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Corona-Pandemie
27.03.2021

Sexspielzeug, Aktien, Klopapier: Die Gewinner der Corona-Krise

In der Krise gibt es auch viele Unternehmen, die glänzende Geschäfte machen.
Foto: Sven Hoppe, dpa (Symbolbild)

Trotz Lockdown und Zwangsschließungen verdienen einige Branchen derzeit so gut wie nie. Ein Überblick.

Die Krise spaltet. Während viele Selbständige und Unternehmen um ihre Existenz bangen, erleben andere nie gesehene Umsatzsteigerungen. Hier lesen Sie, wer die Gewinner sind:

Baumärkte haben von der Krise stark profitiert.
Foto: Nicolas Armer, dpa

Heim & Garten

Viele Haushalte haben in Zeiten von Homeoffice und Reisebeschränkungen mehr Geld für Garten und Balkon ausgegeben. In der deutschen Gartenbaubranche haben die Betriebe laut dem Industrieverband Garten mit einem Umsatzplus von mehr als 9 Prozent "einen vermutlich auf lange Sicht nicht zu schlagenden Rekordumsatz von rund 20,7 Milliarden Euro" erzielt. Große Gewinner waren vor allem Bau- und Heimwerkermärkte.

Im Corona-Jahr 2020 haben sich viele Menschen für ein Haustier entschieden.
Foto: Benjamin Nolte, dpa

Haustiere

Die Zahl der Hunde, Katzen, Wellensittiche und sonstigen tierischen Mitbewohner in deutschen Haushalten stieg innerhalb von zwölf Monaten um fast eine Million auf knapp 35 Millionen. Das haben der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) und der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands (ZFF) ausgerechnet. Außerdem verwöhnten die Tierhalter ihre Lieblinge mehr als sonst. Ergebnis: Der Umsatz der Heimtierbranche stieg um gut 5 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro.

Sex-Spielzeuge sind derzeit stark nachgefragt.
Foto: Britta Pedersen, dpa

Sexspielzeug

Die Bestellzahlen bei Online-Erotikshops haben sich eigenen Angaben zufolge teils verdoppelt. Der Kondomfabrikant Ritex verzeichnet nach eigenen Angaben ebenfalls einen drastischen Umsatzanstieg. Auch beim Berliner Kondomhersteller Einhorn steigen die Verkaufszahlen demnach spürbar.

Privatanleger haben ihr Erspartes sehr oft an der Börse angelegt.
Foto: Frank Rumpenhorst, dpa

Fonds- und Aktienanlagen

Der deutsche Fondsmarkt hat 2020 mit 3850 Milliarden Euro ein neues Rekordvermögen erreicht. Nach Angaben der Bundesbank kauften private Haushalte allein im dritten Quartal per saldo Aktien und Investmentfondsanteile im Umfang von 20 Milliarden Euro – fast das Dreifache der durchschnittlichen Zukäufe der vergangenen zehn Jahre.

Sport zuhause ist plötzlich für viele Menschen ein Hobby geworden.
Foto: Christin Klose, dpa

Fitnessgeräte

Die Fitnessbranche hat mit Sportgeräten für zuhause im April fast doppelt so viel Umsatz gemacht wie im Jahr zuvor. Waren es im April 2019 noch 23 Millionen Euro, stieg dieser Betrag nun im gleichen Zeitraum auf 44 Millionen Euro, so der Deutsche Industrieverband für Fitness und Gesundheit. Bei kleineren Utensilien wie Matten oder Hanteln stieg der Umsatz sogar um 300 Prozent. Beim Fitnessgeräte-Anbieter Peloton explodierte der Umsatz im vergangenen Quartal im Jahresvergleich von rund 466 Millionen auf gut 1,06 Milliarden Dollar.

Wird zur Fertigpizza später ein bunter Salat serviert, ist schon viel gewonnen. Im Lockdown kommt das oft auf den Tisch
Foto: Jens Büttner, dpa

Bioprodukte und Tiefkühlpizza

Fast zwölf Milliarden Euro gaben die Deutschen nach Angaben des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) im vergangenen Jahr für Bio-Lebensmittel aus – ein Plus von rund zehn Prozent im vergleich mit 2018. Für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke gaben die Menschen insgesamt mehr Geld aus, weil sie einfach häufiger zuhause waren. Im Gesamtjahr stieg dieser Posten um 6,3 Prozent. Mit einem Anstieg um 3,0 Prozent für alkoholische Getränke hielt sich hingegen der befürchtete "Corona-Suff" bei gleichzeitig über Monate geschlossenen Bars und Kneipen noch in Grenzen. Dafür profitierte Tiefkühlkost. Das Unternehmen Eismann verzeichnete nach eigenen Angaben ein Umsatzplus von 34 Prozent im April. Ende März, zu Beginn der Einschränkungen, seien die Online-Einkäufe um bis zu 300 Prozent gestiegen. Konkurrent Bofrost meldete ebenfalls eine Verdopplung der Online-Umsätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dr. Oetker und Südzucker berichteten von einem steilen Anstieg der Nachfrage nach Tiefkühlpizza.

Hamsterkauf: Im März 2020 war Klopapier gefragt und plötzlich in vielen Läden knapp.
Foto: Rene Traut, dpa

Klopapier und Kartonagen

Die Produktion von Verpackungspapieren legte 2020 um 2,6 Prozent auf 12,4 Millionen Tonnen zu. Grund war die gestiegene Nachfrage nach Verpackungen für Lebensmittel und den Online-Handel. Hygiene-Papiere wuchsen um zwei Prozent. Die Hamsterkäufe bei Toilettenpapier hatten die Hersteller vor besondere Herausforderungen in Produktion und Logistik gestellt. 2020 wurden insgesamt 1,5 Millionen Tonnen Hygienepapiere hergestellt, etwa die Hälfte davon Toilettenpapier.

Kontaktloses Bezahlen mit Karte oder Smartphone hat sich unerwartet schnell verbreitet.
Foto: Lino Mirgeler, dpa

Finanzdienstleister und bargeldloses Zahlen

Laut einer repräsentativen Umfrage der Initiative Deutsche Zahlungssysteme gibt mittlerweile knapp jeder Zweite an, die letzten Einkäufe mit Karte beglichen zu haben. Und jeder Zehnte der 16- bis 29-Jährigen hat seine letzten Erledigungen sogar schon mit dem Smartphone bezahlt. Bereits jeder Zweite gibt außerdem an, schon einmal berührungslos bezahlt zu haben. 2019 waren es noch 30 Prozent. Fast die Hälfte der Befragten (44 Prozent) sagten, auch nach der Corona-Krise häufiger mit Karte zahlen zu wollen.

Mit Spielwaren haben sich viele Menschen im Lockdown die Zeit vertrieben.
Foto: Daniel Karmann, dpa

Spielwaren

Der deutsche Spielwarenmarkt verzeichnete 2020 ein Umsatzplus von rund neun Prozent. Der Teilbereich Brettspiele und Puzzles konnte gar um 21 Prozent zulegen. Auch der Markt für digitale Spiele hat deutlich zugelegt. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Gesamtumsatz mit Hard- und Software sowie dazugehörigen Online-Diensten nach Zahlen der Marktforscher GfK und App Annie um ein knappes Drittel (32 Prozent).

Per Online-Videokonferenz wird längst nicht mehr nur konferiert. auch Musikunterricht ist inzwischen digital.
Foto: Peter Kneffel, dpa

Software für Videokonferenzen

Zoom, Microsoft, Cisco, Teamviewer, Slack und Co – Unternehmen, die das Arbeiten und Lernen von zuhause ermöglicht haben, erlebten starkes Wachstum. Webex, das zu Cisco gehört, schaffte 1,35 Milliarden Dollar Umsatz. Der im MDax notierte Softwareanbieter Teamviewer steigerte den Umsatz um 17 Prozent auf 456 Millionen Euro. Zoom war an der Börse zwischenzeitlich rund 100 Milliarden Dollar wert – zehnmal mehr als beim Börsengang im Frühjahr 2019. (AZ, dpa)

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