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Silberdistel
29.06.2023

Förderverein rettet Freibad Seltmans vor dem sicheren Aus - und schafft es damit in die "Tagesthemen"

Sie sind nur ein kleiner Teil der über 400 Vereinsmitglieder, die sich der Rettung des Freibads von Seltmans verschrieben haben. Die Nachricht vom Aus des maroden Bades hat eine Dynamik ausgelöst, in deren Folge die Sanierung ehrenamtlich angepackt wurde. Endgültig gerettet ist das Bad trotzdem noch nicht. Foto: Ralf Lienert
Foto: Ralf Lienert

Den Menschen im Oberallgäuer Seltmans liegt ihr Bad besonders am Herzen. Als das Aus drohte, wurden sie aktiv - und das sorgte bundesweit für Aufsehen.

Die Aussichten waren alles andere als gut. Tatsächlich stand das Freibad Seltmans bereits vor dem sicher scheinenden Aus. Doch die Menschen in dem kleinen Oberallgäuer Dorf südlich von Kempten gaben ihr geliebtes Bad nicht auf: Sie packten an, organisierten sich und nahmen die Sache selbst in die Hand. Noch ist das Bad nicht endgültig gerettet, doch ist schon viel erreicht. Und genau dafür erhalten die vielen Ehrenamtlichen des Fördervereins Freibad Seltmans nun die Silberdistel unserer Zeitung, eine Auszeichnung für besonderes bürgerschaftliches Engagement.

Die Fakten waren eigentlich eindeutig: mehr als drei Millionen Liter Wasserverlust 2021, im Folgejahr noch mehr. Löchrige Rohre, marode Becken. Und dann noch die Diskussion über ein womöglich sogar günstigeres Ersatzbad im Nachbarort. Aber das Leben besteht eben nicht nur aus Zahlen; und die Menschen in dem Weitnauer Ortsteil Seltmans haben eine besondere Beziehung zu ihrem Bad. Seit 1934 existiert es, dementsprechend hat quasi jeder, der hier lebt, im Freibad das Schwimmen gelernt. Kinder treffen sich nach der Schule dort. Das funktionierte früher wie heute auch ohne Absprache per Smartphone; im Bad ist immer jemand, erzählt Vereinsmitglied Leonhard Kristen, 71.

Freibad Seltmans stand bereits kurz vor dem Aus

Nach wie vor ist das Bad der Treffpunkt schlechthin im Dorf. Hier ratscht man im Sommer mit Menschen, die man den ganzen Winter über nicht sieht, sagt Petra Zoltke, 55. Das Bad gehöre einfach zum Ort – genauso wie der Skilift, den vor einigen Jahren ebenfalls Bürgerinnen und Bürger mit einer neuen Genossenschaft gerettet haben. Irmgard Weber, 66, beispielsweise kommt oft gleich zweimal am Tag ins Freibad: „Morgens treffe ich hier andere Leute als abends“, erklärt sie. Bei besonders netten Gesprächen schwimme sie gern eine Runde extra.

Familien mit kleinen Kindern nutzen das Bad ebenso wie Schulklassen, Jugendliche und Senioren. Auch Niklas Hueber, 27, der mittlerweile in Bayreuth studiert, trifft sich bei Besuchen in der Heimat mit alten Freunden natürlich im Freibad. Einen anderen Treffpunkt gibt es in dem Dorf nicht mehr, sagt Klaus Wimmer, 50.

Ganz klar: Die Bedeutung des Freibads für die Seltmanser geht weit über den Gesundheitssport und die überlebenswichtigen Schwimmkurse hinaus. Wie tief diese Beziehung reicht, zeigte sich in den Reaktionen auf die Nachricht vom drohenden Ende.

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Der bis dahin lose Förderkreis formierte sich im Sommer 2022 als Verein – über 400 Mitglieder zählt er mittlerweile, darunter Vereine und selbst Auswärtige. Das Freibad mobilisiert. Zum Vergleich: In dem Ort leben nur 833 Menschen.

Gelände umgegraben und Leitungen verlegt: Förderverein legt sich ins Zeug

Sobald der Verein gegründet war, gewährte der Gemeinderat Weitnaus dem Bad eine Gnadenfrist: Die Ehrenamtlichen erhielten Geld und packten an. Bis zum ersten Frost hatten sie beinahe das gesamte Freibadgelände umgegraben und neue Leitungen verlegt. Ein Nachbar übernahm die Baggerarbeiten, hunderte Stunden ehrenamtlicher Arbeit kamen zusammen. Allein das zu bezahlen, hätte vermutlich ein Loch in die Gemeindekasse gerissen. Am Ende des Jahres 2022 dann die erlösende Nachricht: Der Wasserverlust ist eingedämmt.

Gerettet ist das Freibad damit aber noch nicht: Thomas Dölle mahnt zu Zurückhaltung. Dem Vorsitzenden des Vereins ist das Freibad eine Herzensangelegenheit. Gleichzeitig strahlt er eine unprätentiöse Haltung aus, die zu sagen scheint: Es hilft halt nichts – das Bad muss bleiben, also packen wir an. Das hat ihn und seine Mitstreitenden schon in bundesweite Fernsehsendungen gebracht, ja sogar bis in die „Tagesthemen“.

So schaffte es das Projekt in Seltmans in die "Tagesthemen"

Trotz der großen Aufmerksamkeit wird Dölle nicht müde zu betonen: Nur der erste Schritt ist geschafft, das Bad ist abgedichtet. Viele weitere Arbeiten sind allerdings nötig, um das Bad wirklich für die Zukunft zu sichern. Und damit Investitionen. Was genau und in welcher Höhe, das lässt der Verein gerade untersuchen. Dölle geht von Kosten für die Gemeinde von etwa einer Million Euro aus. Ein Damoklesschwert, das weiterhin über dem beliebten Bad hängt.

Doch auch hier warten die Seltmanser nicht schicksalsergeben ab. So sammelt beispielsweise Katharina Kammermeier, 39, Informationen über mögliche Fördertöpfe; im Juli soll ein Sommerfest Geld einbringen. Jedes Wochenende werden im Bad Kuchen auf Spendenbasis verkauft. So schnell gibt Seltmans eben nicht auf. 

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