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Gehalt: Wie lange muss man in der aktuellen Krise für einen Liter Sprit arbeiten?

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Gehalt: Wie lange muss man in der aktuellen Krise für einen Liter Sprit arbeiten?

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    Tanken wird immer teurer. Wie lange Arbeitnehmer für einen Liter Benzin arbeiten müssen, zeigt eine neue Auswertung.
    Tanken wird immer teurer. Wie lange Arbeitnehmer für einen Liter Benzin arbeiten müssen, zeigt eine neue Auswertung. Foto: m.mphoto, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Der Krieg in Nahost hat auch auf das alltägliche Leben von Menschen in Deutschland Auswirkungen: Steigende Heizöl-, Gas- und Spritpreise, gestrichene Flüge und unsichere Urlaubsplanung sowie sinkende Aktien sind nur einige davon. Und sie betreffen häufig direkt den Geldbeutel der Verbraucher. Die Spritpreise liegen aktuell auf einem sehr hohen Niveau, informiert der ADAC. Der Iran blockiert eine der wichtigsten Handelsrouten für Öltanker, die Straße von Hormus, was den Ölpreis in die Höhe getrieben hat. Laut dem Automobilclub liegt der Preis für einen Liter Diesel derzeit bei 2,316 Euro, für Super bei 2,107 Euro je Liter (Stand: 31. März 2026) – damit erreichten beide Kraftstoffe einen Jahreshöchststand.

    Doch während Spritpreise und weitere Lebenshaltungskosten steigen, bleibt das Gehalt von Arbeitnehmenden meistens gleich und verliert laut Experten sogar an Wert: Man kann sich für das gleiche Einkommen schlicht weniger leisten. Viele machen sich deshalb Sorgen, ob sie von ihrem Gehalt noch alle Kosten bezahlen können, die anfallen. Eine neue Auswertung zeigt, dass zumindest das Tanken im Verhältnis zum Einkommen heutzutage gar nicht so teuer ist wie in früheren Krisenzeiten.

    Gehalt: Wie lange muss man aktuell für einen Liter Sprit arbeiten?

    Die aktuelle Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) kommt zu dem Ergebnis, dass Beschäftigte heutzutage trotz Iran-Krieg und steigender Spritpreise für einen Liter Benzin kürzer arbeiten müssen als früher. Dabei wurde der Preis für einen Liter Super mit 2,08 Euro sowie ein durchschnittlicher Nettolohn von 25,56 Euro pro Stunde veranschlagt.

    • 25,56 (Nettolohn pro Stunde) / 60 Minuten = 0,426 (Nettolohn pro Minute)
    • 2,08 (Benzinpreis) / 0,426 (Nettolohn pro Minute) = 4,88 Minuten

    Damit kommen die Forschenden zum Ergebnis, dass Beschäftigte derzeit knapp fünf Minuten – genau gesagt vier Minuten und 53 Sekunden – für einen Liter Benzin arbeiten.

    Wenn man die Spritpreise vom 31. März 2026 des ADAC zugrunde legt, ergeben sich nach eigener Rechnung folgende Werte:

    • Benzin: 2,107 (Benzinpreis) / 0,426 (Nettolohn pro Minute) = 4,95 Minuten
    • Diesel: 2,316 (Dieselpreis) / 0,426 (Nettolohn pro Minute) = 5,44 Minuten

    Bei den aktuellen Spritpreisen muss man also ebenfalls knapp fünf Minuten – vier Minuten und 57 Sekunden – für einen Liter Benzin sowie über fünf Minuten, nämlich fünf Minuten und 26 Sekunden, für einen Liter Diesel arbeiten.

    Der Wert des durchschnittlichen Nettolohns von 25,56 Euro pro Stunde kommt laut IW zustande, indem die tatsächlich geleistete Arbeitszeit – ohne Urlaub, Feiertage, Krankheit – und nicht die bezahlte Arbeitszeit zugrunde gelegt wird. Die Berechnungen basieren auf den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) des Statistischen Bundesamts. Der Bruttolohn je geleisteter Arbeitsstunde beträgt demnach 37 Euro.

    Wie lange musste man in früheren Krisen für einen Liter Benzin arbeiten?

    Der IW-Auswertung zufolge müssen Arbeitnehmende heute weniger für einen Liter Benzin arbeiten als in allen großen Krisen der vergangenen Jahrzehnte. Zum Vergleich nennt sie die Arbeitszeiten für einen Liter Benzin zu folgenden Krisenzeiten:

    • Ölkrise 1974: 6,3 Minuten
    • 2011 und 2012, als der Ölpreis infolge des Arabischen Frühlings stieg: knapp sechs Minuten
    • Beginn des Ukrainekriegs 2022: 5,2 Minuten

    Warum muss man weniger arbeiten für Sprit als in früheren Krisenzeiten?

    Der Grund, warum Beschäftigte aktuell weniger für Benzin arbeiten müssen als früher, liegt laut IW aber nicht in sinkenden Spritpreisen. Im Gegenteil: Seit 1960 hat sich der Literpreis den Ökonomen zufolge versiebenfacht, von umgerechnet 0,31 Euro auf heute 2,08 Euro. Aber: Der Nettolohn ist im selben Zeitraum fast um das Zwanzigfache gestiegen – von 1,29 Euro auf 25,56 Euro pro Stunde.

    1960 arbeitete man etwa 14 Minuten, um einen Liter Benzin zu tanken – fast dreimal so lange wie heute. Dank deutlich gestiegener Einkommen im Vergleich zu den Benzinpreisen „können sich Beschäftigte an der Zapfsäule heute mehr leisten als früher“, sagt das IW.

    Übrigens: Globale und wirtschaftliche Krisen sind kein Hinderungsgrund für Gehaltsverhandlungen, sagen Experten. Wer seinen Wert kennt und klug argumentiert, kann auch in Krisenzeiten mehr Geld herausholen.

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