Bluthochdruck gilt als einer der wichtigsten Risikofaktoren für schwerwiegende Erkrankungen – etwa Herzinfarkt, Herzinsuffizienz sowie Schäden am Gehirn und den Nieren. Umso wichtiger ist es, die eigenen Blutdruckwerte regelmäßig zu kontrollieren.
Ob klassisch mit der Oberarmmanschette, mit einem Handgelenkgerät oder digital per App: Der Blutdruck lässt sich auf unterschiedliche Weise messen. Doch einzelne Messungen liefern nicht immer ein verlässliches Bild. Fallen erhöhte Werte auf, kommt laut dem Diakonie Klinikum Jung-Stilling häufig eine 24-Stunden-Blutdruckmessung infrage. Sie gilt als deutlich aussagekräftiger als eine Momentaufnahme des Blutdrucks in der Arztpraxis. Doch wie genau läuft eine solche 24-Stunden-Blutdruckmessung ab?
Warum ist eine 24-Stunden-Blutdruckmessung wichtig?
Um verlässliche und aussagekräftige Blutdruckwerte zu erhalten, ist eine Langzeitblutdruckmessung oft sinnvoll. Denn wie der Chefarzt der Kardiologie in Siegen, Dr. Dursun Gündüz, berichtet, kann der Blutdruck bei manchen Menschen kurz vor dem Arztbesuch deutlich ansteigen – und so die Messergebnisse verfälschen. Dieses Phänomen wird als Weißkittelhypertonie bezeichnet.
Umgekehrt gibt es auch Patientinnen und Patienten, deren Blutdruckwerte in der Arztpraxis unauffällig erscheinen, nachts jedoch deutlich erhöht sind. Dabei spricht man von einer sogenannten maskierten Hypertonie. Ohne eine Langzeitmessung blieben solche erhöhten Blutdruckwerte meist unentdeckt.
Wie läuft eine Langzeitblutdruckmessung ab?
Liegen die Blutdruckwerte über 140 zu 90 mmHg, verordnen Ärztinnen und Ärzte laut der AOK oft eine 24-Stunden-Blutdruckmessung. Ziel ist es, die Blutdruckwerte über einen Zeitraum von 24 Stunden unter Alltagsbedingungen zu erfassen. Idealerweise wird die Untersuchung an einem normalen Arbeitstag oder an einem Tag mit typischer Alltagsbelastung durchgeführt – und nicht an einem ruhigen Wochenende. Denn gerade stressbedingte Hochdruckformen lassen sich im gewohnten Tagesablauf deutlich besser erkennen.
Doch wie genau läuft die Untersuchung ab? Wie die AOK informiert, werden Betroffene am frühen Morgen in die Praxis einbestellt. Dort wird ihnen eine Oberarmmanschette angelegt, verbunden mit einem kleinen tragbaren Messgerät. Für die nächsten 24 Stunden misst das Gerät automatisch den Blutdruck – tagsüber alle 15 Minuten, nachts alle 30 Minuten.
Vor jeder Messung ertönt ein Signal. In diesem Moment sollten Betroffene kurz innehalten, den Arm locker am Körper anlegen und ruhig bleiben, bis die Messung abgeschlossen ist. Nach Ablauf der 24 Stunden wird das Gerät in der Praxis wieder abgenommen und die Ergebnisse besprochen. Für die Bewertung des Blutdrucks werden dabei die durchschnittlichen Werte am Tag und in der Nacht herangezogen.
Komplikationen: Welche können bei einer 24-Stunden-Blutdruckmessung auftreten?
Während einer 24-Stunden-Blutdruckmessung treten in der Regel keine ernsthaften Komplikationen auf, informiert der Kardiologe Dr. Gündüz. Die Untersuchung gilt als sicher und gut verträglich. In seltenen Fällen kann es jedoch zu leichten Beschwerden kommen, die durch die regelmäßig aufpumpende Oberarmmanschette ausgelöst werden. Dazu zählen folgende Symptome:
- Leichte Hautreizungen
- Schlafstörungen durch die nächtlichen Messungen
- Druckgefühl am Oberarm
- Vorübergehende Schmerzen im Arm
- Kleine Blutergüsse an der Messstelle, etwa wenn die Manschette sehr eng sitzt
24-Stunden-Blutdruckmessung: Was sollte man beachten?
Damit die Messung aussagekräftig ist, kommt es auf das richtige Verhalten im Alltag an. Duschen oder Schwimmen sind der Cleveland Clinic zufolge in dieser Zeit tabu – das Gerät darf nicht nass werden. Auch extreme körperliche Anstrengung sollte möglichst vermieden werden, da sie die Werte verfälschen kann.
Hilfreich ist es zudem, die 24 Stunden schriftlich zu begleiten. Ein kleines Tagebuch kann wichtige Hinweise liefern: Wann beginnt der Tag? Wann geht man ins Bett? Wurden Medikamente eingenommen, Mahlzeiten verzehrt oder besondere Belastungen erlebt? Treten Beschwerden wie Schwindel, Herzklopfen oder Atemnot auf, sollten auch diese notiert werden. So können Ärztin oder Arzt im Anschluss besser nachvollziehen, wie bestimmte Situationen den Blutdruck beeinflusst haben.
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