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Diesel- und Benzinpreise
21.03.2022

Christian Lindners Tankrabatt wackelt schon wieder

Die Spritpreise sind seit Beginn des Krieges in der Ukraine massiv gestiegen.
Foto: Peter Kneffel, dpa

Finanzminister Lindner hatte seine Tankrabatt-Idee nicht mit Ampel-Partnern abgestimmt. Die SPD will lieber ein Mobilitätsgeld. Welche Optionen nun auf dem Tisch liegen.

Bundesfinanzminister Christian Lindner will die Deutschen möglichst unbürokratisch mit einem staatlichen Tankrabatt entlasten. Klingt gut, könnte aber am Widerstand aus den eigenen Reihen scheitern. Denn der FDP-Vorsitzende hatte seine Pläne offenbar nicht mit den Koalitionspartnern abgesprochen. Nun bekommt er die Quittung.

SPD, Grüne und FDP müssen nun den Streit entschärfen

SPD-Chef Lars Klingbeil machte in einem Interview mit der Bild am Sonntag schon mal deutlich, dass er wenig davon hält, allen Autofahrerinnen und Autofahrern pauschal einen Teil ihrer Rechnung an der Tankstelle zu erstatten. Lindner hatte angesichts der explodierenden Spritpreise vorgeschlagen, dass der Staat 30 bis 40 Cent pro Liter übernimmt. Nun muss eine Verhandlungsrunde der Ampel-Parteien den drohenden Streit entschärfen.

Nicht nur die Sozialdemokraten sind skeptisch. Auch bei den Grünen löste Lindners Idee Irritationen aus. Dass Fahrer von Spritfressern zumindest in absoluten Summen stärker unterstützt würden, halten sie für fatal. Hinter den Kulissen wird nun darüber verhandelt, die Entlastung zu staffeln und an das Einkommen zu koppeln.

SPD will Mobiltätsprämie an Gehalt koppeln

Die SPD schlägt eine Mobilitätsprämie vor, die der Arbeitgeber auf das Gehalt aufschlägt und sie sich anschließend vom Staat mittels Steuerentlastung wieder zurückholt. Unklar ist noch, wie Selbstständige an diese Entlastung kämen. Spitzenverdiener würden jedenfalls leer ausgehen.

Die Grünen denken an ein Energiegeld, das jede und jeder Deutsche in gleicher Höhe monatlich direkt vom Staat bekommt. Davon würden diejenigen am stärksten profitieren, die Strom, Gas oder Sprit sparen.

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Hubert Aiwanger wirft Ölriesen vor, ihre Macht auszuspielen

Für viele Haushalte werden die hohen Energiekosten schon jetzt zum Problem. Schuld daran ist aus Sicht des bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger nicht nur der Krieg in der Ukraine. Die „unverschämt hohen Preise an der Zapfsäule“ seien nicht allein mit Lieferschwierigkeiten oder Preissteigerungen an den Märkten erklärbar, sagte der Freie-Wähler-Chef und warf den Ölriesen ein „inakzeptables Ausspielen der Marktmacht“ vor.

Der Staat müsse den Mineralölkonzernen auf die Finger klopfen. „Vom kleinen Autofahrer bis zum Handwerker, vom Taxiunternehmer bis zur Spedition führt dieser Preisschock zu Verwerfungen im Wirtschaftsgefüge unseres Landes, welches nachhaltigen Schaden anrichtet – bis hin zu Insolvenzen. Diese Preisgestaltung muss offengelegt werden“, forderte Aiwanger.

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Die Diskussion ist geschlossen.

21.03.2022

Es ist wie üblich in der Politik; durch endlose Diskussionen werden die Probleme nur verzögert, und versucht auszusitzen. Wie mit Rentnern verfahren wird, wird gar nicht erwähnt. Ich bin ja gespannt, ob man rückwirkend irgend eine Erstattung bekommt. Allein der Glaube fehlt mir

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21.03.2022

Unser Finanzminister verdient doch bei diesen hohen Preisen mit (z. B. MwSt.)!
Daher muss ich Herrn Aiwanger vollkommen Recht geben.
Realistische Überprüfung der Ölriesen durch das Kartellamt. Alle Spekulationsgewinne (durch Wucherpreise erzielt) sind zu mindestens 150 % zu versteuern.
Alles andere ist nur ein Versuch die Bevölkerung zu vera..en!

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20.03.2022

Herr Aiwanger sollte es besser wissen, oder sich besser beraten lassen; fast 2/3 des Preises für Benzin besteht aus Steuern und Abgaben. Der Gewinn für Mineralölkonzerne ist sicherlich da, jedoch nicht übermäßig hoch. Siehe hierzu auch https://www.adac.de/verkehr/tanken-kraftstoff-antrieb/tipps-zum-tanken/7-fragen-zum-benzinpreis/. Sicherlich ist momentan die Situation mehr als angespannt, aber global in eine Richtung zu agieren ist sicherlich nicht zweckführend. Genau so muss aber auch das Verhalten aller anderer, insb. der Grünen, als nicht sachgerecht bezeichnet werden.

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21.03.2022

"Herr Aiwanger sollte es besser wissen, oder sich besser beraten lassen; fast 2/3 des Preises für Benzin besteht aus Steuern und Abgaben."

Nö. Beim Benzin etwas weniger als die Hälfte, beim Diesel 2/5: https://www.adac.de/verkehr/tanken-kraftstoff-antrieb/tipps-zum-tanken/7-fragen-zum-benzinpreis/

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20.03.2022

Ich Pendel jeden Tag nach München. Bahn und ÖV geht nicht wegen dem Dienstbeginn. Da fährt noch kein Zug. Im Moment lass ich bei 2,30 für Diesel ca. 420 Euro an der Tankstelle nur um in die Arbeit zu kommen. Bis die "Ampel"sich geeinigt hat bin ich pleite und die Grünen haben ihr Ziel mit fremder Hilfe erreicht. Andere Länder diskutieren nicht sondern handeln um den auf das Auto angewiesenen Menschen zu helfen. MwSt. Benzinsteuer. Co2 Bepreisung. Danke deutscher Staat.

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