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Lehrstellenoffensive
25.04.2021

Warum eine Lehre als E-Commerce-Kaufmann krisensicher ist

Niklas Bönsel lernt E-Commerce-Kaufmann in Gersthofen.
Foto: Ulrich Wagner

Niklas Bönsel ist einer der ersten, der eine Ausbildung zum E-Commerce-Kaufmann absolviert. Was seine Büroarbeit mit Reifenwechseln zu tun hat.

Niklas Bönsel sitzt vor zwei Bildschirmen. Konzentriert prüft er die aktuellen Kennzahlen des Onlineshops. Aus den Daten kann er die Seitenaufrufe, das Kundeninteresse und das Bestellverhalten herauslesen. Die Analyse der Zahlen ist eine seiner Hauptaufgaben: Der 21-jährige Mann ist angehender E-Commerce-Kaufmann. Seit 2018 lernt er den digitalen Beruf bei der Firma Lutz Schrauben Werkzeug GmbH in Gersthofen im Landkreis Augsburg.

Wenn Bönsel im Sommer seine Abschlussprüfungen bestanden hat, zählt er zum ersten Absolventenjahrgang in der Region. Die spezielle Ausbildung mit Schwerpunkt Online-Handel gibt es erst seit drei Jahren. Nach seinem Realschulabschluss suchte er zunächst eine Lehrstelle als Industriekaufmann. In der Bewerbungsphase erfuhr Bönsel von dem damals neu geschaffenen Ausbildungsberuf. „Etwas völlig Neues zu machen, hat mich sofort gereizt“, beschreibt er die damalige Begeisterung.

Der E-Commerce Kaufmann denkt sich Kampagnen aus

Um das Einkaufen für die Kunden attraktiver zu gestalten, überlegt sich Bönsel gemeinsam mit seinen Kollegen Kampagnen wie die Frühjahrsaktion „ Reifenwechseln: Die richtigen Helfer“. Ein Rangierwagenheber, um das Auto anzuheben, ein Drehmomentschlüssel zum Festziehen, ein Kompressor, ein Wagen für den Reifensatz und ein Paar Handschuhe werden in dem Zusatzsortiment angeboten. 13 verschiedene Produkte rundum das Thema Reifenwechsel umfasst die kleine Auswahl, die zeitlich begrenzt ist. Diese spezielle Produktauswahl im Onlineshop hat Bönsel selbst zusammengestellt und gemeinsam mit der Marketingabteilung beworben.

Die Aufgaben seien sehr vielfältig und oft teamübergreifend, sagt Bönsel. Der Aufbau und die Pflege des Onlineshops, das Platzieren und Beschreiben neuer Produkte, Datenanalyse, Kundenkontakt und Marketing zählen zu den Kernbereichen. Je nach Betrieb fällt auch das Erstellen der Rechnungen in das Aufgabengebiet der Mitarbeiter im E-Commerce.

E-Commerce-Kaufmann ist ein Beruf mit Zukunft

Dass sich der neue Ausbildungsberuf am Arbeitsmarkt nicht durchsetzen würde, befürchtet Bönsel nicht. „Ganz im Gegenteil, es ist ein Beruf, der immer mehr kommt. “ Die Corona-Pandemie habe diese Entwicklung sogar noch beschleunigt. Die Kritik am Einkaufen in Netz sei für ihn oft viel zu pauschal. „Es kommt immer darauf an, was man kauft“, verteidigt er das Online-Geschäft. Bei Produkten, wie sie sein Ausbildungsbetrieb im Netz anbietet, sehe er keine Bedrohung für die Innenstädte. Zudem ist der Onlineshop der Firma Lutz nur für Geschäftskunden geöffnet.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Gersthofen ist ein Großhandel für Werkzeug, Schrauben und Arbeitsschutz. Neben dem Ladengeschäft und dem Außendienst werden die Produkte bereits seit dem Jahr 1998 auch über einen firmeneigenen Onlineshop verkauft. In Gersthofen bildet das Unternehmen derzeit vier Berufsanfänger im E-Commerce aus.

Mehr als 1,2 Millionen Produkte umfasst der Onlineshop von Lutz. Da der digitale Laden nur für Geschäftskunden zu Verfügung steht, seien am späten Vormittag und am frühen Nachmittag die meisten Bestellungen zu verzeichnen, erklärt Bönsel. Während der Mittagszeit und am Abend flache die Zahl der Bestellungen ab – das ist nur eine Erkenntnis seiner Datenanalyse.

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