren Preis. Mit seiner Reform, zu der unter anderem eine bessere Bezahlung der Pflegekräfte und eine Deckelung der Eigenanteile gehören, ist Gesundheitsminister Jens Spahn auf dem richtigen Weg. Eine alternde Gesellschaft kann es sich nicht leisten, hunderttausende von Menschen nur nach dem Prinzip „Waschen, Wickeln, Füttern“ zu versorgen. Zu einer menschenwürdigen Pflege gehören auch Zeit, Empathie und eine größere Wertschätzung für die Pflegekräfte, finanziell wie ideell. Sie leisten einen Dienst an der Gesellschaft, der gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Greift Spahn noch tiefer in den Steuertopf?

Was Spahn verschweigt: Mit einem Bundeszuschuss von einer Milliarde Euro und einer Mini-Erhöhung der Beiträge für Kinderlose lässt sich eine gute Pflege auf Dauer nicht finanzieren. Kurz vor der Wahl allerdings scheut der Minister eine ehrliche Antwort: Steigen die Beiträge zur Pflegeversicherung nicht nur für Kinderlose, sondern bald für alle? Oder greift der nächste Gesundheitsminister noch viel tiefer in den Steuertopf?

Da der Staat die Beiträge zu den Sozialkassen nicht ständig anheben kann, wird die Pflege zwangsläufig auch zu einem Fall für den Finanzminister. Bei der Rente kommt bereits jeder dritte Euro aus dem Steuertopf – also von uns allen.

Lesen Sie dazu auch:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

02.06.2021

Schauen wir nach Dänemark und Österreich und einige andere "sozial entwickelte" Länder!
In Dänemark muss keiner sein Haus verkaufen - das Pfegeheim wird vom Staat bezahlt - das Essen kann man sich auch von der Mindestrente leisten.
In Österreich sind die Renten im Durchschnitt 500-1000 € höher bei vergleichbaren Rentnern.
Da sehen wir, wen unsere Volksvertreter im Blick hatten für Ihren Amtseid.
Jedenfalls sind große Konzerne und Multis mehr im Blick gewesen - die spenden ja auch sichbarer den Parteien - obwohl wir Bürger die Leute Verfassungsgemäß bezahlen?
Wir müssen die wählen, die die Bürger bei Ihrer Arbeit im Blick haben und nicht die Firmen und Anwaltskanzleien, die sie nebenher betreiben!

Permalink