Abschied
01.07.2017

Seine Zeichnungen sind voll Zukunft

Von Dieter Distl

Prof. Hans Baschang, der im alten Schulhaus in Joshofen lebte und arbeitete, ist gestorben. Was an ihn erinnert

Kurz nach seinem 80. Geburtstag an Ostern ist Professor Hans Baschang, der im alten Schulhaus in Joshofen lebte und arbeitete, gestorben. Er wurde vor drei Tagen in seiner Geburtsstadt Karlsruhe bestattet, begleitet von seiner Tochter Sarah und seinem Sohn Ivan und deren Familien.

Im Frühjahr 1987 brachte der damals in Edelshausen ansässige Professor der Akademie der bildenden Künste in München die größte und spektakulärste Zusammenschau zeitgenössischer Kunst nach Neuburg. Eine Jury hatte aus der Jahresausstellung der Münchner Akademie die besten Arbeiten ausgewählt. Sie wurden im Marstall, im Fürstengang und im Rathausfletz präsentiert. Im Herbst 1988 wurde die Zusammenarbeit fortgesetzt. Die Klasse von Hans Baschang startete zu einer „Landpartie“, indem sie im Landratsamt Aichach, in der Galerie des Kunstvereins Schrobenhausen und in der Städtischen Galerie im Rathausfletz in Neuburg gleichzeitig Station machte.

Der Lehrer Hans Baschang war also zu diesem Zeitpunkt in und um Neuburg hinlänglich bekannt, sein eigenes Oeuvre hingegen nicht, obwohl der 1937 in Karlsruhe geborene Künstler schon früh die wichtigsten Auszeichnungen erhalten hatte: 1962 das Stipendium für Paris, 1966 Villa-Romana-Preis in Florenz, 1970 das Stipendium der Villa Massimo in Rom, also die klassische Künstlerausbildung in den Kunstzentren der lateinischen Länder. Ab 1975 war Baschang dann Professor für Malerei an der Akademie der bildenden Künste in München und lebte dort mit seiner Tochter und seinem Sohn in Schwabing.

Im April 1991 konnten in der Städtischen Galerie im Rathausfletz dann endlich Zeichnungen und Plastiken von Hans Baschang bewundert werden. Der berühmte Kunsthistoriker Wieland Schmied meinte damals in seiner Einführung: „Hans Baschangs Arbeit zielt auf die Verbindung von Einfachheit und Komplexität, Ursprung und Reflexion sollen einander durchdringen, wie Körper und Raum einander durchdringen in der konzentrischen Bewegung künstlerischen Tuns.“ Alle damals gezeigten Arbeiten waren in Edelshausen entstanden. Doch Baschang war auf der Suche nach einem neuen Atelierhaus und wollte in der Gegend bleiben. Auf Vermittlung des Kulturamts konnte er das leer stehende, alte Schulhaus in Joshofen von der Stadt erwerben. Er hat es musterhaft nach allen Regeln des Denkmalschutzes saniert und es wurde Zentrum seines künstlerischen Schaffens.

In diese Zeit fällt die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz und die Wahl in die Bayerische Akademie der Schönen Künste. Für lange Zeit war er der einzige Landkreisbürger, dem diese hohe Ehre zuteil geworden war.

Baschang-Ausstellung in diesem Frühjahr

In diesem Frühjahr gewährte die Städtische Galerie, gewissermaßen zum 80. Geburtstag, noch einmal einen Einblick ins künstlerische, hauptsächlich in Joshofen entstandene Spätwerk von Hans Baschang. Und wie schon im Frühwerk ließen die Bilder den Betrachter so wenig los wie den Künstler. „Sie versuchen in uns, wenn wir sie ansehen, das zu provozieren, was ihre Konsequenz sein könnte. Sie verlangen, weitergedacht zu werden. Hans Baschangs Zeichnungen sind voll Zukunft“, meinte Wieland Schmied.

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