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  3. Katholikentag 2024 in Erfurt: Das Christentreffen wird politisch

Kirche
28.05.2024

Der Katholikentag in Erfurt wird überaus politisch

Das Leitwort des Katholikentags in Erfurt lautet: "Zukunft hat der Mensch des Friedens." Doch es fragt sich zunehmend, ob der Katholikentag selbst noch eine Zukunft hat.
Foto: Martin Schutt, dpa

Der Katholikentag steckt in der Krise. Nun findet es zwischen Thüringer Kommunalwahl und Europawahl statt: Dort wo die AfD stark ist und Katholiken in der Minderheit sind.

Katholikentage waren in ihrer langen Geschichte bisweilen wegweisende Großveranstaltungen. Mehr als 150.000 Menschen nahmen in manchen Jahren an ihnen teil, und "heftige Diskussionen über den richtigen Weg zum Frieden zählten zu ihren spannendsten Momenten", bilanzierte einmal die Zeitschrift Herder Korrespondenz. Heftige Diskussionen haben schon vor dem 103. Deutschen Katholikentag begonnen, der vom 29. Mai bis zum 2. Juni in Erfurt stattfindet. Es geht darum, welche Bedeutung er überhaupt noch hat – und wie er es mit dem Glauben und dessen Vermittlung hält. Insbesondere Katholisch-Konservativen gilt er als zu teures und (kirchen-)politisch zu linkes Zeitgeist-Spektakel. Statt "Lebensschutz" oder Verkündigung stünden Genderthemen, Klimawandel und Migration im Fokus, lautet die Kritik.

Erklärte Absicht des Katholikentags in Erfurt ist es, "ein deutliches Zeichen für die Demokratie" zu setzen

Das Leitwort des in der Regel alle zwei Jahre vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken, der obersten Laienvertretung, veranstalteten Katholikentags in Erfurt ist "Zukunft hat der Mensch des Friedens". Erklärte Absicht ist es, "ein deutliches Zeichen für die Demokratie" zu setzen. Beides liegt nahe – angesichts des Kriegs in der Ukraine. Oder des Veranstaltungsorts in Thüringen. Im Nachbarland Bayerns ist der AfD-Landesverband bereits seit 2021 "als gesichert rechtsextremistische Bestrebung" eingestuft. Im September wird ein neuer Landtag gewählt und die AfD könnte ihr Ergebnis von 2019 – 23,4 Prozent – durchaus steigern.

Inmitten einer polarisierten Zeit, nach der Kommunalwahl in Thüringen und unmittelbar vor der Europawahl am 9. Juni dürfte es also ein überaus "politischer" Katholikentag werden – in einem Bundesland, in dem Katholikinnen und Katholiken in der Minderheit sind. Nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz gab es 2022 etwas mehr als 150.000 von ihnen in Thüringen, bei einer Einwohnerzahl von etwas mehr als zwei Millionen. Ostdeutschland ist Diaspora – und scheint einen Blick in die Zukunft der katholischen Kirche in ganz Deutschland zu ermöglichen. Es wird eine Kirche des "Weniger" sein: weniger Mitglieder, weniger Priester, weniger Kirchensteuereinnahmen, weniger Bedeutung und Einfluss.

Der Katholikentag in Stuttgart blieb vor zwei Jahren hinter den Erwartungen zurück. Das zeigte sich auch am überschaubaren Besuch des Schlussgottesdienstes.
Foto: Marijan Murat, dpa

Gerne werden Katholikentage als "Zentrum des katholischen Lebens" bezeichnet. Spätestens seit dem Stuttgarter von 2022 ist dieses Zentrum zu einem kläglichen Kern geschrumpft. Waren 2018 nach Münster 90.000 Menschen gekommen, waren es in Stuttgart 27.000. Doch selbst in Nach-Corona-Zeiten werden in Erfurt nach Veranstalterangaben lediglich "bis zu 20.000 Teilnehmende" erwartet. Der Katholikentag steckt – wie die Kirche – in der Krise. Nach dem Stuttgarter wurde gefordert, das Programm zu verschlanken. Für Erfurt wurde es das, mit 500 statt zuvor etwa 1500 Veranstaltungen. Wesentlich attraktiver für Jüngere und vielfältiger dürfte es kaum sein.

Ob der Katholikentag 2024 imstande sein wird, Impulse zu geben?

Katholisch-Konservative jedenfalls fühlen sich seit Längerem nicht mehr angesprochen von Podien mit grünen Spitzenpolitikern und Debatten um innerkirchliche Reformen. Kurz nach Vorstellung des Programms von Erfurt zählte man bei der unter anderem vom Wiener Kardinal Christoph Schönborn herausgegebenen katholischen Zeitschrift Communio nach und kam zu dem Ergebnis: "Das Christentreffen ist zwar kein grüner Parteitag. Aber die Öko-Partei ist eindeutig überrepräsentiert". Es gebe eine "Schlagseite".

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Alternativ können Gläubige auf aus ihrer Sicht spirituellere Events ausweichen wie jenes namens "Mehr", ein ökumenisches "Festival" des Glaubens samt Lobpreis, Lightshows und Livestream des nicht unumstrittenen Augsburger Gebetshauses. Zur "Mehr24" kamen zu Jahresbeginn nach Veranstalterangaben an die 11.000 Menschen in die Augsburger Messe. Unter den Anwesenden waren der katholische Augsburger Bischof Bertram Meier und Kardinal Schönborn.

Katholikentag in Erfurt: Auftritte von Steinmeier, Scholz und Habeck

Ob der Katholikentag imstande sein wird, Impulse zu geben? Der Katholischen Nachrichten-Agentur sagte Erfurts Bischof Ulrich Neymeyr, er glaube, bei den Themen Schwangerschaftsabbruch oder assistierter Suizid könne die Veranstaltung "schon eine Meinung beisteuern und hoffentlich auch innerkatholisch zu gemeinsamen Wegen führen". Für größere Aufmerksamkeit dürften die Auftritte von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Mittwoch oder Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) am Freitag sorgen. Den Eindruck, dass sich die Unionsspitze rar mache, wies die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Irme Stetter-Karp, im selben Interview zurück. CDU-Chef Friedrich Merz habe ihr gesagt, er habe großes Interesse, sei aber auf einer Auslandsreise. AfD-Vertreter wurden nicht eingeladen

Der 104. Deutsche Katholikentag wird dann in Würzburg sein, im Mai 2026. Um dafür zu werben, schenkt das Bistum Würzburg an seinem Stand in Erfurt auch Wein aus und hat kleine Bocksbeutel dabei.

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