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Graben

03.07.2020

Wegen Amazon? Post will Paketzentrum in Graben doch weiter betreiben

Das DHL-Paketverteilzentrum (kleine Halle vorne) in Graben ist über eine Brücke mit dem Logistikzentrum des Versandriesen Amazon verbunden.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Der Standort der Deutschen Post in Graben sollte schon im Mai schließen. Doch nun können die rund 80 Mitarbeiter des Paketzentrums aufatmen.

Monatelang mussten die rund 80 Mitarbeiter der Deutschen Post um ihren Arbeitsplatz bangen. Denn das Paketverteilzentrum in Graben sollte Anfang Mai schließen. Kurz darauf wurde der Betrieb bis Ende Juni verlängert.

Nun steht fest: Das Verteilzentrum bleibt bestehen. „Wir können bestätigen, dass wir auch über den Juni hinaus den Standort Graben weiter betreiben werden und die Arbeitsplätze am Standort Graben erhalten können“, teilt Sprecher Dieter Nawrath auf Nachfrage schriftlich mit.

Für David Merck ist das eine gute Nachricht. Er leitet den Fachbereich Postdienste bei Verdi und hat sich für den Erhalt des Verteilzentrums eingesetzt. „Die Beschäftigten sind froh, dass sie am Standort bleiben können“, sagt er. Die Bezahlung und Tarifstrukturen seien klar geregelt. Mercks Angaben zufolge hat die Post eine GmbH gegründet, um den Standort weiter zu betreiben.

Amazon investiert 150 Millionen Euro in Standort in Graben

Das Verteilzentrum, das offiziell Amazon Sorting Center heißt, arbeitet eng mit Amazon zusammen. Der amerikanische Onlineversandriese betreibt in unmittelbarer Nähe ein etwa 15 Fußballfelder großes Logistikzentrum. Wie berichtet, investiert Amazon 150 Millionen Euro in den Ausbau des Standorts. Künftig sollen dort Transportroboter bei der Warenabfertigung helfen. Statt der bislang 100.000 könnten dann bis zu 300.000 Pakete am Tag das Logistikzentrum verlassen. Gewerkschafter Merck überrascht das nicht: „Der Trend hin zur Technisierung betrifft die gesamte Branche und ist nicht aufzuhalten.“

Inwieweit der Ausbau des Amazon-Standorts in Graben für den Erhalt des DHL-Verteilzentrums eine Rolle spielt, ist allerdings unklar. Gerüchten zufolge will Amazon das Verteilzentrum langfristig übernehmen. Von Unternehmensseite heißt es schriftlich, dazu gebe es aktuell keine Pläne. Die Post erklärte die ursprünglich geplante Schließung des Verteilzentrums so: Ein wirtschaftlicher Betrieb des Standorts sei wegen rückläufiger Sendungsmengen nicht gewährleistet. Dies sei auch bedingt durch die verstärkte Eigenzustellung von Amazon.

Amazon will noch enger mit DHL-Verteilzentrum zusammenarbeiten

Für Gewerkschafter Merck ist das nicht nachvollziehbar, denn der Paketmarkt in Deutschland boomt. Die Corona-Pandemie habe diese Entwicklung verstärkt. Bei der Post sei die Sendungsmenge an Paketen um rund 40 Prozent gestiegen. Er würde sich deshalb wünschen, dass das 7.000 Quadratmeter große Verteilzentrum in Graben unabhängiger von Amazon wird.

Doch danach sieht es derzeit nicht aus. Auf Nachfrage teilt Amazon über die künftige Zusammenarbeit mit DHL schriftlich mit: „Die Deutsche Post DHL ist ein wichtiger Partner bei der Betreuung von Kunden in ganz Europa, und wir legen großen Wert auf das Know-how und das hochwertige Zustellnetzwerk von DHL. Wir freuen uns, dass wir nun in Graben, wo DHL für uns weiterhin Pakete sortiert, noch enger zusammenarbeiten.“

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