Neue Bahnhofsvorplätze in Augsburg lassen auf sich warten
Augsburg
Neue Bahnhofsvorplätze in Augsburg lassen auf sich warten
Den Innenstadt-Platz benötigt die DB bis 2030 als Baulager für die Bahnsteigsanierung. Zum Thelottviertel hin wird die Stadt womöglich neu planen müssen.
So sieht der Bahnhofsvorplatz im Westen aktuell aus. Die aus dem Tunnel herauskommenden Bahngleise liegen links hinter einem Bauzaun.Foto: Marcus Merk
Der Bau des Bahnhofsvorplatzes am Westausgang des Augsburger Bahnhofstunnels wird noch länger auf sich warten lassen. Ein Bau parallel zu den frühestens ab Mitte 2026 vorgesehenen Tram-Gleisarbeiten in der Rosenaustraße ist ausgeschlossen, weil die Stadt die bisherigen Planungen für den Platz womöglich über den Haufen werfen muss. Zudem werden die bisher zurückgelegten 13 Millionen Euro für die beiden Bahnhofsvorplätze für dringlichere Maßnahmen benötigt.
Man werde sich über den Platz ab 2027 nochmal Gedanken machen müssen, wenn die Tram aus dem Tunnel fahren kann, so Baureferent Steffen Kercher (parteilos). Für den Innenstadt-Bahnhofsvorplatz - das war bisher schon klar - gibt es erst im kommenden Jahrzehnt eine Perspektive, weil die DB das Areal bis 2030 als Lagerfläche für die Erneuerung von Südtunnel und Bahnsteigdächern benötigen wird. Vorgesehen ist eine Neupflasterung des Platzes mit Rad-/Autoparkplätzen an den Seiten unter Baumbestand.
Die Stadt hatte den West-Platz zur Eröffnung des Fußgängerbahnhofstunnels vor einem guten Jahr provisorisch hergerichtet, sodass er funktioniert. Um radelnden Bahnpendlern aus dem Westen etwas bieten zu können, stellte die Stadt 400 teils überdachte Abstellplätze vor einer kahlen Bohrpfahlwand zur Verfügung, der aus dem Tunnel ragende Gleis-Stutzel ist mit einem Bauzaun abgesperrt. Die Platzgestaltung - Bäume, Sitzstufen, Wasserspiel - wurde zurückgestellt, weil angesichts der fehlenden Sicherheit zum westlichen Gleisanschluss unklar war, wie die Gleise genau über den Platz laufen werden.
Die Illustration zeigt den Entwurf für den westlichen Bahnhofsvorplatz. Rechts ist das geplante Fahrradparkhaus zu sehen.Foto: schneider+schumacher
Inzwischen wollen die Stadtwerke das Baurecht durch die Rosenaustraße wahrnehmen, sodass auch die Gleislage klarer wird, angesichts der noch fehlenden Umsetzungsplanung schlägt die Stadt aber vor, die Fläche vorerst so zu lassen. Denkbar sei allenfalls ein Kiosk. Baureferent Kercher sagte, bis 2028/29 wolle man wissen, wie man weiter vorgehen könnte. Die bisherigen Vorentwürfe waren von einer Gleisführung durch die Hörbrotstraße ausgegangen, von der sich die Stadtwerke aber verabschiedet haben. Mit der Trassierung durch die Rosenaustraße müssen die Gleise auch auf dem Platz anders gelegt werden, um die Kurvenradien hinzubekommen. „Wir müssen schauen, ob der bestehende Entwurf anpassbar ist oder ob man was Neues braucht.“ Kercher verwies auch darauf, dass die Idee, eine Tram über einen öffentlichen Platz zu führen, einerseits charmant sei, andererseits auch Probleme im Betriebsablauf mit sich bringe.
Die Rosenaustraße (hier der Blick von der Einmündung Schießstättenstraße aus in Richtung Norden) soll einen neuen Straßenbelag bekommen.Foto: Anna Kondratenko
Gewissermaßen im Windschatten der Tramgleis-Baustelle, die von den Stadtwerken bezahlt wird, muss die Stadt einige Maßnahmen mit einem Volumen von etwa neun Millionen Euro angehen, für die jetzt das Geld aus den Bahnhofsvorplatz-Rücklagen benötigt wird. Der Stadtrat stimmte dem am Donnerstag zu. Dazu zählen mehrere Kreuzungsumbauten, zuvorderst der Knotenpunkt Rosenau-/Pferseer Straße, der künftig eine abbiegende Tram tragen muss. Zudem soll die Rosenaustraße zwischen Schießstättenstraße und Schlettererstraße saniert werden, wenn für den Gleisbau ohnehin gesperrt werden muss. Auch in der Pferseer Straße soll der Belag erneuert werden, möglicherweise gibt es stadteinwärts einen Radweg-Abschnitt. Zudem soll an der Einmündung Schlettererstraße/Rosenaustraße die provisorische Ampel durch eine feste Ampel ersetzt werden, die auch Fußgängern und Radlern das Queren erlaubt. Im weiteren Verlauf soll auch der Knoten östlich der Schlettererunterführung (hier sind viele Schüler des Fugger-Gymnasiums unterwegs) umgestaltet und sicherer gemacht werden.
Geplant ist im Drumrum-Paket zum Trambau zudem, am Innenstadt-Bahnhofsvorplatz am Stellwerk eine kleine Fläche als Ausfahrt für Regionalbusse herzurichten, bevor die DB mit der Südtunnelsanierung beginnt. Dann würden sich die Arbeiten gegenseitig behindern. Wie berichtet soll neben dem Bahnhofs-Parkhaus auf der alten Ladehoffläche ein Regionalbusterminal gebaut werden. Die Busse werden über die Ladehofstraße zu den Bussteigen fahren und das Terminal dann über den Bahnhofsvorplatz verlassen. Laut Kercher ist ein Baubeginn für das Busterminal 2026 denkbar.
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