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FC Bayern
13.07.2021

Dayot Upamecano: Bayerns riskante Wette mit der Luxuslösung

Dayot Upamecano ist der teuerste Bundesliga-Transfer dieses Sommers. Beim FC Bayern trifft er auf seinen alten Trainer Julian Nagelsmann.
Foto: Sven Hoppe, dpa

Upamecano ist mit 42,5 Millionen Euro Ablöse der teuerste Sommertransfer. Ob die Breite des Bayern-Kaders ausreicht, ist nach den jüngsten Verletzungen unsicher.

RB Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff hat vor kurzem einen Einblick in die Finanzen des Vereins gegeben. Die Kurzversion: Sieht ganz gut aus. Ein Grund dafür mag sicherlich die Unterstützung eines bekannten Brauseherstellers sein – ein anderer sind die Transferaktivitäten des FC Bayern.

Der Rekordmeister hat den Leipziger bekanntlich nicht nur Trainer Nagelsmann abgeworben, sondern auch Abwehrspieler Dayot Upamecano nach München gelockt. Nagelsmann, für den der FC Bayern 20 Millionen Euro ausgab, mag der wichtigere Transfer sein. Upamecano mit einer Ablöse von 42,5 Millionen Euro ist jedoch der teuerste Spielerwechsel eines Bundesligisten diesem Jahr. Oder, um es mit Mintzlaff zu formulieren: "Wir haben dem FC Bayern ein bisschen in die Tasche gegriffen."

Die Wertschätzung für Upamecano beim FC Bayern ist enorm

Für Upamecano wurde sogar noch eine kleine Bonuszahlung fällig: Der Vertrag des französischen Abwehrspielers lief in Leipzig eigentlich noch bis 15. Juli – damit er schon zum Trainingsstart des FC Bayern anfangen kann, einigten sich beide Vereine auf kurzem Dienstweg. Die Summe, die der FC Bayern für den 22-Jährigen hingelegt hat, ist ein Beleg für die Wertschätzung, die Dayotchanculle Oswald Upamecano beim Rekordmeister genießt.

Sportdirektor Hasan Salihamidzic lobte bei der Vorstellung die Vorzüge des Spielers, der künftig mit der Rückennummer 2 auflaufen wird: Upamecano sei schnell, robust, verfüge über ein gutes Aufbauspiel. Der gab die Komplimente auf Deutsch zurück: "Bayern ist ein großer Schritt für mich und meine Karriere, es ist ein Verein mit Weltklassespielern. Und ich will alles geben, um hier zum Stammspieler zu werden."

Das erste Spiel für den neuen Bayern-Trainer Julian Nagelsmann (Mitte) steht an: Am 17. Juli in Villingen gegen den 1. FC Köln.
Foto: Sven Hoppe, dpa

Die Konkurrenz in der Innenverteidigung des FC Bayern ist nicht groß

Tatsächlich spricht einiges dafür, dass Upamecano künftig zum Stammpersonal des FC Bayern gehört. Einerseits kennt der ehemalige Jugendnationalspieler Frankreichs den neuen Bayern-Trainer Nagelsmann aus gemeinsamen Zeiten in Leipzig ("Ich bin glücklich, dass auch er hier ist"), andererseits ist die Konkurrenzsituation in der Innenverteidigung des FC Bayern gar nicht so enorm.

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Nach den Abgängen von David Alaba, Jerome Boateng und Javi Martinez ist Upamecano der einzige Neuzugang auf dieser Position. Lucas Hernandez, der ebenfalls in der Zentrale spielen kann, hat sich bei der EM verletzt und wird nach seiner Knie-OP erst Mitte August zurück erwartet, wie Salihamidzic bestätigte. Außenverteidiger Alphonso Davies wird wegen eines Außenbandrisses im linken Sprunggelenk ebenfalls länger ausfallen. Damit bleiben als etatmäßige Innenverteidiger der 19-jährige Nianzou Tanguy sowie Niklas Süle übrig, der nach seinem EM-Urlaub erst später zum Team stoßen wird. Benjamin Pavard kann auch zentral spielen, wird aber eigentlich auf rechts gebraucht.

Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic.
Foto: Sven Hoppe, dpa

Salihamidzic will nach derzeitigem Stand keinen neuen Spieler holen

Einen zusätzlichen Innenverteidiger will Sportdirektor Salihamidzic aber offenbar nicht verpflichten, wie er auf Nachfrage sagte: "Wir werden versuchen diese Verletzungen zu überbrücken und wollen gut in die Saison starten." In Zeiten von Corona und gesunkenen Einnahmen muss auch der FC Bayern sparsamer als sonst sein . Vieles spricht dafür, dass sich der Rekordmeister mit Upamecano eine Luxuslösung ohne Plan B geleistet hat. Davon, dass der Franzose, dessen Qualitäten unbestritten sind, verletzungsfrei durch die Saison kommt, sollte man angesichts dessen Krankenakte auch nicht unbedingt ausgehen. Eine Knieverletzung bremste den Franzosen alleine in der Spielzeit 2018/19 über eine halbe Saison aus.

In der vergangenen Spielzeit machte dem FC Bayern der qualitativ hochwertige, insgesamt aber recht dünne Kader zu schaffen und war Ausgangspunkt für den Streit zwischen dem damaligen Coach Hansi Flick und Salihamidzic. Immerhin: Die Tasche des FC Bayern sollte auch in diesen Tagen noch gut gefüllt sein und weitere Transfers erlauben.

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