Fast alle Parteien stellen für die Kommunalwahl 2026 in Friedberg einen Bürgermeisterkandidaten oder eine -kandidatin auf. Es gibt ein paar Überraschungen.
Roland Eichmann für die SPD: Der 53-Jährige wurde einstimmig von der SPD nominiert. Es ist seine dritte Kandidatur. 2020 hatte er sich deutlich mit 52,1 Prozent im ersten Wahlgang gegen Florian Fleig von der CSU durchgesetzt, der 26,7 Prozent erzielte. Die Fraktion ist aktuell mit fünf Stadträten vertreten; 2020 hatte sie sich stark verjüngt. Eichmann will unter anderem auf die Themen Wohnraum, Klimaschutz, Kinderbetreuung und Gemeinschaft setzen, wie er auf der Nominierungsversammlung gesagt hatte. Als Einnahmequelle in finanziell schwierigen Zeiten plant er ein neues Gewerbegebiet in Friedberg-Südwest.
Bürgermeisterwahl und Stadtratswahl in Friedberg 2026: AfD tritt erstmals an
Cornelia Böhm für CSU und FDP: Erstmals schicken die beiden Parteien, die seit 2020 eine Fraktionsgemeinschaft bilden, eine gemeinsame Kandidatin ins Rennen, nämlich die 51-jährige Cornelia „Conny“ Böhm. Die Bankkauffrau hatte bereits mehrmals für die FDP kandidiert; 2020 lag ihr Ergebnis bei 4,8 Prozent. Böhm ist stellvertretende BRK-Kreisvorsitzende; ihr liegen familienpolitische Themen und Ausgabendiziplin am Herzen. Zudem stellen CSU und FDP eine gemeinsame Liste für den Stadtrat auf. Seit 2020 stellen sie mit 13 Personen die größte Fraktion im Stadtrat.
Andreas Dörfler für die AfD: Die Rechtspartei, die bislang nicht im Stadtrat vertreten ist, hatte als erste in Friedberg einen Kandidaten nominiert und will auch eine Stadtratsliste aufstellen. Kandidat ist der 54 Jahre alte Friedberger Andreas Dörfler. Er tritt das erste Mal an. In Erscheinung getreten war er als Organisator der sogenannten Corona-Spaziergänge. Ihm ist ein sparsamer Umgang mit Steuergeldern wichtig; sein Augenmerk gilt zudem Sicherheitsthemen und Kindertagesstätten. Die AfD ist vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft.
Friedberger Kommunalwahl 2026: Grüne und Parteifreie Bürger stellen Bürgermeisterkandidaten
Egon Stamp für die Grünen: 2020 erzielte Egon Stamp als Neuling 9,6 Prozent, dieses Mal hofft der 38-jährige Teamleiter in der Web-Entwicklung, Amtsinhaber Eichmann in die Stichwahl zu zwingen. Sein Ziel: ein Friedberg für alle schaffen. Dazu gehöre eine städtische Verwaltung, die schneller bei der Digitalisierung wird, aber auch sichere Wege schon für Schulkinder, öffentlicher Nahverkehr oder Kinderbetreuung. Außerdem will er sich für Begegnungsräume ohne Konsumzwang in der Innenstadt und den Ortsteilen einsetzen. Die Grünen stellen aktuell fünf Stadträtinnen und Stadträte, 2026 steht ein Generationenwechsel an.
Elisabeth Micheler-Jones für die Parteifreien Bürger: Diese hatten bislang Eichmann unterstützt. Dieses Mal stellen sie mit der 59-jährigen Elisabeth „Lisa“ Micheler-Jones eine eigene Kandidatin. Wie Vorsitzender Wolfgang Rockelmann betont, wendet sich das nicht gegen Eichmann, doch eine eigene Kandidatin verstärke die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Micheler-Jones, seit 18 Jahren im Stadtrat, ist als Kanu-Weltmeisterin bekannt - Sportpolitik ist ihr Leidenschaft. Sie will zudem mit Themen wie Energie, Wohnen und Familie punkten. Hauptberuflich arbeitet sie im Gesundheitsbereich der Stadt Augsburg. Die Parteifreien stellen drei Stadträte.
Freie Wähler stellen Klaus Gold für die Bürgermeisterwahl 2026 in Friedberg auf
Klaus Gold für die Freien Wähler: Die Freien Wähler, die mit drei Mitgliedern im Stadtrat sitzen, ziehen mit Klaus Gold ins Rennen. Der 55 Jahre alte Außendienstmitarbeiter im Technischen Dienst sitzt bislang nicht im Stadtrat, verfolgt jedoch seit mehreren Jahren fast alle Sitzungen persönlich. Seine Ziele sind noch nicht konkret, die politische Einstellung dagegen ist es schon: „Ich möchte für Friedberg etwas erreichen, mehr gemeinschaftlich mit Bürgern angehen.“ Ziel müsse es sein, Themen anzustoßen, die realistisch sind, und diese dann durchzuziehen.
Niemand für die ÖDP: Die ÖDP will zwar eine Stadtratsliste aufstellen, jedoch keinen Kandidaten fürs Bürgermeisteramt nominieren. Hubert Nießner ist seit 2014 als einziger Vertreter der Partei im Stadtrat; in Fraktionsgemeinschaft mit den Parteifreien Bürgern. Die Umweltpartei, deren Fokus die Energiewende ist, will keinen der anderen Kandidaten bzw. Kandidatinnen explizit unterstützen.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren