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Die Nationalspieler des FC Augsburg für den DFB: Von Lehner bis Dahmen

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Erlesener Kreis um Finn Dahmen: Sie schafften es vom FCA in die deutsche Nationalmannschaft

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    Im WM-Finale 1966 traf der Augsburger Helmut Haller für Deutschland zum 1:0. Am Ende entschied ein irreguläres Tor allerdings das Spiel zugunsten Englands und brachte Haller um einen WM-Titel.
    Im WM-Finale 1966 traf der Augsburger Helmut Haller für Deutschland zum 1:0. Am Ende entschied ein irreguläres Tor allerdings das Spiel zugunsten Englands und brachte Haller um einen WM-Titel. Foto: dpa (Archivbild)

    Weit mehr als ein Jahrzehnt spielt der FC Augsburg bereits durchgängig in der Bundesliga – und rangiert dabei meist im unteren Mittelfeld. In den Fokus der Nationalmannschaft, die normal gespickt mit Spielern des FC Bayern, von Borussia Dortmund oder englischen und spanischen Spitzenteams sind, spielen sich FCA-Akteure eher selten. Mit Finn Dahmen ist dies nun allerdings ein weiteres Mal gelungen, er stand im Kader von Bundestrainer Julian Nagelsmann für die jüngsten Länderspiele gegen die Slowakei und gegen Nordirland. Dabei blieb er allerdings ohne Einsatz, nun muss er bei den nächsten Partien im Oktober auf seine Chance hoffen, Nationalspieler zu werden. In der Bundesliga-Ära des Vereins war das zuvor nur Mergim Berisha 2023 und Andre Hahn 2014 gelungen, auch sie hatten eine Berufung in den DFB-Kader erhalten.

    Hahn fehlte indes nicht einmal so viel, um sich womöglich sogar Weltmeister nennen zu können: Er erhielt seine Chance von Bundestrainer Joachim Löw 2014 kurz vor der Weltmeisterschaft in Brasilien, wurde beim 0:0 gegen Polen in Hamburg unweit seiner Heimat Otterndorf für Leon Goretzka eingewechselt und stand sogar im vorläufigen Kader für die WM – wurde aber schließlich gestrichen und verpasste so das Turnier, das Deutschland schließlich gewann. Es sollte allerdings sein einziger Einsatz im DFB-Trikot bleiben. Noch im gleichen Sommer wechselte er zu Borussia Mönchengladbach, bevor er über die Zwischenstation Hamburger SV zum FCA zurückkehrte. Nach 49 Toren in 250 Bundesliga-Spielen beendete er hier 2023 seine Profi-Karriere.

    FC Augsburg: So liefen die Nationalmannschafts-Einsätze von Andre Hahn und Mergim Berisha

    Den ersten Sieg eines FCA-Spielers im Deutschland-Trikot feierte dann fast zehn Jahre später Mergim Berisha. Er wurde beim 2:0 gegen Peru am 25. März 2023 in Mainz eingewechselt, vier Tage später folgte Berishas zweiter Einsatz beim 2:3 gegen Belgien in Köln. Wie Hahn wechselte auch er kurz nach seinem Nationalmannschafts-Debüt, und wie Hahn kehrte auch Berisha zum FCA zurück. 14 Millionen Euro zahlte Hoffenheim 2023 für den Berchtesgadener, in der Rückrunde 2024/25 wurde er dann nach langer Verletzungspause wieder nach Augsburg verliehen. An die Leistungen, die ihn 2023 in die Nationalmannschaft befördert hatten, konnte er allerdings unter anderem aufgrund von Verletzungspech nicht mehr anknüpfen. Mehr Erfolg hatten andere Augsburger im Trikot der Nationalmannschaft.

    Darunter fallen etwa Bernd Schuster, der 1980 Europameister wurde, oder Raimund Aumann und Karl-Heinz Riedle, die 1990 Weltmeister wurden. Der gebürtige Allgäuer Riedle spielte von 1983 bis 1986 beim FCA, die Augsburger Schuster und Aumann Ende der Siebziger. Ihren Sprung in die Nationalmannschaft schafften sie jedoch erst in Diensten anderer Vereine, führten ihre Wege sie doch zu großen Klubs wie Real Madrid, dem FC Bayern oder dem FC Liverpool. Als Nationalspieler des FC Augsburg zählen sie damit nicht – anders als drei andere Spieler, obwohl diese schon vor der Gründung des Vereins für den DFB aktiv waren.

    Wie Helmut Haller, Ulrich Biesinger und Ernst Lehner für Augsburg und Deutschland spielten

    Denn erst 1969 bündelten der BC Augsburg und Schwaben Augsburg ihre Kräfte und schlossen sich zum FC Augsburg zusammen. Aktiv für den BCA war indes der wohl beste Augsburger Spieler allter Zeiten: Helmut Haller, der insgesamt 33 Mal für die Nationalmannschaft spielte, bei drei Weltmeisterschaften aktiv war und dort eine Silber- und eine Bronzemedaille gewann. Auch international verdiente er sich Ruhm, spielte für Bologna und Juventus in Italien, wurde dort Meister und erreichte ein Europapokalfinale. In den Siebzigern kehrte er dann in seine Heimatstadt zurück, wo der FCA seine letzte Hochphase erlebte, bevor er vor dem Aufstieg in die Bundesliga lange Jahre im Amateurfußball darbte. Haller starb 2012 in Augsburg-Oberhausen, der FC Bologna würdigte ihn anschließend als „größten Spieler, den wir je gehabt haben“, der Bahnhofsplatz in Oberhausen trägt zudem seinen Namen.

    Nach der Nominierung wartet er nun auf sein Länderspiel-Debüt: Der FCA-Torhüter Finn Dahmen.
    Nach der Nominierung wartet er nun auf sein Länderspiel-Debüt: Der FCA-Torhüter Finn Dahmen. Foto: Harry Langer, dpa

    Und einen echten Weltmeister gibt es beim FC Augsburg übrigens auch noch: Ulrich Biesinger, der sieben Spiele für Deutschland absolvierte, stand im Kader der erfolgreichen 54er-Weltmeistermannschaft, die beim Wunder von Bern den Titel holte. Was er aus Augsburger Sicht Aumann und Riedel voraus hat: Auch als Augsburger wurde er für die Nationalmannschaft nominiert. Zu einem Einsatz kam er bei dem Turnier 1954 als einer von nur drei Feldspielern zwar nicht, Weltmeister darf er sich dennoch nennen. Aktiv war der 1933 geborene Biesinger bis 1966 sowohl für den BC Augsburg als auch Schwaben Augsburg, zwischenzeitlich spielte er auch für den SSV Reutlingen, in Augsburg ist inzwischen die Fankurve der WWK-Arena nach ihm benannt. Wie Haller auch wurde er nicht nur in Augsburg geboren, sondern starb auch hier – 2011, ein Jahr vor Haller, im Alter von 77 Jahren.

    Spuren des ersten Augsburger Nationalspielers und Rekordhalters findet man in der Stadt ebenfalls noch heute: Das Ernst-Lehner-Stadion an der Bezirkssportanlage Süd erinnert an den 65-fachen Nationalspieler. Lehner, der 1912 geboren wurde, spielte in den Zwanzigern, Dreißigern und Vierzigern für Schwaben Augsburg, Blau-Weiß Berlin und Viktoria Aschaffenburg. Während des Dritten Reichs hielt er sowohl die Rekorde als Spieler mit den meisten Toren als auch Einsätzen für den DFB; unter den Aktiven des BCA, FCA und von Schwaben Augsburg führt er hier nach wie vor deutlich. 1934 wurde er zudem Dritter bei der Weltmeisterschaft. Nach seiner aktiven Karriere blieb er in Aschaffenburg und starb dort 1986.

    Die Nationalspieler des FC Augsburg auf einen Blick

    • Ernst Lehner (55 Einsätze als Spieler von Schwaben Augsburg, 25 Tore)
    • Ulrich Biesinger (7 Spiele als Spieler des BC Augsburg, 2 Tore)
    • Helmut Haller (19 Spiele als Spieler des BC Augsburg, 4 Tore)
    • Andre Hahn (1 Spiel als Spieler des FC Augsburg, 0 Tore)
    • Mergim Berisha (2 Spiele als Spieler des FC Augsburg, 0 Tore)
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