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Tag des Bieres
23.04.2021

Bier-Export: Auf ein schönes Helles in Guam

Muss schäumen: Ein gutes Bier.
Foto: Armin Weigel, dpa

Die Deutschen konsumieren weniger Bier. Stellt sich die Frage: Wer trinkt es dann?

Die Zeiten sind karg, ungesellig, wenig schäumend. Trotz des Frühlings. Und damit zum „Tag des deutschen Bieres“. Eigentlich ein Festtag, den man unbedingt mit ein paar Halben begießen sollte. Ganz gemütlich, abends unter den ergrünenden Kastanien, in ausgelassener Runde. Is’ aber nicht. Aus all den Gründen.

Zu dieser ohnehin schon unsüffigen Wahrheit gehört allerdings auch: Man hat sich hierzulande bereits vor Corona dem wohl deutschesten aller alkoholischen Kaltgetränke mehr und mehr entsagt. Lange vorbei sind jene überschäumenden Zeiten, als sich der gemeine Deutsche pro Jahr 150 Liter einschenkte. 1976 war das laut Deutschem Brauer-Bund. 2020 sind es noch 94,6 Liter pro Kopf. Man könnte einwenden, dass knapp zehn Kisten auch nicht nichts sind. Aber es ging halt schon mal mehr. Weshalb sich die Frage stellt: Wenn die Deutschen weniger Bier wollen, wem dürfen die Brauer denn sonst vielleicht ein paar Helle mehr hinstellen?

Italiener und Chinesen trinken viel deutsches Bier

Die Italiener trinken sehr viel deutsches Bier. Auch 2020 wieder.
Foto: Felix Hörhager, dpa

In 2020 wurden dem Statistischen Bundesamt zufolge rund 272.564 Tonnen deutschen Bieres nach Italien exportiert. Natürlich, so ein bierdimpfliger Gedanke, die Wiesn in München – Italiens nördlichster Großstadt – ist ausgefallen. Insofern ist da eine große Sehnsucht. Andererseits waren es 2019 rund 338.000 Tonnen, die über die Alpen in den Stiefel geschüttet wurden. Jedenfalls: Auf Italien können die deutschen Brauer hoffen. Was auch für China gilt. Die Chinesen retten nicht nur den deutschen Autobauern die Bilanzen, sondern ließen sich auch rund 169.317 Tonnen aus Fernwest eingießen. Macht 1,7 Millionen Hektoliter, macht 17 Millionen Kästen, macht 340 Millionen Halbe. Das ist natürlich ein schöner Rausch. Andererseits gibt es sehr viele Chinesen, weshalb da möglicherweise noch das ein oder andere Feierabendbier mehr drin wäre.

Sieben Hektoliter Bier gingen 2020 in den den Vatikan

Es gibt auch Länder, die hat man in Sachen Bier-Statistik gar nicht auf dem Deckel hat. Der Verband der Ausfuhrbrauereien Nord-, West- und Südwestdeutschlands notiert für die Vatikanstadt zum Beispiel im vergangenen Jahr sieben Hektoliter (alle aus Bayern übrigens laut Bayerischem Brauerbund) auf der Export-Liste. 2019 waren es noch 15. Und 2015 war man nach Angaben des statistischen Bundesamtes sogar bei 113 Hektolitern. Salopp gesagt: Papst Franziskus, der einem gewissen auf bayerischen Weißbierflaschen abgebildeten Mönch durchaus ähnlich sieht, dürfte öfter mal einen heben.

Auch wenn man in der römischen Kurie also weniger deutsches Bier konsumiert, ist dessen Ausfuhr ganz generell auch künftig für die deutschen und bayerischen Brauereien – Corona hilft nicht – besonders wichtig. Wie der Bayerische Brauerbund mitteilt, bleibt der Freistaat insgesamt das Bundesland mit dem mit Abstand höchsten Bierexport. Über 33 Prozent des aus Deutschland exportierten Bieres stammten 2020 aus Bayern. Bedeutet: Jedes dritte aus Deutschland exportierte Bier stammt aus einem bayerischen Sudkessel und reist danach weit um die Welt. Es geht zum Beispiel bis nach Guam im Westpazifik.

Muss aber nicht: Denn als gebürtiger Rheinländer hat man zur – nennen wir es innerdeutschen Bierausfuhrquote – einiges beigetragen. Von Preußen nach Bayern rollte während all der Jahre so manches Fass Päffgen. Prost.

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