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Blaualgen in Bayern: Aktueller Überblick für Augsburg, Schwaben und Allgäu

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Blaualgen im Badesee? So ist die Lage in der Region

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    Was man sich bei Hitze wünscht: Abkühlung, wie hier im Kuhsee. Voraussetzung ist aber, dass die Wasserqualität stimmt.
    Was man sich bei Hitze wünscht: Abkühlung, wie hier im Kuhsee. Voraussetzung ist aber, dass die Wasserqualität stimmt. Foto: Ulrich Wagner

    Die Sommerferien laufen, die Temperaturen wieder gestiegen – in Bayern ist Badezeit. Und wo ließe es sich besser schwimmen als in einem der vielen Seen in der Region? Fast nirgends. Fast. Denn in den vergangenen Jahren haben immer häufiger Blaualgen den Besuchern das Badevergnügen in den Seen verdorben. Und auch 2025 gibt es im Freistaat wieder Badeseen, an denen Blaualgen nachgewiesen wurden. Die gute Nachricht: Noch sind es nicht viele.

    Wir wollten von den zuständigen Landratsämtern und Kommunalverwaltungen wissen, wie die Lage in unserer Region ist. Die Gesundheitsämter kontrollieren regelmäßig die Wasserqualität von Badeseen, aus EU-Badegewässern müssen mindestens viermal pro Badesaison Proben entnommen werden. Dabei wird das Wasser aber vor allem auf Mikroorganismen wie Ecoli-Bakterien untersucht. Die EU-Richtlinie sieht zwar auch vor, dass die Gewässer auf Blaualgen untersucht werden, aber nur, wenn ein Verdacht besteht, dass die Algen sich in einem See schnell vermehren könnten. So handhaben es viele Kreise auch bei den Badeseen und Weihern, die zwar bei der Bevölkerung beliebt sind, aber nicht als EU-Badegewässer zählen. Auch dort werden Wasserproben entnommen und auf Blaualgen untersucht, wenn der Verdacht besteht, dass sie wachsen könnten.

    Wichtig: Selbst wenn aktuelle Testergebnisse unbedenklich sind, kann sich durch hohe Temperaturen schon vor der nächsten routinemäßigen Prüfung etwas an der Wasserqualität ändern. Vor allem nach Hitzeperioden sollte also dennoch auf eine eventuelle grünliche oder bläuliche Trübung des Wassers und Schlierenbildung geachtet werden. Wer so auf Nummer sicher geht, vermeidet unangenehme Symptome wie Hautreizungen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall und den dann empfohlenen Arztbesuch.

    Blaualgen in Augsburg: So ist die Lage am Kuhsee, Autobahnsee und Co.

    Die Stadt Augsburg überprüft fünf Seen regelmäßig auf Blaualgen: den Kuhsee, den Autobahnsee, den Ilsesee, das Naturfreibad Haunstetten und den Bergheimer Baggersee. Bei den Proben am 21. Juli, die das Gesundheitsamt entnommen hat, wiesen alle Gewässer eine ausgezeichnete Wasserqualität auf – die nächsten Tests werden am 18. August durchgeführt. Auf Anfrage unserer Redaktion teilte das Gesundheitsamt Augsburg mit, dass bei allen fünf Seen außerdem alle vier Wochen eine Sichtkontrolle auf Blaualgen stattfindet. Bisher sind dabei keine Blaualgen gefunden worden.

    Blaualgen im Landkreis Augsburg: So ist die Lage am Rothsee, Badesee in Thierhaupten und Co.

    Auch das Gesundheitsamt des Landkreises Augsburg untersucht alle vier Wochen das Wasser der neun Badeseen im Kreis Augsburg. In der Vergangenheit wurden dabei immer wieder Blaualgen im Rothsee bei Zusmarshausen gefunden, so auch im Mai und Juni dieses Jahres – allerdings nur vereinzelt. Bei der jüngsten Messung Ende Juli wurden keine Blaualgen mehr nachgewiesen.

    Eine gezielte Untersuchung auf Blaualgen nimmt das Gesundheitsamt immer dann vor, wenn die Sichttiefe weniger als einen Meter beträgt und sich im Wasser optisch Blaualgen erkennen lassen.

    Blaualgen im Landkreis Aichach-Friedberg: So ist die Lage bei Seen im Wittelsbacher Land

    Aus dem Landkreis Friedberg gibt es, was die Wasserqualität angeht, eine gute und zwei schlechte Nachrichten. Zum einen wurden am Oberacher See Anfang Juli keine Blaualgen mehr nachgewiesen, nachdem im Juni noch eine Belastung festgestellt worden war. Das zwischenzeitlich aufgehobene Badeverbot am Weitmannsee bei Kissing wurde hingegen wieder verhängt und bleibt weiterhin bestehen, nachdem Untersuchungen am 5. August die schon früher festgestellten Fäkalkeime erneut nachgewiesen haben. Zudem rät das Gesundheitsamt am Badesee in Derching vom Baden mit kleinen Kindern und Hunden ab, da hier Blaualgen der Art Tychonema im Uferbereich gefunden wurden.

    Die Wasserqualität im Wittelsbacher Land wird während der Badesaison einmal monatlich überprüft, bei außergewöhnlichen Vorkommnissen entsprechend anlassbezogen.

    Blaualgen im Landkreis Donau-Ries: So ist die Lage am Riedlinger Baggersee, in Tapfheim und Wemding

    Im Landkreis Donau-Ries gibt es zwar viele kleinere Weiher und Baggerseen, aber nur drei, die als offizielle EU-Badegewässer gelten: der Baggersee in Donauwörth, der Bruckwörthsee in Tapfheim und der Waldsee in Wemding. Alle drei werden regelmäßig – etwa einmal im Monat – auf Verunreinigungen untersucht. Die übrigen Seen untersucht das Gesundheitsamt seltener, oder wenn es dafür einen Grund gibt: zum Beispiel, weil ein Badegast Blaualgen entdeckt haben will.

    Im Landkreis Donau-Ries wurden in der Badesaison 2025 noch in keinem Badesee Blaualgen gefunden. Auch die jüngsten Untersuchungen am 28. Juli konnten dies bestätigen.

    Blaualgen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen: So ist die Lage an den Weicheringer Seen und Co.

    Im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen gibt es vier Badeseen, die als offizielle EU-Gewässer gelten und aus denen deshalb in regelmäßigen Abständen Wasserproben entnommen werden: den Joshofener Weiher, die Weicheringer Seen, den Badesee Niederforst und den Sportsee in Burgheim. Daneben gibt es vor allem entlang der Donau noch sechs weitere Seen, die das Landratsamt als offizielle Badeseen aufführt, bei denen aber seltener Wasserproben entnommen werden. Eine Ausnahme ist der Zeller See, bei dem 2023 erhöhte PFAS-Werte nachgewiesen wurden. Seitdem wird der See nicht mehr mikrobiologisch überwacht, das Gesundheitsamt rät zudem vom häufigen Baden im See ab.

    In den Badeseen, die im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen regelmäßig untersucht werden, gibt es in der aktuellen Badesaison bisher keine Blaualgen.

    Blaualgen im Landkreis Dillingen: Badeverbot im Gartnersee

    Im Landkreis Dillingen gibt es drei Seen, die das Gesundheitsamt regelmäßig – mindestens einmal im Monat – untersucht: den Auwaldsee bei Lauingen, den Gartnersee bei Gundelfingen und den Wünschsee bei Peterswörth. Ein Sprecher des Landratsamtes gibt an, dass diese Badeseen während der Badesaison und der Algenblüte mindestens einmal die Woche begutachtet und darauf untersucht werden, ob vermehrt Algen auftauchen.

    Dazu gibt es sechs weitere Badeseen, die das Gesundheitsamt mindestens zweimal pro Saison untersucht – im Bedarfsfall auch öfter: den Wasserskisee (Gufisee) bei Gundelfingen, den Fetzersee bei Gundelfingen, den Rossausee bei Weisingen, den Badesee bei Blindheim, den Schwenninger Badesee und den Schnellseen bei Binswangen.

    Der akute Blaualgenbefall des Gartnersees im Landkreis Dillingen ist nach wie vor aktuell, allerdings zeigte die Probennahme am 28. Juli einen Rückgang der Blaualgen-Belastung. Somit scheint sich das Gewässer allmählich zu regenerieren; dennoch ist laut jüngster Messungen am 6. August die Sichttiefe weiterhin eingeschränkt. Das verhängte Badeverbot muss folglich weiter bestehen bleiben.

    Auch die Proben des Schwenninger Badesees zeigten Auffälligkeiten: Am 28. Juli wurde dort bei einer Routinekontrolle eine Überschreitung der Grenzwerte für Escherichia coli und intestinale Enterokokken festgestellt. Aus diesem Grund wird vom Baden im Schwenninger See abgeraten.

    Blaualgen im Landkreis Günzburg: So ist die Lage am Oberriederweiher, an der Wakeboard-Anlage und Co.

    Im Landkreis Günzburg werden sieben Badeseen vom Gesundheitsamt überwacht: der Heiligmannsee in Jettingen-Scheppach, der Lutzenbergersee, der Erdbeersee und der Mooswaldsee in Günzburg, der Oberrieder Weiher in Breitenthal, die Wakeboardanlage in Thannhausen und der Silbersee in Rettenbach. Von jedem See werden pro Saison sechs Proben entnommen. Dabei achten die Kontrolleure auch darauf, ob sie in den Seen Spuren von Blaualgen entdecken. Sollte das der Fall sein, werden die Wasserproben auch auf Blaualgen getestet.

    2025 waren bisher alle Proben an den Seen im Landkreis Günzburg unauffällig, die letzte am 23. Juni.

    Blaualgen im Landkreis Neu-Ulm: Entwarnung am Ludwigsfelder Baggersee

    Im Kreis Neu-Ulm werden regelmäßig acht Badeseen geprüft: der Auer Badesee in Illertissen, der Filzinger Seen in Altenstadt, der Ludwigsfelder Baggersee und der Pfuhler Badesee in Neu-Ulm, der Schützensee in Elchingen, der Sendener Waldsee, der Vöhringer See und der Waldbaggersee Illerzell in Senden. Werden dabei Auffälligkeiten festgestellt, die auf einen Blaualgenbefall hindeuten, wird das entnommene Wasser auch auf Blaualgen geprüft.

    Anfang Juli wurden dabei im Ludwigsfelder Baggersee Blaualgen nachgewiesen. Laut Landratsamt handelte es sich nur um kleinere Stellen des Sees, weswegen ein Badeverbot nicht ausgesprochen wurde – es wurden aber Hinweisschilder aufgestellt. Diese konnten nach einer neuerlichen Messung am 22. Juli inzwischen aber wieder entfernt werden, die festgestellte Konzentration von Blaualgen war nur noch minimal.

    Am Pfuhler See hingegen wird weiterhin auf Zerkarien hingewiesen. Diese Larven von Saugwürmern sind für den Menschen ungefährlich, weswegen auch hier kein Badeverbot ausgesprochen wurde. Sie können jedoch zu Hautreizungen führen.

    Blaualgen im Landkreis Unterallgäu: Besser als 2024

    Im Unterallgäu gibt es zwölf Badeseen, die das Landratsamt als offizielle Badestellen führt. Drei davon sind EU-Badegewässer, die regelmäßig kontrolliert werden: das Bad Clevers in Bad Grönenbach, der Rothdachweiher in Babenhausen und das Schachenbad bei Ottobeuren. Bei den anderen neun Baggerseen und Weihern entscheidet das Gesundheitsamt darüber, wann und wie oft es sie kontrolliert. Zu den untersuchten Baggerseen gehören der Lohhofer Weiher in der Nähe von Hausen, der Baggersee in Pfaffenhausen und der südliche Baggersee in Pfaffenhausen, der Bürgle Weiher und der Schnerzhofer Weiher in Markt Wald, der Kaiserweiher in Salgen, der Baggerseen Attenhausen, der Mindelsee in Mindelheim und der Kartäuser See (Buxheimer Weiher).

    2024 wurden dabei tatsächlich an einigen Weihern Blaualgen gefunden, weswegen auch mehrere gesperrt wurden. Diesen Sommer fielen die Proben hingegen bisher durchwegs gut aus.

    Tritt an einem Badesee ein vermehrtes Aufkommen an Blaualgen auf, kann das Gesundheitsamt vom Baden abraten oder ein Badeverbot verhängen. (Archivbild)
    Tritt an einem Badesee ein vermehrtes Aufkommen an Blaualgen auf, kann das Gesundheitsamt vom Baden abraten oder ein Badeverbot verhängen. (Archivbild) Foto: Julian Stratenschulte, dpa (Symbolbild)

    Blaualgen im Landkreis Landsberg: So ist die Lage am Ammersee und anderen Badegewässern

    Auch im Landkreis Landsberg werden die Badeseen einmal pro Monat untersucht. Dazu gehört insbesondere der Ammersee und dessen Westufer rund um Eching, Schondorf, Dießen und Co., aber auch der Baggersee Geltendorf, der Engelsrieder See in Rott und der Lech selbst. Dabei gab es 2025 bisher keine Beanstandungen oder Hinweise auf einen Blaualgenbefall. Wie bereits im Vorjahr ist also kein Badesee im Landkreis gesperrt.

    Blaualgen in Kempten: So ist die Lage am Eschacher Weiher, dem Bachtelweiher und Co.

    Für die Qualität der Badeseen in Kempten ist, wie für einen Großteil des Allgäus, das örtliche Wasserwirtschaftsamt zuständig. Laut der Behörde wurden und werden ganzjährig in allen Allgäuer Seen Blaualgen nachgewiesen, was jedoch nicht automatisch bedeute, dass es regelmäßig zur Blütenbildung käme. Aktuell gibt es für Badeseen in Kempten, wie etwa dem Eschacher Weiher in Buchenberg oder dem Kemptener Bachtelweiher, keine Warnungen für Blaualgen oder sonstige Beeinträchtigungen der Wasserqualität.

    Blaualgen im Landkreis Lindau: So ist die Lage am Bodensee und Waldsee

    Im Landkreis Lindau gibt es sechs offizielle EU-Badestellen, die sich auf die Ufer zweier Seen verteilen. Neben dem bayerischen Bodenseeufer ist das der Waldsee in Lindenberg (Westallgäu). Während der Badesaison entnimmt das zuständige Gesundheitsamt einmal monatlich Wasserproben zur Untersuchung auf sogenannte Indikatorbakterien. Außerdem werden Temperatur und Sichttiefe der Badegewässer begutachtet, denn auch sie können Hinweise auf einen Algenbefall liefern.

    Bislang gab es in der laufenden Saison keinen Befall mit Blaualgen in den untersuchten Badegewässern.

    Blaualgen im Landkreis Oberallgäu: So ist die Lage an Alpsee, Grüntensee und Co.

    Im Landkreis Oberallgäu findet sich eine Fülle an beliebten Badeseen, die alle entweder nach der EU-Badegewässerrichtlinie oder der Bayerischen Badegewässerverordnung regelmäßig untersucht werden. Dazu zählen der Große und der Kleine Alpsee bei Immenstadt, der Grüntensee in Oy-Mittelberg oder der Freibergsee in Oberstdorf. Die Untersuchungen konzentrieren sich jedoch auf mikrobiologische Einschätzungen und umfassen nicht den möglichen Befall mit Algen. Sollte es durch Warnhinweise wie Verfärbungen, eingeschränkter Sichttiefe oder Schlierenbildung jedoch einen Verdacht auf einen Algenbefall geben, wird ein Biologe des Wasserwirtschaftsamtes hinzugezogen. Bei bestehendem Risiko reichen die Maßnahmen von Warnhinweisen bis zu Badeverboten.

    In der laufenden Saison wurden bisher zwar zwei Verdachtsmeldungen geprüft, Blaualgen wurden dabei jedoch nicht festgestellt. Auch sonst gab es bisher keine bakteriologischen Auffälligkeiten.

    Blaualgen im Ostallgäu: So ist die Lage an Alatsee, Forggensee und anderen Seen

    Das Ostallgäu hat mit dem Alatsee, dem Forggensee oder auch dem Hopfensee ebenfalls einige schöne Badeseen zu bieten. Auch diese Badestellen werden in der Saison in regelmäßigen Abständen kontrolliert. Im laufenden Sommer konnten bislang keine Blaualgen in den Ostallgäuer Badeseen festgestellt werden, das Badevergnügen bleibt also auch in dieser beliebten Urlaubsregion ungetrübt.

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