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FCA in der Krise

29.01.2019

Caiuby, Trainer-Kritik und Abstiegsangst: Die Chronik der FCA-Krise

Steht das Team des FC Augsburg noch hinter Trainer Manuel Baum? Der FCA steckt in chaotischen Zeiten.
Bild: Klaus Rainer Krieger (Archiv)

Der FC Augsburg erlebt die chaotischste Bundesliga-Saison seit Jahren. Was in den vergangenen Wochen alles schief gelaufen ist.

Manch einer hat die Krise des FC Augsburg bereits am ersten Spieltag der laufenden Bundesliga-Saison spaßeshalber vorhergesagt. Schließlich hatte der FCA das Auftaktspiel in Düsseldorf mit 2:1 für sich entschieden und war - ganz im Gegensatz zu den erfolgreich verlaufenen Vorjahren - mit einem Sieg in die Spielzeit gestartet.

Während sich das Team von Trainer Manuel Baum recht passabel durch die ersten Wochen der Saison hangelte, sogar gegen den FC Bayern einen Punkt sammelte und souverän gegen Abstiegskonkurrenten gewann, blieben seit dem 9. Spieltag und dem 2:1 gegen Hannover die Siege aus. Nach 19 Spielen steht der FC Augsburg nun auf dem 15. Tabellenplatz, nur ein Zähler trennt die Mannschaft vom Relegationsplatz. Was läuft seitdem schief?

Torwart-Debatte

Nach dem Wechsel von Marwin Hitz zum BVB erhielt Fabian Giefer die Chance, sich im Tor des FCA zu beweisen. Giefer patzte jedoch mehrfach, unter anderem bei der Niederlage des FCA gegen Mainz, und wurde schnell zur Nummer 2 degradiert, teils stand er nicht einmal mehr im Kader. Für Giefer rückte Andreas Luthe in die Startelf und verrichtete einen soliden Job. Ganz zufrieden war der FCA offenbar aber nicht mit dem 31-Jährigen, im Winter holte der Verein deshalb Schlussmann Gregor Kobel per Leihe aus Hoffenheim - und hat damit die Torwart-Diskussion zumindest vorerst beendet.

Verletzungen hemmen die Entwicklung

Gebremst wurde die Entwicklung des FCA auch durch Verletzungen wichtiger Fußballer. Der wohl bedeutendste Torjäger der Vorjahre, Alfred Finnbogason, hatte immer wieder mit kleineren Blessuren zu kämpfen. Neuzugang Felix Götze war gerade dabei, sich einen Platz in der Mannschaft zu erspielen, bevor er länger ausfiel. Julian Schieber lief nur vier Mal in dieser Saison für Augsburg auf, die restlichen Spiele verpasste er. Kürzlich kam es noch schlimmer: Rechtsverteidiger Raphael Framberger erlitt einen Kreuzbandriss und fehlt wohl für den Rest der Saison.

Raphael Framberger ist verletzt.
Bild: Ulrich Wagner (Archiv)

Gegentore häufen sich

Nur einmal spielte der FCA in dieser Saison zu Null (beim 0:0 gegen Leipzig am 8. Spieltag). 33 Gegentore in 19 Spielen, das lässt die Defensivabteilung des FCA nicht kalt: "Die Vorrunde lief nicht gut, es ist zu wenig für das, was wir teilweise auf den Platz gebracht haben. Man sollte dem nicht nachtrauern. Aber wir müssen uns fragen: Woran liegt es, dass wir nie zu Null spielen? Das ist eine Katastrophe, daran müssen wir unbedingt arbeiten", urteilte Rani Khedira Anfang Dezember. Gebessert hat sich das Defensiv-Problem allerdings nicht. In den letzten vier Spielen kassierte der FCA neun Gegentreffer.

Caiubys verlängerter Urlaub

Die Akte der Verfehlungen des 30-jährigen Brasilianers ist lang - mittlerweile sogar zu lang für die in der Causa Caiuby sonst eher zurückhaltenden Augsburger Verantwortlichen. Der Brasilianer wurde mittlerweile freigestellt und darf alleine trainieren - falls er das will. Findet er einen neuen Verein, darf der 30-Jährige den FCA verlassen. Damit ist das Kapitel Caiuby endgültig geschlossen, nachhaltig gedrückt haben dürfte der Wirbel die Stimmung in der Mannschaft trotzdem.

Hintereggers Kritik

Die durchwachsenen Ergebnisse der vergangenen Wochen und der drohende Abstiegskampf gehen an den FCA-Spielern nicht spurlos vorbei. Abwehrspieler Martin Hinteregger sparte in einem Interview nicht mit öffentlicher Kritik an seinem Trainer Manuel Baum. Die Konsequenz: Hinteregger wurde vom FCA mit einer "drastischen Geldstrafe" belegt und trainiert vorerst alleine.

Martin Hinteregger hat seinen Trainer Manuel Baum öffentlich kritisiert.
Bild: Klaus Rainer Krieger (Archiv)

Der hadernde Manuel Baum

Selbst Trainer Manuel Baum wirkte während der Saison nicht immer so, als könne die Mannschaft das Ruder herumreissen. Baum haderte, er meckerte - die Mannschaft allerdings zeigte in den vergangenen Wochen keine Reaktion. Innerhalb des Teams ist Manuel Baum offenbar nicht mehr unumstritten, das wurde nicht nur durch Martin Hintereggers Kritik deutlich.

Lehmann als Retter

Ganz ungewöhnlich für den sonst ruhigen und familiären FCA ist die Verpflichtung einer polarisierenden Persönlichkeit wie Jens Lehmann als neuer Co-Trainer. Der ehemalige Nationaltorhüter soll Augsburg und dem in der Kritik stehenden Cheftrainer Manuel Baum im Abstiegskampf assistieren. Dem FCA ist damit immerhin gelungen, den Fokus kurzzeitig von den aktuellen Problemen im Verein abzulenken. Doch ob Lehmann, der als Fußballehrer noch relativ unerfahren ist, die Probleme des FCA wirklich lösen kann, ist fraglich. (lare)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Nach Frambergers Saison-Aus braucht der FCA neue Spieler

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