Entspannte Reisewelt

In diesem Jahr sind die Deutschen in Urlaubslaune wie lange nicht mehr. Terroranschläge, Karikaturenstreit und Vogelgrippe spielen keine Rolle mehr; die Klimaerwärmung wird zwar intensiv diskutiert, schlägt sich aber bislang nicht negativ in den Buchungszahlen nieder.

Das Atomkraft-Klima

Die Klimaschutzdebatte hat offenbar neue Sympathie für die Kernenergie geschaffen: Deren Befürworter und Gegner liegen gleich auf, während sich bislang eine deutliche Mehrheit zugunsten des vereinbarten Atomausstiegs ausgesprochen hatte.

Radikale Reform

Selbstverständlich kann man trefflich darüber streiten, ob Lehrer zwingend Beamte sein müssen. Die Forderung des Aktionsrats Bildung, Schulen zwar weiterhin öffentlich zu finanzieren und in privater Trägerschaft zu organisieren, zielt jedoch exakt auf die Abkehr vom Berufsbeamtentum mit all den Folgen für andere Berufsgruppen.

Afghanistan ist gefährlich

Wie es manchmal so kommt. Heute entscheidet der Bundestag über den Einsatz deutscher Aufklärungs-Tornados in Afghanistan. Gestern wurde ein deutscher Helfer ebendort umgebracht. Nun ist diese politische Entscheidung vor dem aktuellen Hintergrund einer persönlichen Tragödie zu treffen. Das lässt wenig Raum für Beschönigungen.

Abfuhr für den "Bundestrojaner"

Deutschlands höchste Richter haben staatlichen Spionageprogrammen, spöttisch auch schon "Bundestrojaner" genannt, eine Abfuhr erteilt. Es war eine richtige und wichtige Entscheidung.

In der Angst-Falle

Der Irak trägt Trauer ­ und die so genannten Widerstandskämpfer, die nichts anderes sind als Terroristen, können jubeln. Sie, die sich der Vernichtung und dem Mord verschrieben haben, feiern den blutigsten Tag seit dem Sturz von Diktator Saddam Hussein als Triumph ihrer Schreckensstrategie.

Wie ein Feldherr ohne Fußvolk

Sehen so Sieger aus? Sie würden es gerne sein und inszenieren sich auch so. Und doch ahnen sie, dass sie dieses Mal, anders wie vor drei Jahren, das Ding auf der Schlussgeraden nicht mehr drehen können.

Eine Utopie wurde wahr

Als die Arbeiter der Danziger Leninwerft am 31. August 1980 den Widerstand gegen die Werksführung und damit gegen den kommunistischen Machtapparat in Polen wagten, konnte niemand ahnen, dass sich daraus der Beginn einer neuen Ära entwickeln würde. Der Aufstand in Danzig erfasste in wenigen Tagen ganz Polen und ließ die Welt ­ ungläubig zunächst ­ aufhorchen. Niemand mochte damals für die in der Leninwerft gegründeten unabhängigen Gewerkschaft Solidarnosc (Solidarität) und deren Frontmann Lech Walesa auch nur einen Pfifferling geben.