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Coronavirus

17.03.2020

UEFA verschiebt Fußball-EM auf Sommer 2021

Die UEFA verlegt die Fußball-Europameisterschaft von 2020 auf 2021.
Bild: Facundo Arrizabalaga, EPA/dpa

Die EM 2020 wird wegen des Coronavirus um ein Jahr verschoben. Betroffen sind zwölf Gastgebernationen, 24 Teilnehmer und Millionen Fans.

Die Fußball-Europameisterschaft mit München als Spielort ist für diesen Sommer abgesagt worden. Neuer Termin für die Austragung des Turniers ist der 11. Juni bis 11. Juli 2021. Aufgrund der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verlegte die Europäische Fußball-Union das paneuropäische Turnier am Dienstag um ein Jahr. 

Die Mächtigen des europäischen Fußballs konferierten vor der Bekanntgabe des nicht überraschenden Ergebnisses mehrere Stunden. Einer Krisensitzung folgte die nächste, ehe das Unausweichliche feststand. Die Clubs und nationalen Ligen wie die Bundesliga drängten in der weltweiten Krise aber auf die Verlegung, um selbst mehr Zeit zur Abwicklung ihrer laufenden Spielzeiten zu gewinnen. Den endgültigen Beschluss fasste das UEFA-Exekutivkomitee.

Bundestrainer Joachim Löw: "Alternativlos, die Euro zu verschieben"

"Wir alle müssen die Gesundheit und das Leben von Menschen schützen, das gilt selbstverständlich auch für den Fußball. Deshalb ist es völlig richtig und alternativlos, die Euro zu verschieben", sagte Bundestrainer Joachim Löw. Inwieweit die UEFA die historische Endrunde im nächsten Jahr unter gleichen Voraussetzungen ausrichten will und kann, blieb zunächst offen. In der Münchner Allianz Arena sollten drei Gruppenspiele mit der deutschen Nationalelf sowie ein Viertelfinale stattfinden.

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"Die Verlegung der Euro 2020 ist unter den gegebenen Umständen ein richtiger und konsequenter Schritt. Wir alle lieben den Fußball. Aber im Angesicht der Pandemie müssen wir neue Schwerpunkte setzen", sagte Philipp Lahm, Geschäftsführer der DFB Euro GmbH und Botschafter für den Spielort München. Der frühere Bayern-Profi appelliert an alle, "die Weisungen der Gesundheitsbehörden genau zu befolgen. Wir können die Pandemie nur gemeinsam besiegen. Als Team."

Den Ligen haben nun über einen Monat mehr Zeit, um die derzeit ausgesetzte Saison doch noch unter einigermaßen regulären Umständen beenden zu können. Stichtag ist der 30. Juni, an dem normalerweise auslaufende Verträge enden. Die Deutsche Fußball Liga hatte am Montag verkündet, für die verbleibenden Partien auf Geisterspiele setzen zu wollen. Ob und wann der Spielbetrieb in Deutschland fortgesetzt werden kann, soll in der Woche ab dem 30. März entschieden werden.

EM-Eröffnungsspiel war für den 12. Juni in Rom terminiert

"So gerne wir nun gegen Italien und Spanien, insbesondere aber die Euro 2020 im Sommer mit unserer jungen Mannschaft und den drei tollen Heimpartien in München gespielt hätten, so alternativlos sind diese Entscheidungen im Moment", sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff. "Ich weiß, dass unsere Nationalspieler*innen in dieser schwierigen Situation auch Vorbilder sind: Vorbilder für Zusammenhalt, für Zuversicht und ganz besonders auch für Solidarität. Wir alle müssen uns einbringen."

Das EM-Eröffnungsspiel war für den 12. Juni in Rom terminiert. Italien gilt als Epizentrum der Coronaviruskrise in Europa. Aufgrund der rasanten Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 hatte die italienische Regierung am 9. März landesweite Sperr-Maßnahmen verhängt, die Weltgesundheitsorganisation WHO klassifizierte die Verbreitung von Sars-CoV-2 am 11. März als Pandemie. Sechs Tage später reagierte die UEFA.

Die Auswahl von Löw hatte sich als Gruppenerster für die EM qualifiziert. Als Gegner waren der DFB-Elf Frankreich, Portugal sowie der Gewinner einer Play-off-Partie zugelost worden. Eine "Hammergruppe", wie Löw befand. Die Nationalmannschaft wollte im Sommer Wiedergutmachung leisten für die desolate Weltmeisterschaft vor zwei Jahren in Russland, die für den Deutschen Fußball-Bund bereits nach der Vorrunde beendet war.

Coronavirus: Mehrere europäische Länder sind derzeit abgeriegelt

Der EM-Modus mit über den gesamten Kontinent verteilten Gastgeberorten war zur Feier des EM-Jubiläums gewählt worden, vorgeschlagen vom früheren UEFA-Präsidenten Michel Platini. Neben München und Rom wurden Amsterdam, Kopenhagen, Bilbao, St. Petersburg, Bukarest, Budapest, Baku, Glasgow, Dublin und London als Gastgeber ausgewählt. Die britische Hauptstadt bekam unter anderem beide Halbfinals und das Endspiel zugesprochen.

Die Nationalmannschaft wollte Mitte Juni ihr Basisquartier in Herzogenaurach beziehen, etwa zwei Stunden von der Münchner Arena entfernt. Auf dem Terminplan stand zudem ein Trainingslager ab Ende Mai in Österreich. Löw hätte bis zum 2. Juni seinen endgültigen Kader bei der UEFA melden müssen. Das erste deutsche Gruppenspiel gegen die Franzosen wäre am 16. Juni in München angepfiffen worden.

Das war in den vergangenen Tagen schier unvorstellbar geworden. Mehrere europäische Länder sind derzeit abgeriegelt, auch in Deutschland wurden massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen. Der Fußball rollt längst nicht mehr.

UEFA muss wohl das eigene Final Four der Nations League verschieben

Durch eine Verlegung in den Sommer 2021 muss sich die UEFA nun mit dem Weltverband FIFA arrangieren, der zu dem Zeitpunkt eigentlich die Premiere der millionenschweren Club-WM feiern will. Dieses Turnier war zuletzt auf 24 Mannschaften aufgestockt worden, ursprünglich sollten acht davon aus Europa kommen. Möglicherweise entsendet die UEFA im Gegenzug für eine Verlegung der Club-WM aber nun mehr Vereine. 

Zudem muss die UEFA wohl das eigene Final Four der Nations League verschieben, das im Juni stattfinden soll. Im Sommer 2021 soll zudem die Frauen-EM in England stattfinden, das Eröffnungsspiel ist allerdings erst für den 7. Juli terminiert. (dpa)

Über alle Entwicklungen rund um das Coronavirus informieren wir Sie in unserem Live-Blog.

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