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Schon wieder gescheitert: Der FC Ingolstadt ist der neue Schmerzens-Meister

Kommentar Von Florian Eisele
12.07.2020

In den 16 Jahren seiner Existenz hat der FC Ingolstadt viele Aufs und Abs erlebt - zuletzt entwickelten sich die Schanzer aber zu Experten für spätes Scheitern.

Wenn im Fußball die Rede von den Vereinen ist, die ihren Fans das Meiste abverlangen, kommt man unweigerlich auf dieselben Kandidaten zu sprechen: die Münchner Löwen, den Hamburger SV, den Nürnberger Club und so weiter. Spätestens seit Samstagabend hat aber ein weiteres, bislang in der breiten Öffentlichkeit ein Nischendasein fristendes Team eine schriftliche Bewerbung um Aufnahme in diesen Klub abgegeben: der FC Ingolstadt 04.

Die Schanzer blicken zwar auf eine bislang überschaubare Historie zurück (das 04 in Namen steht für das Gründungsjahr 2004) – in den 16 Jahren seines Bestehens hat der FCI aber mehr erlebt als manch anderer Verein in 60 Spielzeiten: Von der Bayernliga ging’s rauf in die Regionalliga, rauf in die 2. Liga, runter in die 3. Liga, rauf in die 2. Liga, rauf in die Bundesliga, runter in die 2. Liga, schließlich 2019 runter in die 3. Liga.

Und eigentlich hätte am Samstagabend der Wiederaufstieg in die 2. Liga stehen können – wenn nicht in der sechsten Minute der Nachspielzeit der 1. FC Nürnberg (ausgerechnet!) mit seinem Tor alles zerstört hätte. Für den FCI ist dies der vorläufige Schlusspunkt einer Reihe von Nackenschlägen, die sich alle anfühlen, als ob ein nasses Handtuch ohne Vorwarnung auf den frisch geduschten Rücken aufschlägt. War der Bundesliga-Abstieg 2017 zwar noch schmerzhaft, aber irgendwie erwartbar, wurden die Schanzer danach zu Experten für extrem knappe und stets zu ihren Ungunsten gefallene Entscheidungen. Schon der Abstieg aus der 2. Liga in den Relegationsspielen war hart: Gegen Wehen Wiesbaden fehlte nur ein Tor zum Klassenerhalt.

Innerhalb von nur einer Woche verpasste Ingolstadt zweimal hauchdünn den Aufstieg

Wer dachte, das ist knapp, den belehrte das Team von Trainer Tomas Oral nun innerhalb einer Woche eines Besseren: Am letzten Spieltag der 3. Liga schien Ingolstadt nach Abpfiff des eigenen Spiels aufgestiegen, als in der dritten Minute der Nachspielzeit ein Elfmeter für Konkurrent Würzburg gegeben wurde. Die Kickers trafen und stiegen auf. Dann kamen der Samstag, der Club und Minute 96.

All das ist erst mal schwer zu verdauen. Ingolstadts Kapitän Stefan Kutschke (1,94 Meter) verarbeitete all das etwa damit, dem Nürnberger Trainer Michael Wiesinger (1,68 Meter) anzubieten, die Sache nonverbal zu klären. Den Schanzern bleibt außer der Aussicht auf eine neue Chance in der neuen Saison nur wenig Aufmunterndes übrig.

Vielleicht aber dieses: Auch der 1. FC Nürnberg hat es nicht leicht. Ludwig Schick, der Erzbischof von Bamberg, forderte direkt nach Spielende den Bundesliga-Aufstieg für die kommende Saison. Zumindest das bleibt Ingolstadt erspart.

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