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Wie Putin an einer neuen Weltordnung tüftelt

Kommentar Von Margit Hufnagel
20.09.2022

Während Europa einem kalten Winter entgegenbibbert, schmiedet der russische Präsident eine immer engere Allianz mit Autokraten und Demokratie-Verächtern.

Die Tage werden kürzer, die Nächte kälter. Wo im vergangenen Herbst schon gemütlich die Heizungen gegluckert haben, sind in diesem Jahr ratlose Gesichter zu sehen. Wie soll das nur werden? Wo ist sie hin, die Normalität, nach der sich alle so sehr sehnen in dieser toxischen Gemengelage aus Pandemie, Krieg, Inflation und Lieferengpässen? Die Antwort könnte sein: Die Normalität, wie wir sie über Jahrzehnte erlebt haben, wird nicht zurückkehren. Und das hat nicht nur etwas mit der Energiekrise zu tun. Denn während Deutschland dem Winter entgegenbibbert, tüftelt Wladimir Putin an Plänen, die viel weitreichender sind, als viele es sich gerade vorstellen können – mit Folgen, die jeden Einzelnen von uns über eine lange Zeit begleiten dürften. In diesem Krieg steht weitaus mehr auf dem Spiel als „nur“ die Freiheit der Ukrainerinnen und Ukrainer.

Fernab der Schlachtfelder schmiedet der Autokrat aus dem Kreml Allianzen, die nichts anderes zum Ziel haben als eine neue Weltordnung. Zuletzt traf er sich in der vergangenen Woche in Usbekistan mit einer Riege aus Gleichgesinnten. Nicht mehr der Westen mit seinen Wertevorstellungen und seinem Wohlstandsstreben soll künftig den Lauf der Dinge zumindest maßgeblich bestimmen, sondern ein loses Bündnis aus Staaten, die seit Jahren mit ihrer eigenen Bedeutung und dem Mangel an internationalem Glanz und Gloria hadern. Die Türkei, der Iran, Indien, China – allesamt aufstrebende Länder, die sich nicht mehr mit dem politischen Katzentisch begnügen wollen. Hemmungen, eigene Interessen mit Gewalt durchzusetzen, haben sie nicht.

Die Selbstradikalisierung von Putin, Xi, Erdogan und Co.

Putin geht es genau wie den anderen Demokratieverächtern in seinem Männerbund um eine Destabilisierung der gegenwärtigen Ordnung, um persönliche Macht, um ein Selbstbild, das mit den Realitäten nicht in Einklang zu bringen ist. Und je länger Putin, Xi, Erdogan und Co. an der Macht sind, umso stärker schreitet ihre Selbstradikalisierung voran.

Nun muss man die „grenzenlose Freundschaft“, die sich die Autokraten gegenseitig so gerne versichern, nicht überbewerten. Doch als Kitt reicht die feindselige Grundhaltung gegenüber dem Westen und vor allem den USA vorerst aus, um ihre unheilvolle Bindung stark zu machen. Sogar die Erzfeinde Indien und Pakistan bringt das an einen Tisch. Egal darf das dem Westen nicht sein. Wie schwierig es in einer globalisierten Welt ist, Moral und wirtschaftliche Interessen auf einen Nenner zu bringen, zeigt gerade eindrucksvoll der mühsame Kampf um Energievorräte. Weil sich vor allem Deutschland massiv vom Gas aus Russland abhängig gemacht hat, verletzt es sich nun durch die Sanktionen auch selbst. Das mag noch handhabbar sein, wenn es sich um einen Konflikt mit einem einzigen Land handelt. Doch schon eine wirtschaftliche Krise mit China mag sich hierzulande kaum jemand ausmalen. Dann würden im Winter nicht nur die Wohnzimmer kalt bleiben, sondern ganze Industriezweige zum Erliegen kommen. Die europäische Wirtschaft ist schlicht nicht darauf ausgelegt, von anderen Regionen unabhängig zu sein. Wer das verspricht, handelt mindestens unlauter.

Wladimir Putin weitet seinen Einfluss in Afrika aus

Autokraten wie Putin oder Xi haben damit ein Ass im Ärmel: Sie können den Westen vorführen, indem sie ihn dazu zwingen, sich zu entscheiden zwischen seinen Werten und seinem Wohlstand.

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Doch es geht um weitaus mehr als um wirtschaftliche Belange – auch wenn schon die erdrückend groß sind. Das Beispiel Mali zeigt, wie es Russland mit der dem Kreml nahestehenden Kampftruppe „Wagner“ innerhalb weniger Jahre geschafft hat, zu einem der wichtigsten Player in Afrika zu werden. Der Kontinent wird von europäischen Politikern gerne als lästiges Übel betrachtet, dem man hier und da auch etwas Aufmerksamkeit und Geld schenken muss. Putin war auch hier schlauer. Der Rohstoff-Reichtum der afrikanischen Länder, gepaart mit der politischen Instabilität, zwingt die Welt förmlich dazu, den Blick nicht abzuwenden. Der russische Präsident füttert die afrikanischen Despoten nur zu gerne mit seinen Waffen, um sich anschließend ihre Loyalität versichern zu lassen. Wie das ausgeht, lässt sich bei den Vereinten Nationen beobachten. In diesen Tagen werden im Hochhaus-Komplex in New York wieder engagierte Reden der westlichen Führungsfiguren gehalten – doch ihre Schlagkraft haben die UN längst verloren. Nur zur Erinnerung: Als bei der UN-Vollversammlung im März dieses Jahres der Rückzug der Russen aus der Ukraine per Resolution gefordert werden sollte, verweigerten sage und schreibe 25 afrikanische Staaten ihre Zustimmung. Es ist ein erster Vorgeschmack auf das, was die Zukunft bereithalten könnte: eine Verschiebung der Machtverhältnisse.

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22.09.2022

Dann gibt es ja jetzt wohl ein Tüftler-Trio. Niemand kann wohl ernsthaft ableugnen, daß die USA und China schon seit Jahrzehnten an ihrer Weltordnung arbeiten.

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22.09.2022

China wird bald vom Mond grüßen und Deutschland mit dem Ofenrohr dorthin gucken. Von der Digitalisierung bis hin zur Wirtschafts- und Außenpolitik haben unsere Politiker die letzten 25 Jahre leider alles falsch gemacht....und Party & Fußball wird als Kultur verstanden.

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21.09.2022

Afrika, Osteuropa ab Russland, China ist mir völlig egal. Für mich zählt nur Europa, Australien und die USA. Der Rest kann mich mal.

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21.09.2022

Ich wette, dass Putin und seine Gang am Ende des russischen Angriffskriegs nicht mehr am Leben sein werden. Vermutlich werden ihre eigenen Leute sie beseitigen.

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21.09.2022

Dieser Kommentar gibt sehr exakt die derzeitige politische Lage wieder.
Eine Gemengelage aus Grundsätzen, wirtschaftlichen Notwendigkeiten, unterschiedliche Interessenslagen der verschiedenen Länder, alles überlagert von den Konzerninteressen der verschiedenen Bereiche.
Da braucht es meines Erachtens keinen Putin um die Weltordnung neu zu justieren. Die wirtschaftlichen Verflechtungen international und besonders mit dem asiatischen Raum, die ja nicht vom Himmel gefallen sind tragen halt zu Machtverschiebungen bei. Das immer noch vorhandene Herabsehen auf Afrika (was ja auch in diesem Kommentar wieder zum Ausdruck kommt) führt halt zu anderen Orientierungen als hin zu den einstigen Kolonialmächten.
Auch wenn es schwer fällt, Nordamerika und Europa sind nicht mehr die alleinige Dominante dieser Welt. Fast überall dort wo dieses Leben hin exportiert werden sollte, ist es unter erheblichen Menschopfern gescheitert. Und im Übrigen hat sich die sog. erste und zweite Welt noch nie gescheut, im Interesse ihrer Wirtschaft und deren Profite mit Despoten intensiv zusammenzuarbeiten.

Bleibt wohl nur, das Tüfteln an einer neuen Weltordnung nicht einzelnen zu überlassen, sondern daran mitzuwirken. Und das wird nur gehen mit dem Abrücken vom bisherigen Dogma, dass es nur eine richtige Sicht auf die Dinge gibt, die immer in Washington und Brüssel formuliert wird.

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21.09.2022

Ich würde es gar nicht als neu Weltordnung bezeichnen. Es ist eher ein Revival der vorherigen, alten Weltordnung (natürlich kein 1:1). Wobei die alte Weltordnung eigentlich nie richtig abgedankt hatte.

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21.09.2022

Ich stimme Ihnen zu.

Zu Ihrem „alles überlagert von den Konzerninteressen“ meine ich, Konzern- und Gemeinwohlinteressen sind in einem demokratischen Prozess aufeinander abzustimmen. (Gestern bei maischberger wurde Frau Strack-Zimmermann auf Ihre Nähe zur Waffenlobby hingewiesen: Versteckte Einflussnahmen auf Mandatsträger sind das Gegenteil von gelebter Demokratie.)

Zu den Orten, bei denen es bislang „nur eine richtige Sicht auf die Dinge gibt“, würde mir so ganz spontan neben Washington und Brüssel noch die Zentrale der Grünen in Berlin einfallen.

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21.09.2022

Verschwörungen? Angst? Panik? Nicht bei mir. Ich fühle mich wohl.

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21.09.2022

Corona, Putin, Corona, frieren, Corona, Blackout, Corona, verhungern und Corona.

Man liest nur noch Verschwörungen, Angst und Panik.
Was kommt das kommt und gut ist.

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21.09.2022

Sehr gut. Sie haben es auf den Punkt gebracht. Wenn man Putins Reden und Texte zur Kenntnis nimmt, mag er ein Eurasische Reich gründen, in dem Russland die Führung aller westeuropäischen Länder bis Portugal innehat. Dafür investiert er viel Geld in die rechtsextremen, EU-feindlichen und demokratieverachtenden Parteien (siehe Frankreich oder Italien oder bei und die AfD). Dann werden Regimegegner eingesperrt oder einfach aus dem Fenster geworfen.

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20.09.2022

Wenn Erdogan sich diesem Kreis anschließt, muss er zügig von der EU und der Nato gezügelt werden.

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20.09.2022

Und dann haben wir auch noch die Zögerer, Zauderer, Haderer, diejenigen, welche nicht willens oder wollens sind, eine entscheidende und eigenständige Entscheidung zu treffen. Wie im Falle der Ukraine, diese mit entsprechenden Waffen für ihren Selbstverteidigungskampf gegen Russland auszustatten. Weitsichtige Planung, Voraussicht oder Bewertung scheint diesen Damen und Herren keine Option zu sein. Wenn erst Autokraten bzw. autokratische Systeme die westliche Welt regieren, direkt oder indirekt, dann ist es zu spät. Handeln ist gefragt, nicht zaudern!

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