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FC Augsburg

27.06.2020

FCA-Pleite gegen RB Leipzig: Werner macht den Unterschied

Nicht zu bremsen: RB-Stürmer Timo Werner im Zweikampf mit und der Augsburger Felix Uduokhai.
Bild: Matthias Schrader, dpa

Der FC Augsburg verliert sein Heimspiel gegen Leipzig, verabschiedet sich mit einer Niederlage aus der Saison - auch, weil Timo Werner nicht zu stoppen ist.

Das Wort Geisterspiel hatte beim Saisonabschluss des FC Augsburg gegen RB Leipzig noch einmal eine besondere Bedeutung. Denn vor dem 34. Spieltag spukte immer noch das Gespenst der 1:8-Niederlage im Vorjahr gegen den VfL Wolfsburg durch die corona-bedingt leere WWK Arena. Die höchste Niederlage des FCA seit dem Aufstieg in die Bundesliga nahm der damalige Trainer Martin Schmidt mit in die neue Saison. Ein Makel, der bis zu seiner Entlassung im März an dem Schweizer haften blieb.

FC Augsburg verkauft sich gegen RB Leipzig teuer

So ein Debakel wollte sein Nachfolger Heiko Herrlich gegen Leipzig unbedingt vermeiden. „Wir wollen mit einem guten Gefühl in die Sommerpause gehen“, erklärte er vor dem Spiel. Und das können die Augsburger auch. Gegen ein starkes RB Leipzig verkaufte sich der FCA teuer, verlor am Ende aber durch zwei Tore von Timo Werner mit 1:2 (0:1).

Der war der herausragende Akteur eines hochklassigen, aber auch hochbezahlten Starensembles. Zum Vergleich: In der Saison 18/19 hatte RB Leipzig über 125 Millionen Euro Personalkosten, der FCA nur deren 38. Das war damals Platz 15 in dieser Kategorie und auf Platz 15 beendete der FCA  auch die Corona-Saison 19/20.

Wechselhafte Saison des FCA endet mit einer Niederlage

Es war eine Saison mit Lichtblicken, so hatte der FCA kurz vor der Winterpause einen Zwischenspurt mit fünf Siegen aus sechs Spielen eingelegt. Es gab aber auch vielen Schattenseiten, mit einem Trainerwechsel kurz vor der Corona-Zwangspause. Am Ende hatte der FCA das Minimalziel Klassenerhalt aber wieder einmal, allen Unkenrufen zum Trotz, geschafft.

Zum Saisonabschluss hatte FCA-Trainer Heiko Herrlich seine Startelf gegenüber dem 1:1 in Düsseldorf, das den vorzeitigen Klassenerhalt gesichert hatte, auf vier Positionen geändert. Torhüter Andreas Luthe (Schulter), Raphael Framberger (muskuläre Probleme) und Florian Niederlechner (Fußverletzung) mussten verletzungsbedingt passen. Es rückten Tomas Koubek, Tin Jedvaj und Alfred Finnbogason auf. Andre Hahn ersetzte Noah Sarenren Bazee, der auf die Bank musste.

Koubek steht gegen Leipzig im FCA-Tor und bleibt ohne Fehler

Besonders Torhüter Koubek stand dabei unter besonderer Beobachtung. Er machte diesmal keine großen Fehler. Dennoch, die  Saison des 7,5-Millionen-Einkaufs aus Frankreich verlief weder für ihn noch für den FCA befriedigend. Koubek konnte die Erwartungen nur selten erfüllen und hatte seinen Stammplatz nach der 2:3-Niederlage gegen Gladbach Ende Februar an Andreas Luthe verloren.

Der Leipziger Timo Werner umkurvt FCA-Keeper Tomas Koubek und erzielt das 1:0.
Bild: Matthias Schrader, AP, POOL, dpa

Überhaupt bestimmte das Thema Torhüter die letzten Tagen vor dem Saisonfinale. Denn es wurde bekannt, dass der FCA für die kommenden Saison Rafal Gikiewicz, 32, von Union Berlin ablösefrei verpflichtet hat. Die offizielle Bestätigung vom Verein steht zwar noch aus, doch der Transfer ist fix. Mit Tobias Strobl (Gladbach) und Daniel Caligiuri (Schalke) sollen schon zwei weitere Neuzugänge feststehen.

Zum Abschied aus Leipzig: Timo Werner trifft doppelt gegen den FC Augsburg

Im Duell mit dem Champions-League-Viertelfinalisten hielt sich der FCA fast eine halbe Stunde recht wacker. Zwar hatte Nordi Mukiele in der 9. Minute die Führung auf dem Fuß, doch dann hatte der FCA die RB-Offensive relativ gut im Griff. Bis zur 28. Minute. Timo Werner stahl sich schlitzohrig hinter dem Rücken von Jeffrey Gouweleeuw, vermied dabei knapp eine Abseitsstellung, umkurvte Koubek und schob zum 0:1 ein. Es war sein 27. Saisontor.

Der 24-Jährige wechselt für über 50 Millionen Euro Ablöse schon im Juli zum FC Chelsea und wird für Leipzig in der Champions-League nicht mehr spielen. Es war eine verdiente Führung, auch wenn der FCA in der Nachspielzeit noch eine gute Kontersituation durch Philipp Max unkonzentriert vergab.

Kuriose Szene: FCA-Verteidiger Max sieht die rote Karte - und darf dann doch weiterspielen

Der Augsburger Linksverteidiger spielte auch in der 58. Minute eine wichtige Rolle. Bei einem Konter von Leipzig spitzelte er kurz vor dem Strafraum Nordi Mukiele den Ball vom Fuß. Mukiele kam zu Fall und Schiedsrichter Felix Brych deutete den Zweikampf als Foulspiel von Max und zeigte dafür zur Verwunderung aller dem Augsburger die Rote Karte. Uns Brych blieb zunächst trotz Kontakt mit Video-Schiedsrichter Michael Bacher bei seiner (falschen) Entscheidung. Max war schon in die Kabine getrottet, ehe sich Brych die Szene doch selbst ansah und seinen Fehler nach fast fünf Minuten doch noch korrigierte.

Max kehrte aufs Spielfeld zurück, der FCA durfte komplett weiterspielen. Das war bitter nötig, denn Leipzig machte weiter Druck. Doch der FCA hatte die richtige Antwort parat. In der 72. Minute reagierte Ruben Vargas nach einem verunglückten Freistoß von Max am schnellsten und zog aus rund 20 Metern ab. Der Ball schlug unhaltbar zum zu diesem Zeitpunkt überraschenden 1:1 (72.) ein.

Erzielte das 1:1: FCA-Angreifer Ruben Vargas (2.v.l.).
Bild: Matthias Schrader, AP, POOL, dpa

Punktgewinn war für den FC Augsburg lange in Reichweite

Ein Punktgewinn schien möglich, der Millionen wert gewesen wäre. Denn damit hatte der FCA in der Tabelle Köln und Mainz überholt, was sich beim TV-Geld positiv für den FCA ausgewirkt hätte. Doch dann kam Timo Werner. Einen weiten Pass nahm er geschickt an, drehte sich um Felix Uduokhai und schoss vorbei an Tomas Koubek zum 1:2 (81.) ein.

Der Videobeweis zeigte dann auch, dass Werner nicht im Abseits stand. Danach war die Partie gelaufen. RB Leipzig spielt nun irgendwann im August weiter in der Champions League, der FCA geht als Bundesligist in die Sommerpause.

FCA vs. RB Leipzig: Mit dieser Aufstellung spielte der FC Augsburg

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