Die meisten Hundebesitzer wissen sehr gut über die Ernährungsvorlieben ihres Vierbeiners Bescheid. Ist er verfressen oder eher genügsam? Mag er lieber Nass- oder Trockenfutter? Das ist für viele Halter leicht zu beantworten. Deutlich schwieriger ist die Frage, welche Lebensmittel, die bei uns Menschen regelmäßig auf dem Tisch landen, für Hunde geeignet sind und welche ihnen schaden können.
Denn während manche Obst- und Gemüsesorten wie Gurken oder Äpfel als gesunder Snack für Hunde gelten, können etwa Tomaten und Weintrauben bei ihnen zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen. Doch wie sieht es mit Pilzen aus? Ob Sie Ihr Haustier damit füttern dürfen und wo man besonders aufpassen sollte, lesen Sie hier.
Dürfen Hunde Pilze essen?
Das Reich der Pilze ist so groß und divers, dass man diese Frage nicht klar mit Ja oder Nein beantworten kann. Laut der Deutschen Gesellschaft für Mykologie wurden weltweit bislang über 300.000 Pilzarten wissenschaftlich beschrieben. Schätzungen von Forschenden gehen sogar von drei bis fünf Millionen verschiedenen Arten aus.
Hinsichtlich der Hundeernährung kommt es also ganz auf die Pilzsorte an – genau wie beim Menschen, erklärt Philine Ebert, Ernährungsberaterin für Hunde, in einem Beitrag des Tiermagazins Petbook. Einige Arten sind für die Fütterung geeignet, andere jedoch giftig und im schlimmsten Fall tödlich für den Vierbeiner.
Welche Pilzsorten können Hunde essen?
Grundsätzlich sind frische Speisepilze, die man im Supermarkt kaufen kann, für Hunde in kleinen Mengen genießbar, gibt der Vorsitzende der American Veterinary Medical Association (AVMA), Michael Bailey, im US-Magazin Forbes an. Zu den Pilzarten, die für Hunde in geringen Mengen unbedenklich sind, zählen laut Ebert und Bailey:
- Steinpilze
- Pfifferlinge
- Braune und weiße Champignons
- Portobello-Pilze
- Austernpilze
Wichtig: Hundeernährungs-Expertin Ebert rät Hundebesitzern dazu, dem Tier zunächst nur ein kleines Probierstück zu geben, um zu beobachten, ob es ihm schmeckt und wie es die Pilze verträgt. An Hunde, die generell einen empfindlichen Magen oder Verdauungsprobleme haben, sollten jedoch vorsichtshalber gar keine Pilze verfüttert werden, wie sie betont. Auch der American Kennel Club rät prinzipiell zur Vorsicht. Da Pilze kein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung für Hunde sind, sollten Besitzer sie im Zweifelsfall lieber nicht ins Futter geben. Grundsätzlich sollte die Gabe neuer Lebensmittel immer vorab mit dem Tierarzt abgeklärt werden.
Wie sollte man Pilze für den Hund zubereiten?
Speisepilze sollten laut Ebert nicht in rohem Zustand verfüttert werden, weil sie dann für den Hund schwerer verdaulich sind und Bauchschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden auslösen können. Die Ernährungsexpertin empfiehlt, Champignons, Steinpilze und Co. stets gründlich abzuwaschen und anschließend in ungesalzenem Wasser zu kochen oder ohne Zugabe von Gewürzen und Fett in der Pfanne zu dünsten.
Auch wenn wir Menschen unsere Pilzgerichte gerne mit Öl, Fett, Zwiebeln, Knoblauch und Gewürzen verfeinern, sind all diese Zutaten für Hunde tabu, wie der American Kennel Club betont. Denn sie können bei den Vierbeinern zu Verdauungsproblemen führen und sogar giftig sein.
Achtung: Diese Pilze sollten Hunde auf keinen Fall essen
Hundebesitzer sollten unbedingt darauf achten, dass ihr Haustier keine wild wachsenden Pilze verzehrt, da eine Vielzahl von Arten für sie schädlich sein können. Gerade beim Gassigehen im Wald oder auf Wiesen zur Herbstzeit ist besondere Vorsicht geboten, weil der Hund unbemerkt einen ungenießbaren oder giftigen Pilz fressen könnte. Prinzipiell sind laut der Tierheilpraxis Angela Esser für Hund und Mensch die gleichen Pilzarten giftig – allerdings wird der Verzehr beim Vierbeiner aufgrund des niedrigeren Körpergewichts oft schneller zum Tod. Teilweise reicht sogar schon das Anknabbern, Lecken oder Schnüffeln aus, um Vergiftungssymptome auszulösen, wie Philine Ebert warnt.
Zu den gefährlichsten Wildpilzenarten für Hunde zählen nach Angaben des American Kennel Clubs:
- Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides)
- Gift-Häubling (Galerina marginata)
- Narzissengelber Wulstling (Amanita gemmata)
- Fliegenpilz (Amanita muscaria)
- Feld-Trichterling (Clitocybe dealbata)
- Giftlorcheln (Gyromitra)
- Risspilze (Inocybe)
Da die meisten Hundehalter keine Experten darin sind, essbare von giftigen Pilzen zu unterscheiden, sollten sie ihr Tier in Gebieten, in denen Wildpilze wachsen könnten, vorsichtshalber an die Leine nehmen und genau im Auge behalten, rät Veterinärmediziner Michael Bailey. Falls Besitzer mitbekommen oder den Verdacht hegen, dass ihr Hund einen wild wachsenden Pilz gefressen hat, sollte laut dem Experten sofort ein Tierarzt aufgesucht werden.
Wie erkennt man eine Pilzvergiftung beim Hund?
Wie genau sich eine Pilzvergiftung beim Hund äußert, kann sich je nach Pilzart stark unterscheiden. Zu den am häufigsten auftretenden Vergiftungssymptomen zählen dem American Kennel Club zufolge allerdings:
- Erbrechen
- Durchfall
- Erhöhte Speichelproduktion
- Schwäche
- Trägheit
- Bewegungs- und Koordinationsstörungen
- Krampfanfälle
- Gelbfärbung der Augen
Die tierärztliche Behandlung einer Pilzvergiftung unterscheidet sich je nach der Zeit, die seit dem Verzehr vergangen ist, den spezifischen Symptomen sowie der Art des Pilzes. Daher ist es laut dem American Kennel Club hilfreich, eine Probe des betroffenen Pilzes zum Tierarzt mitzubringen.
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