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Ingolstadt

16.11.2019

Das steckt hinter dem Ingolstädter Bittbrief nach Berlin

Im März wurde der CityAirbus in Ingolstadt der Weltöffentlichkeit vorgestellt.
Bild: Luzia Grasser

Plus Urban Air Mobility soll für Ingolstadt die Zukunft sein. Aber die Entwicklung von Flugtaxis kostet Geld. Und in Frankreich wird massiv in die Initiative investiert.

Der Industriestandort Ingolstadt hat eine turbulente Woche hinter sich. Erst wendeten sich die IG Metall, der Oberbürgermeister und die Gesamtbetriebsratsvorsitzenden von Audi sowie Airbus Defence & Space an die Bundesregierung und bitten um Unterstützung für die Region. Dann teilte Audi mit, dass der Stadler-Nachfolger Bram Schot den Audi-Chefsessel im April für den früheren BMW-Einkaufsvorstand Markus Duesmann räumen muss.

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Während die Audianer an Wechsel im Vorstand immer mehr gewöhnt sind, bleibt der konzertierte Brief nach Berlin allerdings ziemlich ungewöhnlich. Wie berichtet, hatten sich die Unterzeichner des von der IG Metall Ingolstadt aufgesetzten Schreibens an Bundeskanzlerin Angela Merkel und an die Bundesminister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit und Bildung gewandt. Damit die Wirtschaftsregion gesund bleibe, benötige der Raum Ingolstadt in einer globalisierten Welt "mehr denn je die Unterstützung auf nationaler Ebene".

Es geht um ein Transformations-Kurzarbeitergeld, eine nationale Technologiestrategie und um die viel beachtete Urban Air Mobility Initiative (UAM).

Das steckt hinter dem Ingolstädter Bittbrief nach Berlin

In Ingolstadt werden innovative Mobilitätskonzepte für den Luftraum entwickelt

In Ingolstadt werden unter Beteiligung auch von Airbus innovative Mobilitätskonzepte für den Luftraum entwickelt und erforscht. Erst im März war der CityAirbus auf dem Ingolstädter Rathausplatz mit einer großen Show der Weltöffentlichkeit präsentiert worden. Noch diesen Herbst sollen erste Testflüge in Manching bei Ingolstadt starten.

In dem Schreiben nun hatte es geheißen, es seien "nationale Anstrengungen" notwendig, um diese Technologie in Deutschland "zu halten". In Frankreich, so hatte der mit der UAM-Initiative vertraute Ingolstädter CSU-Bundestagsabgeordnete Reinhard Brandl unserer Redaktion gesagt, werde "massiv" in UAM investiert. Man befürchte, langfristig die Technologie dorthin zu verlieren, in Toulouse, wo Airbus sein Frankreich-Werk hat, förderten Staat und Wirtschaft in den nächsten zehn Jahren einen Technologie-Park und mehrere Testfelder mit 113 Millionen Euro, so Brandl. Zum Vergleich: In Ingolstadt wurden im letzten Jahr 12 Millionen Euro für die UAM-Initiative eingesammelt.

Airbus: Standort für Entwicklung und Bau des CityAirbus steht nicht infrage

Ein Airbus-Sprecher sagte am Freitag auf Anfrage: "Der Standort für Entwicklung und Bau des CityAirbus ist Donauwörth und die Tests sollen wie geplant in Manching stattfinden. Das steht nicht infrage."

Wie zuvor bereits ein Regierungssprecher äußerten sich auch das Wirtschafts- und das Verkehrsministerium auf Nachfrage zunächst nicht zu dem Schreiben aus Ingolstadt. Man verwies aber unter anderem auf das von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer aufgesetzte "Förderprogramm für die Entwicklung und Erprobung von Drohnen und Flugtaxis".

Bernhard Stiedl, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ingolstadt, hält die Berliner Bemühungen aber für "zu zaghaft, wenn es darum geht, neue Technologien mit Anschubfinanzierungen zu unterstützen." Er will seinen Brief "Weckruf" verstanden wissen.

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