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In der zweiten Leserunde wurde die spätere Regionalsiegerin vom Publikum tatkräftig unterstützt.

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Konzentriert und souverän – Landkreis-Siegerin Alina Schlötzer liest.

Wettbewerb
23.02.2017

Vorleser reißen die Zuhörer mit

Von Heike John

Schulsieger aus dem gesamten Landkreis treten im Meringer Gymnasium zum Regionalentscheid an.

Zwei Bücher in der Woche ist für sie normal. In sechs Schuljahren hat Alina Schlötzer eine enorme Lesefertigkeit erworben und gewann nun beim Regionalentscheid des Vorlesewettbewerbs.

Die Schülerin vom Deutschherren-Gymnasium in Aichach war aber nicht die Einzige, die das Publikum und die sechsköpfige Jury begeisterte. Zehn Sechstklässler aus Mittelschulen, Realschulen und Gymnasien des Landkreises präsentierten im Meringer Gymnasium Bestleistungen. Sie hatten sich bereits innerhalb ihrer Schulen qualifiziert und überzeugten nun das Publikum, dass es ihnen großen Spaß macht, in Bücher einzutauchen.

Dabei ging es nicht nur um eine geschulte Lesetechnik, sondern auch um die Fähigkeit, durch gutes Vorlesen die Zuhörer in die Geschichte mitzunehmen. In der ersten Runde durften die Teilnehmer bevorzugten Lesestoff präsentieren. Dieser Einblick war für die Jury, darunter auch Vertreterinnen der örtlichen Buchhandlung, der Bücherei und unserer Zeitung, interessant. Immer noch sind die Abenteuer der „Fünf Freunde“ der britischen Kinderbuchautorin Enid Blyton aktuell. Viele Mädchen sind nach wie vor Pferdefans, wie die zweimalige Auswahl des Buches zum Film Ostwind zeigte. Der einzige Junge, Marcel Schröder von der Volksschule Aindling, hatte sich für das Fantasy-Genre entschieden und las aus einem Band der Beast-Quest-Reihe.

Schon die guten Leseleistungen bei der ersten Runde mit dem Wahltext machten es den Juroren nicht leicht. In ihrer Urteilsfindung wurden die Erwachsenen vom letztjährigen Landkreis-Sieger, dem 13-jährigen Simon Rupp vom Gymnasium Mering, unterstützt. Richtig beseelt saß Heidemarie Brosche am Jurytisch und lauschte den Vorlesern. Die bekannte Buchautorin ist auch Lehrerin in einer Mittelschule und weiß, wie viele Schüler mit Lesen wenig am Hut haben und sich deshalb damit oft auch schwertun. „Diese zehn Vorleser hier bescheren uns ein unglaubliches Zuhörererlebnis“, schwärmte sie. Auch ihr Jurykollege Kaspar Spinner, emeritierter Professor und früherer Inhaber des Lehrstuhls für Didaktik der Deutschen Sprache und Literatur an der Universität Augsburg, war voll des Lobes. „Diese Schüler sind einfach professionell“.

Schon zu Beginn hatte die Meringer Achtklässlerin Johanna Henschel am Flügel die Gäste mit einem Musikstück begrüßt. Moderiert wurde der Vorlesewettbewerb von Deutschlehrerin Christine Neugebauer, die zusammen mit ihrer Kollegin Andrea Weh und dem stellvertretenden Schulleiter Florian Horak auch die Urkundenverleihung und Vergabe der Buchpreise vornahm.

Fünf Vorleser kamen in die zweite Runde und wurden mit einem Fremdtext quasi ins kalte Wasser geworfen. Über Louis Sachars Jugendroman „Löcher“ gebeugt bewiesen dann alle fünf am Mikrofon, dass das packende Vorlesen nicht nur auf ihrer guten häuslichen Vorbereitung beruhte, sondern eine tief sitzende erworbene Kulturtechnik ist. Ein wenig souveräner und durch das Spiel mit ihrer festen Stimme etwas mitreißenderer als ihre Konkurrentinnen wirkte dabei Alina Schlötzer und errang somit den Sieg. Auf ihre Chancen bei der Teilnahme am Bezirksentscheid am Mittwoch, 29. März, darf man gespannt sein.

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