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Augsburg

21.10.2019

MT Aerospace baut bis zu 80 Stellen in Augsburg ab

bei MT Aerospace sollen bis zu 150 Arbeitsplätze gefährdet sein. Logo
Bild: Annette Zoepf (Archiv)

Die schlechten Nachrichten reißen nicht ab: Nun gab auch Luftfahrtzulieferer MT Aerospace bekannt, dass bis zu 80 Arbeitsplätze zu Jahresanfang wegfallen werden.

Die Welt dreht sich immer schneller, die Konjunktur flacht ab und beides hat direkte Auswirkungen auf Augsburger Unternehmen. Während sich bei Kuka die Nachfrage nach den Produkten nicht so entwickelt hat wie ursprünglich geplant, bei Premium Aerotec der Wegfall des Superfliegers A 380 einen deutlichen Rückgang der Auslastung beschert hat, ist es bei dem Augsburger Luftfahrtzulieferer MT Aerospace nun der holprige Übergang vom Ariane-5- zum Ariane-6-Programm, der Probleme macht und für den Abbau von Arbeitsplätzen verantwortlich ist.

Entwicklungen am Markt schaden MT Aerospace

Wie das Unternehmen mitteilt, müssen Anfang 2020 zwischen 70 und 80 der 500 Mitarbeiter entlassen werden. Dazu sind weitere Jobs in der Entwicklung gefährdet. Bis zu 150 Mitarbeiter könnten so ihre Stelle verlieren, sagt ein Unternehmenssprecher. Grund dafür sind verschiedene Entwicklungen in der Branche. So ist unter anderem der Markt für geostationäre Satelliten eingebrochen und der US-Raketenbauer Space X schafft einen mächtigen Preisdruck.

Die ESA, die Europäische Weltraumorganisation, strich daher bereits den Bau der letzten zehn Ariane-5-Raketen. So kommt es, dass die Produktion dieses Ariane-Typs früher endet als geplant und der Start für die Ariane 6 später anläuft als einkalkuliert. Für die Zeit dazwischen sind nun Mitarbeiter in der Produktion nicht ausgelastet und müssen das Unternehmen verlassen.

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MT Aerospace will sozialverträgliche Lösungen

Die Gespräche zum Stellenabbau laufen bereits, so der Unternehmenssprecher weiter. Es werde versucht, sozialverträgliche Lösungen zu finden. Darauf drängt auch die Gewerkschaft. "Unser Bestreben ist es, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen gibt, sondern, wenn ein Stellenabbau unvermeidbar ist, andere Wege gefunden werden", so IG Metall-Sprecherin Angela Steinecker. Die Belegschaft wiederum setzt ihren Beobachtungen nach stark auf Unterstützung seitens der Politik. Denn während von der ersten Abbauwelle zunächst nur die Produktion betroffen ist, hängt die Zukunft der Entwicklungsingenieure auch von politischen Entscheidungen über die Vergabe weiterer Budgets für das Ariane-Programm ab.

MT Aerospace ist neben Premium Aerotec der zweite große Luftfahrtzulieferer in Augsburg. Am Standort sind rund 500 Menschen beschäftigt. MT Aerospace ist einer der wichtigsten Zulieferer für das internationale Ariane-Programm.

Lesen Sie dazu auch: Mehr als 50 Firmen in Schwaben beantragen Kurzarbeit

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