In Deutschland ist das Zusammenleben mit einem tierischen Mitbewohner überaus beliebt. Nach Angaben des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) lebte im Jahr 2025 in 43 Prozent aller deutschen Haushalte mindestens ein Heimtier. In 13 Prozent aller Haushalte wurden mindestens zwei Heimtierarten gehalten – also etwa Hund und Katze. Das Zusammenleben mit mehreren Tieren bringt einige Herausforderungen mit sich. Haustierbesitzer, die sowohl Hund als auch Katze zu Hause haben, kennen vielleicht die Situation: Der Napf des jeweils anderen riecht manchmal auch verführerisch und schon schnappt sich der Hund etwas von dem Futter der Katze. Was sollten Halter dann tun? Ist das gar kein Problem, ist es nur im Übermaß ungesund oder ist es sogar schädlich für den Hund?
Dürfen Hunde Katzenfutter fressen?
Katzenfutter riecht und schmeckt intensiver als Hundefutter, informiert die Uelzener Versicherung. Das dürfte erklären, warum es für manche Hunde attraktiver ist. Bei der Frage, ob Hunde auch Katzenfutter fressen dürfen, sollten Haustierbesitzer vor allem eines wissen: Hunde und Katzen haben unterschiedliche artspezifische Ernährungsbedürfnisse. Wie die Ökotrophologin Beke Enderstein auf petbook.de erläutert, benötigen Hunde im Vergleich zu Katzen weniger Protein und Fett, dafür aber einen höheren Anteil an Kohlenhydraten.
Katzen sind reine Fleischfresser. Sie brauchen eiweißreiche Nahrung, erklärt Enderstein: Ihr Futter besteht entsprechend hauptsächlich aus Fleisch. Artgerechtes Futter für den Allesfresser Hund enthält hingegen neben einer Basis aus Fleisch oder Fisch – oder vegetarischen oder veganen Proteinquellen – auch einen gewissen Anteil Kohlenhydrate. Diese können neben Gemüse auch aus kleinen Mengen Obst, aus Getreide wie Reis oder Haferflocken, aus Kartoffeln oder aus Hülsenfrüchten stammen.
Hunde- und Katzenfutter sind dementsprechend auf die Bedürfnisse der jeweiligen Tierart abgestimmt, was Proteine, Kohlenhydrate, Fett sowie Mineralstoffe und Vitamine betrifft. Katzenfutter wird laut Enderstein etwa häufig mit Taurin ergänzt – einer für Katzen unverzichtbaren Aminosäure, die sie nicht eigenständig bilden können. Hundefutter hingegen sollte idealerweise mit Omega-3-Fettsäuren angereichert sein.
Die Uelzener Versicherung fasst zusammen: Aus Hundesicht ist Katzenfutter nicht ausgewogen. Deshalb sollten Hundehalter für die tägliche Fütterung bei artgerechtem Hundefutter bleiben, das zur Lebensphase – etwa Welpe, Adult oder Senior – und zum Gesundheitszustand der Fellnase passt.
Auch wer kein fertiges Katzen- oder Hundefutter kauft, sondern selbst kocht, sollte sich mit dem Nährstoffbedarf seines Vierbeiners auseinandersetzen und das Futter dementsprechend ausgewogen zusammenstellen, empfiehlt das Magazin geo.de. So können Mangelerscheinungen vermieden werden.
Wenn Hunde Katzenfutter fressen: Welche Gesundheitsgefahren drohen?
Wenn ein Hund zu viel Katzenfutter zu fressen bekommt, kann das seiner Gesundheit wie folgt schaden, informiert Enderstein:
- Da Katzenfutter mehr tierisches Protein enthält als Hundefutter, können Leber und Nieren von Hunden belastet werden.
- Der höhere Fettanteil kann bei Hunden das Risiko für Übergewicht oder eine Pankreatitis erhöhen.
- Zudem kann ein Hund einen Mangel an Mikronährstoffen entwickeln, wenn er kein bedarfsgerechtes Futter erhält.
- Wenn er zu wenige Ballaststoffe aufnimmt, kann das zu Verdauungsstörungen führen, also Blähungen und Durchfall.
Hundehalter müssen aber nicht direkt in Panik geraten. Laut der Uelzener Versicherung ist ein gelegentlicher Bissen aus dem Katzennapf für die meisten gesunden, erwachsenen Hunde nicht unmittelbar giftig. Frisst der Hund nur eine kleine Menge, sollte man ihn anschließend 24 bis 48 Stunden aufmerksam beobachten und auf Anzeichen wie Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen oder Appetitverlust achten. Hat er jedoch deutlich mehr Katzenfutter gefressen und treten Symptome wie Erbrechen, wiederholter Durchfall, starke Bauchschmerzen, Mattigkeit oder Futterverweigerung auf, sollte umgehend tierärztlicher Rat eingeholt werden.
Regelmäßig sollte Katzenfutter aus oben genannten Gründen nicht als Alleinfuttermittel für Hunde eingesetzt werden. Laut Enderstein ist Katzenfutter aufgrund des höheren Fleischanteils im Übrigen in der Regel auch teurer als Hundefutter. Es ergeben sich also auch finanziell keine Vorteile, wenn der Hund Katzenfutter frisst.
Die Uelzener Versicherung weist zudem darauf hin, dass bestimmte Hunde mit Erkrankungen absolut kein Katzenfutter fressen sollten. Dazu gehören etwa Tiere mit:
- Bauchspeicheldrüsenentzündung,
- Fettstoffwechselstörung,
- chronischer Nieren- oder Lebererkrankung,
- empfindlichem Magen-Darm-Trakt,
- Übergewicht oder
- einer tierärztlich verordneten, fettarmen Diät.
Wie kann man den Hund vom Katzennapf fernhalten?
Die Uelzener Versicherung empfiehlt, die Fütterungsräume sowie -zeiten für Hunde und Katzen zu trennen. Der Katzennapf kann zudem erhöht hingestellt werden: an einen Platz, den der Hund nicht erreichen kann. Wenn die Katze Futter übrig lässt, sollten Haustierbesitzer die Reste wegräumen. Es gibt auch Mikrochip- oder RFID-Futterautomaten, die sich nur für das registrierte Tier öffnen.
Was gilt andersherum – dürfen Katzen Hundefutter fressen?
Tierhalter, die das umgekehrte Problem haben – also dass die Katze Interesse am Inhalt des Hundenapfs zeigt – fragen sich vielleicht, ob Katzen wiederum Hundefutter vertragen. Auch hier sollte man die unterschiedlichen Anforderungen an Nahrung der beiden Tierarten beachten. Hundefutter enthält für die Bedürfnisse von Katzen zu wenig tierisches Protein und Fett, kein Taurin und zu viele Kohlenhydrate, informiert Enderstein in einem weiteren Petbook-Beitrag.
Ein gelegentliches Naschen am Hundenapf sieht die Expertin als nicht problematisch an. Bei zu viel Hundefutter-Gabe kann es aber zu gesundheitlichen Problemen wie Sehstörungen, Verdauungsstörungen, Diabetes mellitus, Magenüberlastung und Übergewicht kommen. Laut geo.de wird zudem das Katzenfell stumpf und das Herz kann geschwächt werden.
Das Online-Portal PetMD erklärt ebenfalls, dass ein paar Brocken Hundefutter zwar ungiftig für eine Katze sind und voraussichtlich keinen Schaden anrichten. Es ist jedoch nicht darauf ausgelegt, den Nährstoffbedarf von Katzen zu decken. Deshalb sollten Katzenbesitzer auf Futter zurückgreifen, das speziell auf die Bedürfnisse von Katzen abgestimmt ist.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren