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  3. Krieg in Nahost: Die deutsche Iran-Politik ist ein Scherbenhaufen

Krieg in Nahost
15.04.2024

Die deutsche Iran-Politik ist ein Scherbenhaufen

Dauerausstellung von im Iran produzierten Raketen und Satellitenträgern in einem Erholungsgebiet im Norden Teherans.
Foto: Vahid Salemi, AP/dpa

Das Mullah-Regime nutzte westliches Entgegenkommen, um seine Waffenbestände auszubauen. Die Beziehungen zwischen Berlin und Teheran sind kompliziert. Eine Analyse.

Als Sigmar Gabriel 2016 Teheran besucht, zeigt ihm der Gastgeber die eiskalte Schulter: Irans einflussreicher Parlamentspräsident Ali Laridschani lässt seinen Termin mit dem deutschen Außenminister platzen, dem nichts anderes übrig bleibt, als die Zeit bis zum Abflug mit Museumsbesuchen totzuschlagen. Womit hat der SPD-Mann und Abgesandte von CDU-Kanzlerin Angela Merkel die Mullahs nur so in Rage gebracht? Vor seiner Abreise hatte Gabriel gesagt, freundschaftliche Beziehungen zwischen Deutschland und Iran könne es nicht geben, solange Iran das Existenzrecht Israels nicht anerkenne.

Doch die Verstimmung wird nicht lange währen: Nach dem Abschluss des Abkommens, in dem sich der Iran verpflichtete, zunächst auf Atomwaffen zu verzichten, sollen unter anderem die USA und die EU ihre Wirtschaftssanktionen lockern. Zahlreiche deutsche Firmen hoffen, an die traditionell guten Geschäfte mit Teheran anknüpfen zu können. Die Träume werden gedämpft, als US-Präsident Trump das Abkommen 2018 einseitig aufkündigt. Der amerikanische Rückzieher hängt auch damit zusammen, dass Israel seinem Erzfeind Iran vorwirft, seine Atombombenpläne heimlich weiterzuverfolgen. 

Wirtschaftsminister Gabriel reiste durch den Iran, um über mögliche, verbesserte Wirtschaftsbeziehungen zu sprechen.
Foto: Michael Kappeler, dpa (Archivbild)

Immer mehr Stimmen in der deutschen Politik fordern nun die konsequente Abkehr von der bisherigen, durch Zugeständnisse geprägten Iran-Politik. Volker Beck etwa, Grünen-Politiker und Präsident der Deutsch-Israelischen Gemeinschaft, sagte: "Die bisherige Iran-Politik der Bundesregierung der letzten Jahre ist komplett gescheitert." Das "Terrorregime von Teheran" müsse diplomatisch und wirtschaftlich isoliert werden, so Beck. Er verlangt von der Bundesregierung etwa das Verbot der "Blauen Moschee" des Islamischen Zentrums Hamburg, des "zentralen Spionagenests" des Iran, die Aufnahme der Iranischen Revolutionsgarden auf die EU-Terrorliste, die Ausweisung iranischer Diplomaten und schärfere Sanktionen gegen das Regime in Teheran. Michael Roth (SPD), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, forderte ein grundsätzliches Umdenken in der deutschen Iran-Politik. Der Iran sei die größte Bedrohung im Nahen Osten, destabilisiere und radikalisiere die ganze Region. 

Ein Desaster wie bei Russland und China

Nach der iranischen Attacke auf Israel ist endgültig klar, dass die deutsche Außenpolitik auch im Umgang mit dem Mullah-Regime krachend gescheitert ist. Wandel durch Handel, das funktioniert nicht, wie sich schon in der Beziehung zu Russland gezeigt hatte, das Profite aus den guten Geschäften mit der Bundesrepublik in die Aufrüstung seiner Armee gesteckt und dann völkerrechtswidrig die Ukraine überfallen hat.

Iranisches Atomkraftwerk Buschehr: Gefahr für Israel?
Foto: Abedin Taherkenareh, dpa (Archivbild)

Auch China, wo Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gerade weilt, ist durch den engen wirtschaftlichen Austausch mit Ländern wie Deutschland nicht etwa demokratischer und offener geworden, sondern nur reicher, machthungriger und militärisch stärker. Die deutsche Industrie muss dagegen um den wichtigen Absatzmarkt China bangen und leidet unter der Konkurrenz der dortigen Unternehmen, die mit massiver staatlicher Unterstützung den Weltmarkt aufmischen. Dass Iran nun Hunderte Raketen und Kamikaze-Drohnen auf Deutschlands engen Verbündeten Israel abfeuerte, markiert den absoluten Tiefpunkt einer so alten wie wechselvollen Beziehung

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Soraya, Liebling der Regenbogenpresse

1955 eröffnet die noch junge Bundesrepublik eine Botschaft in Teheran, wo damals Mohammad Reza Pahlavi herrscht. Die Leserschaft der deutschen Regenbogenpresse verfolgt gebannt die Liebesgeschichte um die in Berlin geborene Deutsch-Perserin Soraya und den Herrscher auf dem Pfauenthron, die in einem Drama endet: Weil der Verbindung nicht der erhoffte Thronfolger entspringt, trennt sich der Schah von ihr und heiratet Farah Diba. Dass der vermeintliche Märchenkönig seine Untertanen mithilfe des berüchtigten Geheimdiensts Savak brutal unterdrücken lässt, interessiert in Deutschland nur linke Studenten. Als Pahlavi 1967 West-Berlin besucht, haben seine Agenten zahlreiche Landsleute angeheuert, die dem Schah nicht nur frenetisch zujubeln, sondern gleichzeitig mit Knüppeln und Totschlägern friedliche Gegendemonstranten attackieren. Der Begriff "Jubelperser" ist geboren. Die deutsche Wirtschaft aber jubelt über märchenhafte Gewinne im Handel mit der ölreichen Monarchie.

Der damalige iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad besichtigt die Atomanlage Natans im Jahr 2007.
Foto: Iranisches Präsidentenbüro, EPA/dpa (Symbolbild)

Aufseiten der deutschen Linken herrscht dagegen große Solidarität mit den verschiedenen Oppositionsbewegungen, die Pahlavi vorwerfen, die Bodenschätze des Landes an Amerikaner und Briten zu verschachern. Auch Reformen, die der Schah auf Druck des damaligen US-Präsidenten Jimmy Carter durchführt, können das Aufbegehren des Volkes nicht mehr verhindern. Doch unter den revolutionären Kräften setzten sich die Anhänger des radikal-islamischen Ayatollahs Ruhollah Chomeini durch. Eine erste Hinrichtungswelle trifft die Schah-Anhänger, weitere die ehemaligen Mit-Oppositionellen aus dem gemäßigten und linken Lager. Israel und die USA, die Chomeini stets als den "großen Satan" bezeichnet, werden zu den Feindbildern des neuen schiitischen Gottesstaats. Mit der Besetzung der US-Botschaft in Teheran durch radikale Studenten kommen die Beziehungen zu Washington zum Erliegen. 

Offene Kanäle zum brutalen Regime

Deutschland dagegen versucht in den folgenden Jahrzehnten, die Kanäle zu den neuen Machthabern offenzuhalten. Konservative und wirtschaftsnahe Kreise tun dies mit Blick auf die traditionell guten Geschäftsbeziehungen. Das linke Lager, das die Machtübernahme der Mullahs als antikapitalistische Revolution gefeiert hatte, sieht bis heute bereitwillig darüber hinweg, dass Frauen im Iran brutal unterdrückt, mehr als 4000 Homosexuelle hingerichtet wurden, die Vernichtung Israels praktisch Staatsziel ist. Als im Iran ab 2022 Proteste von Frauen gegen das unterdrückerische Regime blutig niedergeschlagen werden, ist das Schweigen aufseiten der Linken und der Friedensbewegung in Deutschland auffällig. Doch jetzt wird überdeutlich, dass die Mullahs die Phasen der westlichen, auch deutschen Nachsichtigkeit vor allem dazu genutzt haben, ihr Arsenal mit jenen Drohnen und Raketen zu füllen, die sie am Wochenende gegen Israel einsetzten. 

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20.04.2024

Herr Kropp,

es ganz besonderer, aber bewußt sehr wenig veröffentlicher Teil der persischen Geschichte jener Zeit ist:

Mossadeq - der seine Wahlen nur durch von seinen Anhängern ausgeführten Einschüchterungen und Bedrohungen der iranischen Wählern gewonnen hatte - plante, den Iran dem sowjetischen Machtzirkel beizufügen (nach dem Vorbild Cubas) !

In Mossadeqs Schubladen lagen bereits Pläne und Vereinbarungen mit Moskau, iranische Militärbasen für die Sowjetunion zu öffnen.

Schah Rheza Pahlavi ist weder durch Jimmy Carter noch durch die iranischen Studentenunruhen gestürzt worden - sondern allein durch die iranischen Großgrundbesitzer, die dem Schah die Unterstützung entzogen !

Der persische Schah wollte - gegen die Interessen der Großgrundbesitzer - eine Bodenreform durchsetzen, um das Land wirtschaftlich weiterzuentwickeln und die Armut in Persien zu bekämpfen.
Als dies ruchbar wurde, suchten die persischen Großgrundbesitzer nach Verbündeten für ihre Sache - und fanden sie in den Mullahs - welche für die finanzielle Unterstützung der "Islamischen Revolution" und dem Versprechen der Großgrundbesitzer, sich nicht in die "religiöse Umformung Persiens in den geplanten Gottesstaat" einzumischen, ihr Entgegenkommen signalisierten.

Dies war der eigentliche Beginn des Sturzes von Schah Pahlavi und der Beginn der Herrschafft Khomenis.

Übrigens sprachen sich selbst engste Mitarbeiter des Sozialisten Mossadeq gegen eine Verstaatlichung der Industrie (geplant war ja nicht nur die Verstaatlichung der Erdölindustrie, sondern aller Wirtschaftszweige nach dem Vorbild der anderen kommunistischen Staaten) aus !
Sie wiesen sehr zu Recht darauf hin - daß Mossadeqs Regime überhaupt und auf Dauer nicht in der Lage sein werde, "auch nur einen Tropfen Öl aus dem Boden zu holen" - mit der Folge, daß dann die Staatfinanzen sofort zusammenbrechen und das Land ins Chaos stürzen würde:

"In einer Sondersitzung am 24. Dezember 1950 sagte Premierminister Razmara im iranischen Parlament:

„Ich möchte hier klarstellen, dass Iran gegenwärtig nicht über die industriellen Möglichkeiten verfügt, das Öl aus der Erde zu holen, und es auf dem Weltmarkt zu verkaufen […] Meine Herrn, Sie können doch mit den Ihnen zur Verfügung stehenden Mitarbeitern nicht einmal eine Zementfabrik managen. […] Ich sage das in aller Deutlichkeit, wer das Vermögen und die Ressourcen unseres Landes in Gefahr bringt, begeht Verrat an unserem Volk.“

19.04.2024

Wie kann und konnte ein deutscher Minister überhaupt den Begriff "... freundschaftliche Beziehungen"... wählen

mit einem Regime, das seit seinem 1. Herrschaftstag foltert und mordet, was es nur kann ?!

Nicht nur im Äußeren ist Teheran ein Terrorregime allererster Güte.

Auch im Inneren haben die Mullahs bis heute Tausende und Abertausende ermorden, in Folterkellern verbluten und in Gefängnissen zugrunderichten lassen.

Menschen, die gegen die Mullahherrschaft demonstrieren, werden und wurden immer schon von den Bluthunden des Regimes gejagt und auf offener Straße ermordet !
Frauen wurden immer schon blutig geprügelt wegen eines schief sitzenden Kopftuchs !

Die Mullahs haben sich mit den "Revolutionären Garden" eine iranische SS aufgebaut, die der ehemals deutschen SS in nichts nach steht.

Die gesamte deutsche Außenpolitik, die nur mit Schwäche, Angst, Konzilianz und "Schein-Verstehen" der Despotien dieser Welt , insbesondere China, Rußland, Iran,...." glänzte,

ist ein derartiger Scherbenhaufen, daß man sich nur mit allergrößtem Schaudern abwenden kann.

Man kann gar nicht soviel essen wie man beim Anblick der jahrzehntelangen deutschen Außenpolitik ko... muß !


19.04.2024

>>Man kann gar nicht soviel essen wie man beim Anblick der jahrzehntelangen deutschen Außenpolitik ko... muß !<<

Sie sollten auswandern, Ihrer Gesundheit zuliebe…

16.04.2024

"Das Mullah-Regime nutzte westliches Entgegenkommen, um seine Waffenbestände auszubauen."

Man kann es natürlich auch so sehen, daß der Iran nach Strich und Faden verar... wurde mit dem Atom Deal, den "Donald Duck" aus Washington gebrochen hat und die EU wie ein begossener Pudel hilflos daneben saß.

19.04.2024

Die Mullahs hatten nie die Absicht, auf Atomwaffen zu verzichten !

Die naiven und tumpen Europäer - vorneweg das ganz besonders leichtgläubige Deutschland - ließen sich von den Israel- und Frauen hassenden Islamisten auf dem geräuberten "Pfauenthorn" beschwatzen und sehr gerne und willig hinters Licht führen !

Denn das entspricht der deutschen und europäischen Mentalität!

Gott sei Dank ließ und läßt sich Washington - selbst unter Trump - nicht von den Despoten in Iran, Rußland und Peking so leicht ein A für ein O vormachen.
Ansonsten sähe es düster aus!

16.04.2024

Warum die Aufregung, Deutschland darf doch nur im Windschatten der USA & Co. und auf Anweisung Außenpolitik betreiben? Vorbei sind die Zeiten von Helmut Schmidt oder Gerhard Schröder, der eine Beteiligung am Irak-Krieg ablehnte.

16.04.2024

Was mich als erwachsene Frau sehr nachdenklich macht.. was für Politiker wir in die Welt raus schicken, die unser Land vertreten.. unsere Positionen, unseren Stand zu den Kriegs und Unruhen Ländern, ohne dass unser Land gefährdet wird.
Ich warte jeden Tag darauf dass unsere Außenministerin einen eklatanten Fehler macht und uns die Welt um die Ohren fliegt..! Dieses deutsche Weltpolitische agieren hat keinen Bestand, weder in der Innen noch in der Außenpolitik.. denn es geht ja nicht um feministische oder ideologische Wertepolitik sondern um Realitäten Politik... da darf kein Spielraum für Eventualitäten möglich sein, wenn man etwas dagegen oder dafür sagt..!

16.04.2024

Ihre Frage ist eigentlich ganz einfach zu beantworten @Frau Marianne B.: was wir an Pollitikern so rausschicken, das sind zumindest indirekt "Gewählte". So ist es leider - oder doch nicht leider?

16.04.2024

Wenn ich heute die Meinungen und Drohungen gegen den Iran aus alles Welt höre .. denke ich dass es wieder die Länder, Politiker sind, die sich genauso verhalten haben wie bei dem russischen Angriff.. Drohen, Sanktionen Ausschließen, Isolieren..
Ich lebe schon lange auf dieser Welt und sie hat sich sehr verändert, aber nicht zu besseren.. sie ist radikaler, brutaler geworden. Wir ernten heute, was wir gestern gesät haben.. !
Wenn ich sehe und höre welche Länder zu Frieden und gegen Gewalt aufrufen.. eine falsch verstandene Demokratie vor sich hertragen, die diese Länder seit Jahren unterstützt haben, Massen an Kriegswaffen geliefert haben, ist das eine Doppelmoral die seinesgleichen sucht.. Und Israel (Ukraine) nutzt seinen Status, wir haben ja Freunde die uns beschützen weidlich aus.. Dieses globale multilaterale Miteinander wird so niemals funktionieren, wir nehmen den Menschen ihre Identität und ihre Wurzeln.. Wir können nicht neutral agieren weil wir uns der Sicherheit Israelis verpflichtet, abhängig gemacht haben, da klingen alle gut oder böse gemeinten Drohungen, Aufforderungen wie Befehle zur Unterwerfung an die anderen Länder im nahen Osten. Es werden durch Geldgeschenke neue Abhängigkeiten und Probleme geschaffen. Der Krieg in der Ukraine wäre schon längst vorbei, wenn die Unterstützerländer nicht mit vielen Milliarden und großen Versprechungen aus der Ukraine eine hochmodernes Land zu machen, an einem weiter so festhalten. Es geht nicht um die Ukraine.. sondern um Russland und um die Machtverhältnisse auf unserer Erde. Wenn man die beiden Kriege, im Zusammenhang weiter denkt . kommt ganz was anderes raus.. !
Alles was heute getan wird.. kommt nicht aus edlen Motiven heraus, sondern aus Gier und Macht, ein jeder will noch mehr..
Die Spielregeln in der Weltgemeinschaft und im Miteinander haben sich geändert.. von denen die dieses ganze auch vorantreiben.. wie bei uns im Inland so auch im Ausland.. und der Verlierer ist der Mensch, der Weltbürger..!
Der Mensch das schlimmste, das bösartigste Lebewesen hat sich im Laufe der Jahrhunderte immer weiter entwickelt, hat die Erde mit ihre unvergleichlichen Natur nie geschätzt .. sondern wie Parasiten alles nur zerstört...!! Was ist jetzt die Lösung dieser beiden Kriege und für einen Frieden.. keiner weiß es ..jeder weiß nur wie es weitergehen soll.. !!!!
Es wäre eine Freude zu leben, wenn jeder die hälfte von dem täte, was er von den anderen verlangt..

16.04.2024

„Die Träume werden gedämpft, als US-Präsident Trump das Abkommen 2018 einseitig aufkündigt.“
Ups-der nächste inhaltliche Punkt, in dem der Orangenkopf Recht behalten hat. Aber der ist ja eine „Gefahr für unsere Demokratie“

16.04.2024

FAZ Johannes Pennekamp 12.12.2022, 17:02: *Deutschland hat bis Ende Oktober Waren im Wert von 1,2 Milliarden Euro in das autoritär regierte Land verkauft. Damit ist die Bundesrepublik der größte Handelspartner der Iraner in der EU."

NZZ Stephan Grigat 01.04.2024, 05.30 Freie Hand für den Unruhestifter – Europa hat das aggressiv operierende iranische Mullah-Regime zu lange gewähren lassen, jetzt bekommt es mit der Gaza-Krise die Quittung präsentiert

Klar und richtig erkannt: "Die deutsche Iran-Politik ist ein Scherbenhaufen" Mit einem Staat Geschäfte zu machen und somit stärkt, der den Terror finanziert mit dem Ziel den Westen zu destabilisieren , damit die Mullahs noch mehr Macht und Einfluss haben und über Krieg und Frieden bestimmen können. Ist schon etwas schräg.
Gunther Kropp, Basel

16.04.2024

Immer die gleichen Heuchler und immer die Geschäfte im Blick

"Der Iran geht mit tödlicher Gewalt gegen seine Bürger:innen vor, aber die Zivilgesellschaft kämpft weiter. Der Aufstand rückt die besondere Rolle der Schweiz in den Fokus.
(...)
Der Iran immerhin freut sich aber an der unkomplizierten, wenn auch regelkonformen Visa-Vergabe der Schweiz für iranische Beamte, die nach Genf reisen wollen. Es sind viele, und es ist wohl der grösste Profit, den der Iran aus dieser speziellen Beziehung zieht und „sicher ein sehr positiv aufgenommenes Entgegenkommen, das die Schweiz dem Iran anbietet“, sagt Ex-Diplomat Philippe Welti. Genf sei für den Iran sehr wertvoll, ein Tor zur Welt, “wie Sauerstoff”."
https://www.swissinfo.ch/ger/wirtschaft/iran-schweiz/48019464

16.04.2024

@Wolfgang L
Antwort von Gunther Kropp, Basel

Wikipedia Konferenz von Guadeloupe:„ An der Konferenz nahmen neben dem Gastgeber Valéry Giscard d’Estaing aus Frankreich, Präsident Jimmy Carter aus den USA, Premierminister James Callaghan aus Großbritannien und Bundeskanzler Helmut Schmidt aus Deutschland teil...Präsident Jimmy Carter erklärte uns überraschender Weise, dass die Vereinigten Staaten entschieden hätten, das Regime des Schahs nicht länger zu unterstützen. Ohne die Unterstützung der Vereinigten Staaten ist das Regime verloren....The Life and the Times of Ayatollah Khomeini: "Die Konferenz von Guadeloupe … war die willkommene Gelegenheit für Carter, sich mit den drei wichtigsten europäischen Politikern darüber einig zu werden, den Schah fallen zu lassen … alles, was die Alliierten benötigten, war iranisches Öl und Stabilität in der Region …"

Möglich, dass es noch Zeitgenossen geben könnte, die noch nicht Wissen, dass auch der damalige Bundekanzler Helmut Schmidt, einer der sieben Regierungschefs war, die beschlossen haben, dass der Schah gehen und Chomeini kommen muss. Das Resultat: der Westen hat den heutigen Iran geschaffen mit all den Problemen.

16.04.2024

Ja, mit dem Schah konnten die Schweizer schöne Geschäfte machen. Um die Moral musste man sich damals nicht kümmern. Die gute alte Zeit.

16.04.2024

@Wolfgang L.
Antwort von Gunther Kropp, Basel

Der Spiegel 28.05.1978, 13.00: "Sibirisches Ausmaß Mit Aufträgen für 40 Milliarden Mark umwirbt der Schah die westdeutsche Industrie. Als Gegenleistung erwartet er einen Kotau des Kanzlers."

Möglich, dass es Zeitgenossen geben könnte, die meinen, weil der Kanzler keinen Freuden-Kniefall vor dem Schah gemacht hat, um sich für die schönen Aufträge zu bedanken ist die Kohle in die Schweiz geflossen, der Kanzler wurde muffig und der Schah musste in Exil und die schönen Aufträge waren endgültig futsch?

16.04.2024

@Gunther Kropp

Herr Kropp, an Grobschlächtiges von Jimmy Carter kann ich mich eigentlich nicht erinnern. Die Macht eines ungeliebten Diktators mit militärischer Gewalt abzusichern, passt somit nicht in mein Bild von dem ehemaligen US-Präsidenten.
Herr Kropp, welche Entscheidungen aber hätten Sie an Jimmy Carters Stelle getroffen und welche Befehle gegeben, als im Rahmen der Muharram-Proteste am 2. Dezember 1978 rund um den Shahyad-Turm über 2 Millionen Menschen den Rückzug des Shahs forderten?
Die im Juni 1967 durch den Shah-Besuch in Berlin ausgelöste Studentenproteste kommentierte übrigens Ulrike Meinhof, wobei sie Missstände in Persien mit den Beispielen Analphabetentum (80 Prozent), Kindersterblichkeit (jedes zweite Kind stirbt) und der großen Diskrepanz zwischen dem Einkommen des Shahs (400 Millionen Dollar im Jahr) und dem der hungernden Bevölkerung (70 Dollar) verdeutlichte. (https://www.swr.de/swrkultur/wissen/archivradio/proteste-gegen-den-schah-besuch-kommentiert-von-ulrike-meinhof-100.html, Audio ab 6:10 Minute)

Helmut Eimiller

16.04.2024

@Christina E.
Antwort von Gunther Kropp, Basel

DW Thomas Latschan16.06.2017: " Vor fast 65 Jahren stürzte die CIA Irans parlamentarisch legitimierten Premier Mossadegh. Erst jetzt veröffentlichte das US-Außenministerium Dokumente, die das gesamte Ausmaß der US-Verwicklungen in den Putsch zeigen..Der Schah bekam massive Unterstützung aus den USA. Die Verstaatlichung der Ölindustrie wurde rückgängig gemacht, die Öleinnahmen gingen zur Hälfte an den Iran, zur anderen Hälfte an ein Konsortium aus 17 hauptsächlich amerikanischen und britischen Firmen. Schah Pahlavi errichtete eine Diktatur – mit militärischer, finanzieller und personeller Rückendeckung durch die USA. ."

Wenn Sie die Geschichte kennen, dann können Sie möglicherweise die politischen Realitäten besser beurteilen. .

17.04.2024

@Gunther Kropp: „Wenn Sie die Geschichte kennen, dann können Sie möglicherweise die politischen Realitäten besser beurteilen“.
Ich stimme Ihnen hier im Prinzip zu, Kenntnisse der Geschichte sind häufig bei der Erklärung der Realität hilfreich. Deshalb versuche ich auch relativ häufig, meine Wissensdefizite durch Google-Recherchen zu beheben. Übrigens, was Persien angeht, da war mein Cousin zweiten Grades in den 1970er Jahren mehrere Jahre für die größte Maschinenfabrik Augsburgs beruflich tätig und hat dabei seine Ehefrau, eine Perserin, kennengelernt.
Und Herr Kropp, wenn Ihr vorausgehender Kommentar nicht nach Vorwurf Richtung westlicher Staatenlenker wegen des Abbruchs der Unterstützung für das „Regime des Schahs“ geklungen hätte, hätte ich keinen Anlass gehabt, Ihnen zu antworten.

Helmut Eimiller

17.04.2024

@Christina E.
Antwort von Gunther Kropp, Basel

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM): "Der Iran bildet geographisch gesehen die Brücke zwischen Orient und Okzident. Strategisch und wirtschaftlich nimmt er in dieser Region eine wichtige Rolle ein. Die zahlreichen Nationen und Kulturen, die den Iran umgeben, spiegeln sich zum Teil in den unterschiedlichen iranischen Bevölkerungsgruppen wieder. Lediglich die Hälfte der rund 70 Millionen Iraner sind sprachlich und ethnisch gesehen Perser..."

Möglich, dass Jimmy Carter und seine Amtskollegen auf Guadeloupe glaubten, wenn der Schah gegen einen Ajatollah ausgetauscht wird, der den strategisch wichtigen Vielvölkerstaat zusammenhält, dann sind die Massen beruhigt und die Geschäfte gehen wie gehabt weiter - war wohl eine Fehleinschätzung.