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Denkspiele für Hunde: Wie beschäftige ich meinen Hund?

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Denkspiele für Hunde: Wie beschäftige ich meinen Hund?

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    Hunde wollen und sollten auch geistig gefordert werden – Schach ist aber kein gutes Denkspiel für Hunde.
    Hunde wollen und sollten auch geistig gefordert werden – Schach ist aber kein gutes Denkspiel für Hunde. Foto: Elena Medoks, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Dass man mit Hunden täglich Gassi gehen muss, wissen vermutlich selbst Nicht-Hundebesitzer. Die körperliche Auslastung von Hunden ist zwingend notwendig für eine artgerechte Haltung. So steht in der Tierschutz-Hundeverordnung, dass „einem Hund [...] ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers zu gewähren“ ist.

    Doch nicht nur Bewegung ist für Hunde wichtig, sondern auch Beschäftigung für den Kopf. Zudem kann es allerlei Gründe geben, weshalb Hundehalter es einmal nicht schaffen, eine große Runde mit ihrem Vierbeiner spazieren zu gehen – ob regnerisch-stürmisches „Hundewetter“, eine Krankheit, die einen außer Gefecht setzt, oder einfach akute Zeitnot. An solchen Tagen sollten Hundeeltern jedoch nicht verzagen oder ein schlechtes Gewissen haben. Es gibt auch andere Möglichkeiten, einen Hund zu beschäftigen – und das zu Hause, ohne riesigen Zeitaufwand oder lange Vorbereitung.

    Denkspiele für Hunde: Warum ist geistige Auslastung wichtig?

    Ein Schlüsselbegriff ist hierbei Auslastung. Und zwar nicht die körperliche Auslastung – die man etwa durch lange Spaziergänge erreicht oder indem man den Hund frei rennen lässt –, sondern die kognitive, also geistige Auslastung. Die ist nicht nur praktisch, um den Hund an bewegungsarmen Tagen zu beschäftigen, sondern auch für seine Entwicklung wichtig. Wie Miriam Sommer in ihrem Buch „Denkspiele für kleine Pfoten“ schreibt: „Mangelt es einem Hund an geistiger Auslastung, kann dieser Mangel schnell in Frust umschlagen. Viele Verhaltensprobleme ließen sich später vermeiden, wenn man bereits den Welpen an gewisse Dinge heranführen würde.“ Verhaltensprobleme können sich etwa darin äußern, dass ein Hund Dinge zerstört, nicht alleine bleiben oder entspannen kann.

    Aber Denkspiele sind nicht nur für Welpen geeignet, sondern für Hunde jeden Alters. Wie gut sie einem Hund gelingen und wie schwierig sie sein müssen, hängt von Rasse und Charakter eines Hundes ab. Die Spiele sollten daher an das Können und die Interessen des jeweiligen Hundes angepasst werden.

    Aber erst einmal zur Definition: Denkspiele – oder auch Intelligenzspiele – sind laut Miriam Sommer Spiele, bei denen ein Hund aktiv überlegen und Informationen kombinieren muss, um ein gewünschtes Ergebnis zu erzielen. Gemeinsames Spielen stärkt die Bindung zwischen Halter und Hund. Weitere positive Effekte bei Hunden, die regelmäßig mit Denkspielen stimuliert werden, können sein:

    • Stärkung des Selbstbewusstseins des Hundes
    • Überwindung von Ängsten
    • Verbesserung der Kommunikation zwischen Hund und Mensch
    • Förderung des besonnenen Handelns

    Denkspiele bieten dem Vierbeiner Abwechslung und sind ideal für den Innenraum zur Beschäftigung geeignet, schreibt auch Ein Herz für Tiere. Da es den Hund Energie kostet, den Kopf anzustrengen, ist er nach einer Einheit platt und muss erst einmal ruhen – praktisch für solche Tage, wenn eine große Gassi-Runde nicht möglich ist.

    Ideen für Denkspiele: Wie kann man Hunde beschäftigen?

    Allgemein bieten sich laut der Tierschutzorganisation Tasso Such- und Schnüffelspiele an, um einen Hund geistig zu beschäftigen. Die meisten Hunde haben nämlich großen Spaß an Nasenarbeit. In der Regel werden dabei Leckerlis versteckt und der Hund muss sie selbstständig finden. Somit erhält er durch das Auffinden auch gleich eine Belohnung.

    Bei einem Schnüffelteppich werden Leckerlis zwischen Stoffresten versteckt.
    Bei einem Schnüffelteppich werden Leckerlis zwischen Stoffresten versteckt. Foto: Justyna, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Auf dem Hundespielzeug-Markt gibt es viele Denkspiele zu kaufen, etwa Schnüffelteppiche oder Spielzeuge aus Holz oder Plastik, bei denen der Hund mit Nase oder Pfote etwas verschieben muss. Doch eine Vielzahl von Denkspielen kann man auch einfach mit Materialien, die man ohnehin zu Hause hat, umsetzen. Man muss also nicht unbedingt extra Spielzeug kaufen. Ideen gibt es zahlreiche, etwa in Büchern, auf Webseiten oder auf Social Media. Hier eine Auswahl:

    Leckerli-Suche

    • Was man braucht: Leckerlis und gegebenenfalls Socken oder einen Karton mit Verpackungsmaterial
    • In der einfachen Version versteckt man Leckerlis an verschiedenen Stellen in der Wohnung, mal offensichtlich auf dem Fußboden, mal hinter einem Kissen.
    • Wichtig laut Tasso: Die Schwierigkeit langsam steigern, damit der Hund gerade am Anfang schnell Erfolg hat und motiviert bleibt. So kann der Hund etwa am Anfang noch zugucken, wo man die Snacks versteckt – später ist er beim Verstecken nicht im Raum und muss sich bei der Suche komplett auf seine Nase verlassen.
    • In einer gesteigerten Variante kann man die Leckerlis in zusammengeknotete Socken stecken und diese wiederum im Zimmer oder in der Wohnung verteilen.
    • Alternativ kann man laut dem Portal tiergesund.de auch eine Kartonschachtel mit Papier, Verpackungsmaterial oder Stoff füllen und die Leckerlis darin verstecken.

    Hütchenspiel

    • Was man braucht: mehrere Becher, etwa aus Pappe oder Plastik
    • Tasso erklärt den Ablauf dieses Denkspiels so: Man stellt einige Becher falsch herum auf den Boden, unter einem wird ein Leckerli versteckt.
    • Die Reihenfolge der Becher wird nun vor den Augen des Hundes vertauscht.
    • Der Hund muss nun das Leckerli finden. Wenn er den richtigen Becher anstupst, darf er die Belohnung bekommen.

    Geschenke auspacken

    • Was man braucht: Futter, Zeitungspapier, Pack- oder Geschenkpapier
    • Auf martinruetter.com wird dieses Spiel so vorgestellt: Eine Handvoll Futterbrocken zwischen zusammengeknülltes Zeitungspapier streuen.
    • Dieses „Geschenk“ mit einer Lage Pack- oder Geschenkpapier einpacken. Den Hund beim Einpacken zuschauen lassen.
    • Das fertige Geschenk dem Hund überreichen.
    • Den Hund schnuppern lassen und ihn bestätigen, wenn er versucht, mit Pfote oder Zähnen das Päckchen zu öffnen.
    • Unsicheren Hunden zu Beginn beim Öffnen helfen oder das Päckchen an einer Stelle nicht fest verschließen.

    Papprollen-Spiel

    • Was man braucht: die Papprollen von Toiletten- oder Küchenpapier und Leckerlis
    • Die Leckerlis kommen in die Rollen, die Enden werden zusammengefaltet.
    • Der Hund muss die Rollen auseinandernehmen, um an die Belohnung zu gelangen, erklärt tiergesund.de.

    Fische fangen

    • Was man braucht: eine wasserfeste Kiste in passender Größe für den Hund oder ein Planschbecken, Wasser, Futter
    • Dieses Denkspiel ist eher etwas für den Sommer und Gartenbesitzer.
    • Laut martiruetter.com geht man wie folgt vor: Kiste oder Planschbecken mit Wasser füllen, eine Handvoll Futterbrocken ins Wasser werfen, der Hund schaut zu.
    • Dem Hund erlauben, das Futter aus dem Wasser zu fischen.
    • Die Schwierigkeit steigern, indem zuerst schwimmende und später sinkende Futterbrocken verwendet werden, nach denen der Hund tauchen muss.
    • Alternative: Die Leckerlis in ein kleineres Gefäß geben, das im Wasser schwimmt.

    Handtuch-Intelligenzspiel

    • Was man braucht: Handtuch, Leckerlis
    • Handtuch flach auf den Boden legen, Leckerlis darauf verteilen. Dann das Handtuch falten oder zusammenrollen.
    • Der Hund muss nun versuchen, an die Leckerlis heranzukommen.
    • Bei fortgeschrittenen Hunden kann man auch Knoten ins Handtuch machen oder ein großes Handtuch nehmen oder sogar zwei.

    Menge an Leckerlis beachten

    Auf einen wichtigen Aspekt weist Tasso noch hin: Da viele Spiele mit Leckerlis verbunden sind, sollten Hundehalter darauf achten, dass der Hund insgesamt nicht zu viel Futter bekommt. Zum Beispiel, indem man die Leckerlis von der täglichen Futtermenge abzieht, um Überfütterung vorzubeugen. Alternativ könnte man auch Apfel-, Gurken- oder Möhrenstücke verwenden.

    Gerade für verfressene Rassen wie den Labrador Retriever ist es wichtig, die Menge an Leckerlis im Blick zu behalten, da sie zu Übergewicht neigen.

    Übrigens: Seit einigen Jahren nimmt der Trend zur Haltung von Wolfshybriden – halb Wolf, halb Hund – als Haustier zu. Experten warnen jedoch vor großen Gefahren für Mensch und Tier.

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