Dienstag, 21. November 2017

12. Mai 2017 12:44 Uhr

FC Augsburg

Sitzt Feulner bald ohne den FC Augsburg da?

Der Vertrag des Routiniers läuft am Ende der Saison aus. Der Mittelfeldspieler macht sich keine Illusionen, dass es für ihn noch eine Zukunft in Augsburg gibt.

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Am Samstag bestreitet der FC Augsburg gegen Borussia Dortmund das letzte Heimspiel der Saison. Und die Mannschaft muss punkten. Die Stimmung aber ist gut - und die Kampfbereitschaft scheint zu stimmen.

Für Markus Feulner war vier Tage vor Heiligabend schon Bescherung. Endlich schien sich für den Mittelfeldspieler des FC Augsburg alles wieder zum Guten zu wenden, als ihn der damalige Interimstrainer Manuel Baum in der 73. Minute im Signal-Iduna-Park in Dortmund für Jan Moravek einwechselte. Am Ende hatte der FCA mit dem 1:1 einen unerwarteten Punkt bei der Borussia geholt.

Zwei Jahre (von 2009 bis 2011) hatte Feulner in Dortmund gespielt, wurde dort deutscher Meister. Jetzt deutete alles daraufhin, dass es dort für ihn einen Neustart beim FCA geben würde. Denn unter Baum-Vorgänger Dirk Schuster war Feulner außen vor. Keine Sekunde Einsatzzeit in der Bundesliga, deutlicher lässt sich seine Lage nicht dokumentieren. Unter Baum schien nun alles anders zu werden. Vielleicht sogar wieder so wie unter Markus Weinzierl. In der vergangenen Saison hatte Weinzierl Feulner noch für „unverzichtbar“ erklärt, bestritt Feulner 26 Spiele. Er war der Allrounder, bundesligaerfahren und auf fast allen Positionen ohne großes Bauchgrimmen einsetzbar.

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Fünf Monate später sitzt Feulner entspannt nach dem Vormittagstraining beim Interview. Weinzierl und Schuster sind längst Geschichte. Der FCA erwartet am Samstag (15.30 Uhr) in der ausverkauften WWK-Arena Borussia Dortmund zum letzten Heimspiel in dieser Saison. Nur zwei Punkte hat der FCA Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Markus Feulner wohl nur auf der Tribüne

Markus Feulner wird gegen seinen alten Verein aber wohl nur auf der Tribüne sitzen. Denn seine Hoffnungen, die in Dortmund aufkeimten, zerplatzten wie eine Seifenblase. Zu seinen 17 Einsatzminuten ist keine einzige mehr hinzugekommen. Auch Manuel Baum hat für ihn keine Verwendung mehr.

Feulner und der FCA werden wohl nach drei Jahren in wenigen Tagen getrennte Wege gehen. Sein Kontrakt läuft am 30. Juni aus, gesprochen hat Geschäftsführer Sport Stefan Reuter bisher nicht mit ihm. Das sei auch nicht nötig, sagt der Routinier: „Ich habe schon so viel im Fußball erlebt, ich bin 35, kann mich einschätzen. Mein Vertrag läuft aus. Ich weiß, dass der Verein umstrukturiert und die Mannschaft verjüngen will, dem möchte ich nicht im Wege stehen.“

In wenigen Worten fasst Feulner damit wohl auch den Gedankengang des FCA zusammen. Er kennt diese Situation. Bayern, Köln, Mainz, Dortmund, Nürnberg lauten seine Stationen. Feulner war nirgends ein Star, aber immer ein verlässlicher Arbeiter. Einer, der wichtig für das Gefüge ist, aber auch einer, auf dem man am ehesten verzichten kann. So läuft es jetzt auch beim FCA.

Feulner sieht das realistisch, ohne Sentimentalitäten. Das für ihn so enttäuschende letzte Jahr bilanziert er so: „Es waren und sind andere Trainer mit anderen Strategien tätig. Sie haben sich für andere Spieler entschieden. Das ist im Profifußball so. Manchmal steht man im Fokus, manchmal nicht. Da war auch keine Aussprache nötig.“

Seine Immobilie im Augsburger Stadtteil Spickel hat er noch nicht gekündigt. Er kann sich damit auch Zeit lassen. Augsburg ist für ihn und seine Frau Nadine, 34, und seine Kinder Nala, 6, und Mila, 4, zur Heimat geworden.

Zudem verschieben sich die Transferaktivitäten immer weiter nach hinten. Feulner wird sich gedulden müssen. Er wird nicht zu den Top-Transfers gehören.

Feulner fühlt sich fit

Aber an ein Karriereende denkt er auch nach 341 Bundesligaspielen und zwei Meisterschaften mit Bayern und Dortmund nicht. „Es gibt immer wieder Spieler, die überraschen und länger spielen. Bestes Beispiel ist Zé Roberto, der mit 41 immer noch in der ersten Liga in Brasilien spielt. Ich fühle mich körperlich stärker als vor zehn Jahren. Man ist im Umgang mit seinem Körper einfach ein Stück weiser geworden.“

Trainer Baum wäre wohl froh, wenn alle seine Profis so austrainiert wie Feulner wären. Der fühlt sich auf jeden Fall so fit, „dass ich jederzeit und auch noch lange in der Bundesliga spielen kann. Ich denke, ich kann dem einen oder anderen Bundesligisten schon noch weiterhelfen.“ Der Markt wird schon sondiert. „Man spricht mit seinem Berater, das ist doch klar. Aber Einzelheiten möchte ich nicht nennen“, sagt er und schmunzelt. Vor Wochen ploppte schon einmal das Gerücht auf, dass Feulner wieder zum Club zurückkehren könnte. Dazu sagt der gebürtige Franke nur: „Über Spekulationen rede ich nicht.“

Er will sich auch nicht vom Abstiegskampf mit dem FCA ablenken lassen. Das ist ihm wichtig. Feulner ist keiner, der alles widerspruchslos hinnimmt. Er ist aber einer, der bis zum letzten Arbeitstag loyal ist. „Wir sind alle in der gleichen Situation. Wir wollen gemeinsam den Klassenerhalt erreichen. Da ist es einfach wichtig, dass man an einem Strang zieht, und es gehören auch nicht nur elf Spieler dazu, sondern der ganze Kader.“

Charaktere wie Feulner haben den FCA die letzten Jahre geprägt. Auch deshalb hat der FCA bisher alle Klippen imm wieder umschifft. Spielt darum im sechsten Jahr in Folge in der Bundesliga. Feulner ist überzeugt, dass es auch diesmal gelingt, die Klasse direkt zu halten. Auch ohne ihn. Er sagt bestimmt: „Die Nicht-Abstiegsfeier möchte und werde ich auf jeden Fall noch mitnehmen.“

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Ein Artikel von
Robert Götz

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


FCA-Trainer
Ist Manuel Baum der Richtige?


Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg ist Klaus Hoffmann. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Peter Bircks und Stefan Reuter. Der FCA trägt seine Heimspiele in der  30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

Der Spielplan des FC Augsburg 2017/16

Die Torschützenkönige der Bundesliga