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PMDS: Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

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PMDS: Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

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    Frauen mit PMDS leiden häufig unter extremen Stimmungsschwankungen.
    Frauen mit PMDS leiden häufig unter extremen Stimmungsschwankungen. Foto: elnariz, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Die wichtigsten Erkenntnisse

    • Die prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) ist eine schwere Form des prämenstruellen Syndroms (PMS).
    • Zu den typischen Symptomen gehören psychisch-emotionale Beeinträchtigungen wie starke Reizbarkeit, depressive Stimmung oder Ängste, aber auch verschiedene körperliche Beschwerden, etwa Schlaflosigkeit und Gelenkschmerzen.
    • Als Auslöser der Erkrankung gilt eine genetisch veranlagte Überempfindlichkeit gegenüber Sexualhormonen.
    • Es existieren verschiedene Behandlungsansätze – von der Antibabypille über Antidepressiva bis hin zu Sport und Ernährung.

    Für viele Mädchen und Frauen ist ihr Menstruationszyklus mit diversen körperlichen und psychischen Beschwerden verbunden. Symptome wie Krämpfe, Müdigkeit oder plötzliche Stimmungsschwankungen können dabei als Teil des prämenstruellen Symptoms (PMS) auftreten. Eine besonders schwere Form von PMS ist laut MSD Manual die prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS).

    Im Vergleich zum PMS sind die Symptome bei einer PMDS deutlich stärker ausgeprägt, wodurch die Betroffenen kaum oder gar nicht in der Lage sind, ihren Alltag zu bewerkstelligen. Häufig leiden infolgedessen auch das soziale und berufliche Umfeld. Doch obwohl PMDS eine enorme Belastung für die Frauen darstellt, bleibt die Erkrankung oft unerkannt. Alles zu den Symptomen, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von PMDS lesen Sie hier.

    PMDS: Das sind die Symptome

    Die Symptome einer prämenstruellen dysphorischen Störung sind deutlich intensiver als beim gewöhnlichen prämenstruellen Syndrom, erklärt der gemeinnützige Verein PMDS Hilfe. Die Betroffenen leiden dabei nicht nur unter den Beschwerden selbst: Das wiederkehrende Gefühl, die eigenen Reaktionen nicht kontrollieren zu können, stellt für viele Frauen eine zusätzliche emotionale Belastung dar. So berichten dem Portal zufolge viele der Betroffenen etwa, dass sie sich in dieser Phase selbst kaum wiedererkennen und sich „wie eine andere Person“ fühlen. PMDS Hilfe unterteilt die Symptome dabei in zwei Kategorien:

    Psychische Symptome

    • Veränderung von Stimmung und Emotionen. Dazu gehören etwa Stimmungsschwankungen, plötzliche Traurigkeit oder Weinen.
    • Reizbarkeit, Ärger oder Wut. Es kann zu vermehrten Konflikten mit anderen Personen kommen.
    • Depressionen - sogar suizidale Gedanken können auftreten.
    • Gefühle von Hoffnungslosigkeit, Wertlosigkeit und Schuld sowie das Gefühl von Überforderung und Kontrollverlust.
    • Das Verspüren von Ängsten, Anspannung, Unruhe oder Nervosität.
    • Konzentrationsschwierigkeiten, Probleme, sich zu fokussieren oder klar zu denken.
    • Desinteresse an alltäglichen Aktivitäten, etwa in Zusammenhang mit Arbeit, Schule, Freunden oder Hobbys.

    Physische Symptome

    • Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder wenig Energie.
    • Veränderung des Essverhaltens, etwa in Form von Heißhungerattacken oder Überessen.
    • Schlafstörungen, wie übermäßiger Schlaf oder Schlaflosigkeit.
    • Empfindliche Brüste und Spannungsgefühl in den Brüsten.
    • Schmerzen in den Gelenken und Muskeln.
    • Blähbauch oder Gewichtszunahme.

    Auch wenn die Stärke der Beschwerden von Zyklus zu Zyklus variieren kann, bleibt das grundsätzliche Muster der Symptome meist über längere Zeit stabil. Typischerweise treten die Beschwerden in der zweiten Zyklushälfte - also vom Eisprung bis zur Menstruation - auf und verschwinden kurz nach dem Einsetzen der Periode wieder. Dadurch wird der Kontrast zwischen symptomfreien und stark belastenden Tagen besonders deutlich.

    Besteht der Verdacht auf PMDS, sollten Frauen laut MSD Manual ihre Beschwerden über einen Zeitraum für mindestens zwei Zyklen täglich dokumentieren, um feststellen zu können, ob schwere Symptome regelmäßig auftreten. Damit die Diagnose einer prämenstruellen dysphorischen Störung gestellt wird, müssen nach Angaben von PMDS Hilfe mindestens fünf der oben genannten Symptome für mehr als zwei Zyklen lang bestehen.

    Wodurch wird PMDS verursacht?

    Während die genauen Auslöser von PMS laut frauenaerzteimnetz.de trotz jahrzehntelanger Forschung noch nicht vollständig geklärt sind, konnte für PMDS inzwischen eine biologische Ursache nachgewiesen werden. Die Apotheken Umschau betont dabei, dass es sich bei PMDS nicht um eine psychische, sondern um eine körperliche Erkrankung handelt, die zudem vererbbar sein kann. Wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet, wird die Erkrankung durch eine genetisch bedingte Überempfindlichkeit gegenüber Sexualhormonen ausgelöst. Studien haben demnach gezeigt, dass betroffene Frauen empfindlicher auf die Hormone Östrogen und Progesteron reagieren, deren Spiegel in der zweiten Zyklushälfte ansteigen.

    Ein Forschungsteam des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften und des Universitätsklinikums Leipzig fand zudem heraus, dass sich der Transport des Botenstoffs Serotonin im Gehirn bei Frauen mit PMDS kurz vor der Periode erhöht, informiert die Max-Planck-Gesellschaft. Diese Transporter sind dafür verantwortlich, dass das Serotonin schneller abgebaut wird. Das wiederum führt zu einem kurzzeitigen Serotoninmangel, wodurch sich möglicherweise die starken Stimmungsschwankungen bei PMDS erklären lassen. „Wir wissen, dass Östrogen und Progesteron Einfluss auf den Serotoninspiegel haben, welcher sich wiederum direkt auf die Stimmung auswirkt. Bei den Patientinnen mit PMDS scheint die Antwort des Gehirns auf diese Veränderungen im Zyklus falsch reguliert zu werden“, erklärt Studienleiterin Julia Sacher.

    PMDS: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

    Zur Behandlung der prämenstruellen dysphorischen Störung existieren nach Angaben von PMDS Hilfe verschiedene Ansätze. Ziel sei es vor allem, die Symptome so weit in den Griff zu bekommen, dass die Betroffenen gut damit leben können. Der Weg dorthin ist jedoch ein individueller Prozess, der unbedingt von ärztlichem Rat begleitet werden sollte. Mögliche Behandlungsansätze sind laut dem Portal:

    • Hormonproduktion abschalten: Da PMDS eine negative Reaktion des Nervensystems auf Hormonschwankungen ist, kann es helfen, den natürlichen Zyklus zu unterdrücken, zum Beispiel mithilfe der Pille. Allerdings besteht die Gefahr, dass diese selbst PMDS-Symptome auslöst.
    • Einnahme von Serotonergen Antidepressiva: Diese gelten derzeit als eine der effektivsten Behandlungsmöglichkeiten, da sie den Abfall von Serotonin abfangen und sich gleichzeitig positiv auf den Neurotransmitter-Stoffwechsel auswirken.
    • Psychotherapeutische Behandlung: Auch wenn es sich bei PMDS um keine psychische Erkrankung handelt, kann Psychotherapie beim Umgang mit der emotionalen Belastung der Krankheit helfen.
    • Natürliche Hilfsmittel: Bestimmte Verhaltensweisen können sich positiv auf PMDS auswirken. Dazu gehören Sport, ausreichend Schlaf, eine gesunde Ernährung mit vielen komplexen Kohlehydraten und Proteinen, Entspannungsübungen oder Akupunktur.

    Verwendete Quellen

    Literatur A-Z Icon Pfeilspitze nach unten
    • Apotheken Umschau: https://www.apotheken-umschau.de/gesund-bleiben/psyche/pmds-psychische-belastung-vor-der-periode-850047.html
    • Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte: https://www.frauenaerzte-im-netz.de/erkrankungen/praemenstruelles-syndrom-pms/therapiemassnahmen-behandlung/
    • Deutsche Ärzteblatt: https://www.aerzteblatt.de/news/biologische-ursache-der-praemenstruellen-dysphorischen-stoerung-gefunden-9e363de0-939a-4769-b601-81430bb87a39
    • Max-Planck-Gesellschaft: https://www.mpg.de/19816722/depression-vor-den-tagen
    • MSD Manual: https://www.msdmanuals.com/de/profi/gyn%C3%A4kologie-und-geburtshilfe/abnorme-geb%C3%A4rmutterblutungen/pr%C3%A4menstruelles-syndrom-pms
    • PMDS Hilfe: https://pmds-hilfe.de/

    Übrigens: Rund zwei Drittel aller menstruierenden Frauen in Deutschland leiden unter starken Regelschmerzen. Doch auch andere Zyklusphasen können mit Schmerzen verbunden sein, etwa der Eisprung.

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