Newsticker
Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise schon am Dienstag
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. In Augsburg werden bayernweit die meisten Corona-Bußgelder verhängt

Augsburg

23.12.2020

In Augsburg werden bayernweit die meisten Corona-Bußgelder verhängt

In Augsburg herrscht eine Ausgangssperre ab 21 Uhr. Wer dagegen verstößt, muss 500 Euro zahlen.
Bild: Anette Zoepf (Symbolbild)

Plus Im Bayern-Vergleich steht Augsburg bei Corona-Anzeigen an der Spitze. Doch ein Gesamtbild gibt es noch nicht. Hunderte Menschen wehren sich gegen die Bußgelder.

Es kann schon richtig teuer werden. 500 Euro, wenn man die nächtliche Ausgangssperre missachtet und ab 21 Uhr ohne triftigen Grund auf der Straße ist, 5000 Euro für Veranstalter einer illegalen Party. Wer gegen Corona-Regeln verstößt, muss unter Umständen enorm hohe Summen aufbringen. Hunderte Menschen wehren sich dagegen alleine in Augsburg, seit Monaten laufen die Verfahren vor dem Amtsgericht. In der Stadt liegt die Zahl der Anzeigen wegen derartigen Ordnungswidrigkeiten im bayernweiten Vergleich recht hoch, wie ein Blick auf die vier größten Städte des Freistaats zeigt. Ein Bild, das sich bereits vor Monaten abzeichnete, aber nicht mehr ganz so eindeutig ist wie noch im Sommer. Wir geben einen Überblick über die Entwicklung.

Die Stadt Augsburg hat seit Beginn der Corona-Krise 4087 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Einschränkungen erfasst, 1400 mehr als im Sommer. Sie stammen von der Polizei und dem städtischen Ordnungsdienst. Damit sind in der Stadt zwar deutlich weniger derartige Fälle festgestellt worden als in München, wo es bislang etwa 14.000 Anzeigen zu Corona-Verstößen sind, wie die dortigen Behörden auf Anfrage mitteilen – gemessen an der Einwohnerzahl allerdings relativiert sich diese Zahl. München ist mit seinen knapp 1,5 Millionen Einwohnern gut fünf Mal so groß wie Augsburg (rund 300.000), hat aber bislang nur 3,5 Mal so viele Corona-Bußgelder aufgenommen.

Corona-Krise in Augsburg: So viele Bußgelder werden verhängt

Deutlich fällt auch der Unterschied im Vergleich zu Nürnberg aus. Nürnberg, um mehr als 200.000 Einwohner größer als Augsburg, hat nach Auskunft der dortigen Verwaltung bislang 4500 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Infektionsschutzbestimmungen gesammelt, also nur etwa 500 mehr als in Augsburg. Regensburg, mit knapp 153.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Bayerns, hat bislang 1580 derartiger Anzeigen erfasst, auch hier also pro Einwohner erheblich weniger als in Augsburg.

Nun zeigen diese Zahlen zwar in eine gewisse Richtung, ergeben aber noch kein eindeutiges oder abschließendes Bild. Das liegt unter anderem daran, dass die Anzeigen von unterschiedlichen Behörden stammen, etwa Polizeidienststellen und Ordnungsdiensten, und bei den jeweils zuständigen Bußgeldstellen auf unterschiedliche Art eingehen können. Manchmal werden sie etwa für einen bestimmten Zeitraum gesammelt und dann übergeben, manchmal kommen sie erst mit größerer Verzögerung rein. Im Sommer, als unsere Redaktion erstmals die Corona-Bußgelder in den vier größten bayerischen Städten verglichen hat, war die Tendenz, dass in Augsburg verhältnismäßig viele Bußgelder ausgesprochen werden, noch erheblich eindeutiger. Ein Gesamtbild wird es erst nach Ende der Corona-Krise geben können.

Corona-Bußgelder: So viel Geld nehmen die Kommunen ein

In den Kommunen gibt es bei der Erfassung und Bearbeitung der Anzeigen und Bescheide teils Unterschiede und Besonderheiten, was eine Vergleichbarkeit erschwert. In Augsburg etwa ist im Juli die Bearbeitung der Corona-Ordnungswidrigkeitenanzeigen vom Verkehrsüberwachungs- und Ordnungsdienst an das Gesundheitsamt abgegeben worden, das erst seit Kurzem die bearbeiteten Bescheide verschickt. Was dazu führt, dass die Gesamtsumme der verhängten Bußgelder in der Stadt, etwa 370.000 Euro, sich seit dem Sommer nicht groß verändert haben dürfte, was in wenigen Wochen wiederum ganz anders aussehen kann. Derzeit, sagt Umweltreferent Reiner Erben (Grüne), in dessen Zuständigkeit das Gesundheitsamt fällt, arbeiteten acht Personen an der Bearbeitung der Bescheide. Erben rechnet damit, dass die Summe der noch zu verhängenden Bußgelder bei rund 300.000 Euro liegen könnte. Damit würde sich die Gesamtsumme auf etwa 670.000 Euro erhöhen. In München sind es derzeit 1,75 Millionen Euro, in Nürnberg 496.000 Euro, in Regensburg 169.110 Euro.

Wenn Menschen die Bußgeldbescheide nicht akzeptieren wollen, können sie dagegen Einspruch einlegen. Ein Schritt, der innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung erfolgen muss und oft in ein Verfahren vor dem Amtsgericht mündet. Zwar landet der Fall nach einem Einspruch zunächst zwar wieder bei der zuständigen Verwaltungsbehörde. Ist diese aber weiterhin davon überzeugt, dass der Bescheid korrekt war, leitet sie den Fall über die Staatsanwaltschaft an das zuständige Amtsgericht weiter. Beim Augsburger Amtsgericht sind seit Beginn der Corona-Krise 293 derartiger Verfahren eingegangen. Die meisten davon sind schon abgeschlossen worden. Nach Auskunft eines Sprechers sind noch 37 offen.

Lesen Sie auch den Kommentar: Die Corona-Bußgelder sind ein Reizthema – und zum Teil unverhältnismäßig

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

31.12.2020

nun ja in den meisten der hier zu lesenden Kommentaren spiegelt sich weiter warum die infektionszahlen so hoch sind ! jeder glaubt er macht alles richtig und die Politiker und alle die einer anderen Meinung sind wollen sie nur unterdrücken !! Leute fangt doch mal endlich an zu denken ! und vor allem legt doch mal die große Krankheit der Deutschen ab auf jeden und alles neidisch zu sein !! ich wünsche allen ein gutes ,gesundes neues Jahr in frieden , vor allem ohne Radikalismus egal ob von rechts oder links .

Permalink
25.12.2020

Aber im Call-Center 200 Menschen dicht an dicht...in den Arbeitsumgebungen wird das Virus weitergegeben...aber das würde ja zuviel kosten. Dann lieber von 21-5 Uhr die Menschen einsperren. Für solchen Blödsinn brauch ich keine Politiker

Permalink
23.12.2020

@HARALD V
Im Großraum Augsburg in den Supermärkten u. a habe ich fast keine Securitiy gesehen. Bei meinen Einkäufen nur bei Rossmann, Segmüller und Metro. Zur Temperaturmessung: Ich kann da wieder nur das Beispiel Taiwan heranziehen. Ab einer Temperatur von 38° wird man abgewiesen. Hier geht es nicht um Zehntel Grad Messungen. Taiwan hat Stand heute bei 23 Mio. Einwohnern und einer Größe von der Fläche Baden-Württembergs (ca. 35.000 qkm) seit Ausbruch der Pandemie 770 Infizierte Fälle (aktuell 135) und 7 (!) Tote.
Da wurden meine oben beschriebenen Maßnahmen ab dem Bekanntwerden des Virus bei allen öffentlichen Einrichtungen, Restaurants, Einkaufszentren und Supermärkten durchgeführt, von der Maskenpflicht ganz zu schweigen, das ist dort sowie üblich. Keinerlei Lockdowns. Da wird auch immer wieder auf diese Maßnahmen hingewiesen, dass eben hauptsächlich dadurch der Ausbruch in Grenzen gehalten werden kann.

Permalink
23.12.2020

@RAIMUND KAMM
Lieber Herr Kamm, um die Zahl der Kontakte zu verringern, bedarf es keiner Ausgangssperre nach 21:00! Wer da jemanden treffen will, macht das eben vorher! Bars, Restaurants, Cafés etc. sind eh geschlossen. Ansonsten meine Empfehlung wie bereits weiter unten beschrieben. Meiner Meinung nach weitaus effektiver
"In den Supermärkten, Discountern und anderen, geöffneten Einrichtungen getrennte Ein- und Ausgänge, Kontrollen am Eingang zur Maskenpflicht, Desinfektion und Temperaturkontrolle, ansonsten kein Einlass. Entzerrung des Berufsverkehrs, dichterer Takt zu Stoßzeiten (ÖPNV). Warum kann man das nicht vorschreiben?"

Permalink
23.12.2020

In seinem Kommentar zum Thema schreibt Herr Kandzora abschließend: "Die Politik reglementiert das Private immens, für das Arbeitsleben git das nur bedingt...Auch das ist nicht gerade gerecht."
Wir könnten es natürlich auch umgekehrt machen: Die Fabriken und Büros schließen, und alle gehen nach Hause, wo sie privat feiern. Dann braucht Herr Kandzora auch keine Kommentare mehr zu schreiben. Die Frage ist nur, wer das hinterher bezahlt. Und wovon.

Permalink
23.12.2020

Jede Medaille hat zwei Seiten. Alles schwarz und weiß zu sehen bringt hier nichts. Meiner Meinung nach braucht man mehr Einschränkungen im Arbeitsleben. Denke das war auch die Intension des Kommentars...

Permalink
23.12.2020

Ausgangssperre 21:00-05:00 wegen Infektionsschutz! Das muss man mal erklären, dass man nachts aus Infektionsschutzgründen das Haus/Wohnung nicht verlassen darf! Für wie blöd halten uns eigentlich die Politiker? Tagsüber besteht eine Ausgangsbeschränkung, der Einzelhandel ist, mit Ausnahme zur Beschaffung lebensnotwendiger Artikel, geschlossen.
In den geöffneten Supermärkten, Discountern, usw. dagegen ist ein reges, unkontrollierte Kommen und Gehen. Keierlei aktive und schützenden Maßnahmen wie getrennte Ein- und Ausgänge, Kontrollen am Eingang zur Maskenpflicht, Desinfektion und Temperaturkontrolle, ansonsten kein Einlass. Entzerrung des Berufsverkehrs, dichterer Takt zu Stoßzeiten (ÖPNV). Warum kann man das nicht vorschreiben? Ist eine Bußgeldandrohung (z-.B. Maskenpflicht im Freien!) und Verhängung wichtiger?

Permalink
23.12.2020

In geöffneten Dicounter und Supermärkte wird in der Regel durchaus darauf geachtet. Teilweise steht dort Security am Eingang. Und wie der Vorfall im Langweider Disounter belegt, nicht umsonst.
https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/Wegen-Corona-Regeln-Schubserei-in-Langweider-Supermarkt-id58788556.html
Übrigens haben die meisten Discounter schon immer getrennte Ein- und Ausgänge. Die Temparaturkontrolle ist eher wirkungslos weil Stirnmessungen sehr ungenau sind. Wa sist eigentlcih mit der EIgenverantwortung des mündigen Bürgers?

Viele Leute haben trotz der Maßnahmen nicht begriffen, dass die ZAHL DER KONTAKTE möglichst zu reduzieren und nicht auf andere Uhrzeiten oder irgendwelche Konstruktionen zu wählen, um möglichst viele legal treffen zu können.

Südkorea ist gerade in der 3. Welle (nach Frühling und Augsut). Diese türmt sich dort gerade richtig auf.
https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=Coronazahlen+S%C3%BCdkorea
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1101418/umfrage/fallzahl-des-coronavirus-in-suedkorea/

Mit der neuen Versionaus England (angeblcih 70% ansteckender), die zweifellos bereits hier in Deutschland schon ist, dürfte die 3.Welle nicht mehr vermeidbar sein. Im Gegenteil. Zu befürchten ist leider, dass wenn diese sich ausbreitet, die Zahlen erst richtig in die Höhe gehen und wir von 200 oder 250 träumen werden. Es ist vermutlich nur eine Frage wann. Mit der Grenzschließung nach UK gewinnt man nur etwas Zeit. Mehr nicht. Wenn weiterhin die Anzahl der Kontakte (auch an Weihnachten und SIlvester!!!) nicht freiwillig reduziert wird, wird man mit einer ganztägig Ausgangssperre rechnen müssen. Dann wird es nicht mal mehr möglich sein, am Nachmitag spazieren zu gehen. Oder wie teilweise auch praktiziert. Jede Altersklasse bekommt ihre Ausgehzeiten am Tag.

Beim ÖPNV stellt sich auch die Frage, wer die Trams und Busse fahren soll? Insbesondere wenn das Personal coronabedingt (Erkrankung oder Quarantäne) ausfällt.

Leider nehmen immer noch nicht die Lage als ernst an. Die zahlreichen Aufrufe verhallen bei einen nicht unerheblichen Teil.
Die Lageberichte und teilweise Hilferufe aus Krankenhäuser als Panikmache abgetan.
Eigentlich wären viele Maßnahmen und auch die Bußgelder überflüssig.

Permalink
23.12.2020

(edit/mod/NUB 7.3/Bitte kommentieren Sie sachlich!)

Permalink
23.12.2020

Ich für harte Strafen bei Coronaverstößen, aber die Regelung um 21:00 bis 5:00 gehört gerichtlich überprüft oder gleich abgeschafft.
Diese Regelung hat nichts mit Infektionsschutz zu tun! Ob ich am 8, 9, 10 oder 11 daheim bin was juckt das das Virus.
Ich beobachte im Verwandten und Freundeskreis das mehr übernachtet wird, weil man nicht mehr heim kommt, da entstehen für mich mehr Coronafälle!!!

Permalink
23.12.2020

Wenn die Politik Dinge beschließt, die dem gesunden Menschenverstand widersprechen, braucht sie sich nicht darüber wundern, wenn niemand die Regeln ernst nimmt. Auf jeden, der einen Bußgeldbescheid bekommt, kommen meiner Meinung nach mindestens zehn, die man nicht erwischt. Druck und Strafe sind keine überzeugenden Mittel.

Permalink
23.12.2020

Auch ich fühle mich unbehaglich, dass ich nach 21 Uhr nicht mehr das Haus verlassen darf.
Doch eine Hauptmaßnahme zur Seucheneindämmung ist es, die ZAHL DER KONTAKTE zu verringern.
Und dazu wurde diese Ausgangssperre verfügt. So werden viele MitbürgerInnen jetzt Besuche und Treffs
sein lassen, da sie ja um 21 Uhr schon wieder zuhause sein müssen.

Was schlagen Sie vor, wie der Staat dafür sorgen soll, die ZAHL DER KONTAKTE zu verringern?

Raimund Kamm

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren