Die Kommunalwahl am 8. März 2026 verspricht viel Spannung: Im südlichen Landkreis wird es zu einem kleinen Umbruch kommen. Ein halbes Dutzend Bürgermeister tritt nicht mehr an. Gleichzeitig gehen in einigen Kommunen mehrere Kandidaten ins Rennen ums Bürgermeisteramt. Das verspricht einen besonderen Wahlabend und vielleicht die ein oder andere Stichwahl.
Alle Bürgermeisterkandidaten 2026 aus dem Landkreis Augsburg auf einen Blick
In den Städten wird es spannend
Schwabmünchen: Bürgermeister Lorenz Müller (CSU) hört nach 18 Jahren im Amt auf. Die CSU schickt Stadtrat Stephan Dölle ins Rennen. Stadtrat Konstantin Wamser bewirbt sich für die SPD, die ihn gemeinsam mit den Grünen nominiert hat. Weiterer Kandidat ist Benjamin Schorer für die Freien Wähler. Der Polizist ist seit 2020 im Stadtrat und wechselte im September von der CSU zu den Freien Wählern.
Wechsel im Gersthofer Rathaus
Gersthofen Eines ist sicher: Das höchste Amt der Stadt Gersthofen hat nach der Wahl jemand anders. Denn der amtierende Bürgermeister tritt nicht mehr an. Als erstes hatte bereits im April Susanne Olita erklärt, als parteilose Kandidatin ins Rennen zu gehen. Inzwischen wird sie von W.I.R und CSU unterstützt. Zuletzt warf AfD-Kandidat Anton Beringer seinen Hut in den Ring. Zuvor bewarben sich auch schon die SPD-Kandidatin Gülüzar Starizin, Melanie Schappin von den Freien Wählern und Julia Romankiewicz-Döll von der Gruppierung Pro Gersthofen. Damit treten in Gersthofen nur Kandidatinnen und Kandidaten an, die vor sechs Jahren noch nicht dabei waren.
Neusäß: In Neusäß, einer der größten Städte im Landkreis Augsburg, gibt es inzwischen zwei Kandidaten und eine Kandidatin für den Posten des Ersten Bürgermeisters. Amtsinhaber Richard Greiner (CSU) hat eine dritte Amtszeit im Blick. Seine Chancen darauf sind gut. Der 53-Jährige erhielt bei der Bürgermeisterwahl 2020 knapp 65 Prozent der Stimmen. Damals hatte er drei Mitbewerber, heute ist aus dieser Runde allein Susanne Höhnle (SPD) wieder dabei. Die Gymnasiallehrerin erhielt damals knapp acht Prozent der Stimmen und ist seitdem dritte Bürgermeisterin. Auch Reiner Fuchs von der AfD möchte Bürgermeister der Stadt werden.
Mehrere Gegenkandidaten in Königsbrunn
In Königsbrunn tritt der amtierende Bürgermeister Franz Feigl (CSU) wieder an, wird aber fünf Gegenkandidaten haben. Der SPD-Ortsvorstand sprach sich einstimmig dafür aus, dass Stadtrat Nicolai Abt erneut kandidieren soll. Die FDP hat Stadtrat Christian Toth ins Rennen geschickt. Der selbstständige Lebensmitteleinzelhändler kandidierte ebenfalls bereits 2020. Er bekommt diesmal Unterstützung von der nicht-organisierten Wählervereinigung „Herzenssache Königsbrunn“. Die Grünen in Königsbrunn haben einstimmig Helmut Schmidt als ihren Bürgermeisterkandidaten für die kommende Kommunalwahl 2026 nominiert. Schmidt, der bereits als Direktkandidat für die Bundestagswahl in Augsburg-Land angetreten war, stellt sich nun erstmals für das Bürgermeisteramt zur Wahl. Die Freien Wähler schicken Christian Ender ins Rennen. Für die AfD tritt Anita Döbler an. Der Vertriebsleiter und die Gastronomin traten politisch in Königsbrunn bislang nicht in Erscheinung.
Das politische Erdbeben von Bobingen
In Bobingen war vor sechs Jahren Amtsinhaber Klaus Förster (CSU) selbst der Herausforderer für den damals amtierenden Bürgermeister Bernd Müller (SPD). Es kam fast einem kleinen Erdbeben gleich, als Müller nach 24 Jahren als Bobinger Bürgermeister seinen Schreibtisch räumen musste und Klaus Förster ins Bobinger Rathaus einzog. Im März 2026 wird Klaus Förster seinerseits das Amt des Bürgermeisters verteidigen müssen. Er wurde jüngst einstimmig nominiert. Zwei der möglichen Gegenkandidaten waren auch damals schon im Rennen. Wieder kandidieren wird Michael Ammer (Freie Bürger-Union). Der 47-Jährige holte bei der letzten Wahl ein starkes Ergebnis. Für die SPD geht Dr. Armin Bergmann (35) ins Rennen. Er sei seit vielen Jahren engagiertes Mitglied der SPD und in Bobingen verwurzelt, heißt es in einer Mitteilung der Stadtratsfraktion.
In Stadtbergen stehen 2026 keine Bürgermeisterwahlen an, Paulus Metz (CSU) bleibt noch bis 2029 im Amt.
So sieht es in den Gemeinden aus
Wie es in den Gemeinden aussieht, und was der Redaktion bislang bekannt ist:
Aystetten: Seit 2008 ist Peter Wendel (FW) Bürgermeister in Aystetten - nun tritt er nicht mehr an. Sein Nachfolger will Markus Winterhalter (FW) werden. Der 44-Jährige Polizeibeamte lebt seit einigen Jahren in der Gemeinde. Seine Gegenkandidaten sind der 50-jährige, promovierte Biologe Eric Hummel (CSU), Kreisrätin Ursula Reichenmiller-Thoma kandidiert nach ihrem kürzlichen Austritt bei den Grünen für die SPD. Außerdem tritt Patrick Junker für Aystetten aktiv an.
Diedorf: Peter Högg (WfD) hört nach zwölf Jahren im Amt auf, er tritt bei der Wahl 2026 nicht mehr an. Sein Nachfolger möchte Andreas Müller (WfD) werden, der kommunalpolitischer Neuling ist. Er tritt gegen Thomas Rittel (CSU) an, der bereits im Diedorfer Gemeinderat ein Mandat hat und Zweiter Bürgermeister ist. Er war bereits 2020 ein Kandidat für das Amt.
Großaitingen: Erwin Goßner ist seit 2014 Bürgermeister, stellt sich aber nicht mehr zur Wahl, das verkündete er auf der Bürgerversammlung Ende Januar. Der bisherige Zweite Bürgermeister Clemens Hutter wird für die CSU antreten.
Langerringen: Marcus Knoll (CSU) tritt wieder an. Die SPD stellt keinen Kandidaten auf.
Hiltenfingen: Robert Irmler tritt erneut an.
Kutzenhausen: Andreas Weißenbrunner (Freie Wähler) ist seit 2020 Bürgermeister und kandidiert erneut. Er hat keinen Gegenkandidaten.
Ustersbach: Bürgermeister Willi Reiter (CSU/Bürgerliste) tritt nicht mehr zur Wahl an. Sein Amt möchten sowohl Angelika Ortner, 61, (ABU) als auch Markus Kohler, 46, (CSU) erlangen. Beide sind seit vielen Jahren im Gemeinderat aktiv.
Wehringen: Manfred Nerlinger hört nach drei Amtsperioden auf und kandidiert 2026 nicht mehr. Max Schuler möchte der Nachfolger werden. Der 38-Jährige ist in Wehringen aufgewachsen und fest im Ort verwurzelt, unter anderem als aktueller Zweiter Bürgermeister und als aktiver Feuerwehrmann. Beruflich ist er als Sachgebietsleiter der Kommunalaufsicht am Landratsamt Landsberg tätig.
Die Stauden
Fischach: In Fischach endet eine Ära. Bürgermeister Peter Ziegelmeier (SPD) tritt nach 18 Jahren als Bürgermeister und vielen weiteren im Gemeinderat von Fischach nicht mehr an. Seine Nachfolge wollen Rechtsanwältin Anja Völk (SPD), bislang noch dritte Bürgermeisterin in Ustersbach, und Verwaltungsfachmann Benjamin Früchtl (CSU) antreten.
Langenneufnach: Gerald Eichinger (CSU) möchte eine zweite Wahlperiode im Amt bleiben.
Walkertshofen: Die amtierende Bürgermeisterin Margit Jungwirth-Karl steht nicht mehr zur Wahl. Gemeinderat Christoph Endres kandidiert für CSU und Freie Bürger. Der 40-jährige Maler- und Lackierermeister sowie Energieberater aus Walkertshofen ist unter anderem Vorsitzender des Sportvereins.
Mickhausen: Bürgermeister Mirko Kujath, der bei der Kommunalwahl 2020 überraschend Hans Biechele im Amt ablöste, will 2026 erneut als Bürgermeister kandidieren. Seinen Ring in den Hut geworfen hat auch Andreas Zimmermann: Er ist Feuerwehrchef, Gemeinderat und Netzwerker und wird vom CSU-Ortsverband und der unabhängigen Wählerliste unterstützt
Mittelneufnach: Die amtierende Bürgermeisterin Cornelia Thümmel wurde von der Liste „Fortschritt Mittelneufnach“ nominiert und wird sich wieder zur Wahl stellen.
Scherstetten: Nach den ersten Versammlungen ging man sogar von einer Wahl ohne offiziellen Bürgermeisterkandidaten aus. Doch das änderte sich noch. Bastian Wottrich, der zunächst als Gemeinderatskandidat nominiert war, erklärte sich bereit, für das Bürgermeisteramt zu kandidieren.
Gessertshausen: Hier stehen 2026 keine Bürgermeisterwahlen an, Jürgen Mögele bleibt noch bis 2029 im Amt.
Das Lechfeld
Untermeitingen: Simon Schropp stellt sich erneut zur Wahl. Benjamin Fichtel, 35 Jahre alt, verheiratet, Bauunternehmer im Hochbau, geht für die Freien Wähler ins Rennen.
Graben: Andreas Scharf möchte weiterhin Bürgermeister bleiben. Mit 100 Prozent Zustimmung nominierte ihn das Bündnis Lechfeld als Bürgermeisterkandidaten. 2020 war Scharf, der für die CSU sowie das Bündnis Lechfeld antrat, der einzige Kandidat in der Gemeinde.
Klosterlechfeld: Rudolf Schneider will Bürgermeister für die SPD bleiben. Er räumt aber schon ein: „Es wird meine letzte Amtszeit sein.“
Kleinaitingen: In einem emotionalen Schlusswort kündigte Rupert Fiehl am Ende der jüngsten Bürgerversammlung an, dass er sich nicht mehr als Bürgermeister aufstellen lassen wird. Bettina Steimer von der Freien Wähler-Vereinigung Kleinaitingen geht ins Rennen um die Nachfolge. Sie wurde auch zur Listenführerin bei der Freien Wähler-Vereinigung gewählt. Seinen Hut in den Ring wirft außerdem Ralf Dylong. Er wurde von CSU und den Unabhängigen Wählern nominiert.
Oberottmarshausen: Andreas Reiter steht als amtierender Bürgermeister auf Platz eins der Gemeinderatsliste für CSU und Unabhängige Wähler. Es gibt einen weiteren Kandidaten: Jochen Reis wird im nächsten März bei der Kommunalwahl für die Freien Wähler antreten.
Obermeitingen: Erwin Losert hat seine Entscheidung schon vor Jahren gefällt. „Ich habe mir eine persönliche Altersgrenze gesetzt“, sagt der Bürgermeister von Obermeitingen. „Ich bin 62 Jahre alt und nächstes Jahr dann 63. Mit einer weiteren Legislaturperiode wäre ich 69. Das ist mir persönlich zu spät, um in den Ruhestand zu gehen.“ Nach zwei Amtszeiten und dann zwölf Jahren an der Spitze der Gemeinde findet Losert, dass nun der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um Abschied zu nehmen. Wie berichtet, möchte Martin Knischewski in Obermeitingen Bürgermeister werden. Knischewski führt auch die Liste der FWG für den Gemeinderat an, die kürzlich aufgestellt wurde.
Kommunalwahl 2026: Die Bürgermeisterkandidaten im Holzwinkel
Adelsried: In Adelsried gibt es keinen Gegenkandidaten für Amtsinhaber Sebastian Bernhard (CSU)
Altenmünster: In Altenmünster stehen alle politischen Gruppierungen hinter CSU-Bürgermeister Florian Mair.
Bonstetten: In Bonstetten gibt es gleich zwei Bewerber um die Nachfolge von Bürgermeister Anton Gleich. Für die Freie Wählervereinigung tritt Gemeinderat Hannes Merz an. Die CSU schickt Stefan Haas ins Rennen.
Dinkelscherben: Zwei Kandidaten wollen die Nachfolge von Edgar Kalb antreten. Ulrich Fahrner wird von CSU, Freien Wählern und der SPD unterstützt. Sein Konkurrent um den Bürgermeister-Posten ist Joachim Schimming (Bündnis 90/Die Grünen).
Emersacker: Bürgermeister Karl-Heinz Mengele wurde von der unparteilichen Wählervereinigung als Kandidat bestätigt.
Heretsried: Nach dem Ausscheiden von Heinrich Jäckle, schickt die Wählergemeinschaft Bettina Stadlmayer ins Rennen. In der aktuellen Amtsperiode gibt es im Nordwesten des Landkreises keine einzige Bürgermeisterin. Ihr Konkurrent um das Amt ist Christian Espig, der für die freie Wählervereinigung Lauterbrunn antritt.
Horgau: Mit Sandra Wolgschaft tritt auch in der Rothal-Gemeinde eine Frau an. Sie kandidiert für die CSU. Sie hat mit Martin Trautwein (SPD) und Matthias Mahler (Bürgerverein Rothtal) zwei Gegenkandidaten.
Welden: Bürgermeister Stefan Scheider (Freie Wählervereinigung) hat keinen Gegenkandidaten.
Zusmarshausen: In der Marktgemeinde Zusmarshausen wird es 2026 einen neuen Bürgermeister geben. Amtsinhaber Bernhard Uhl tritt nach zwei Amtszeiten nicht mehr, sondern kandidiert in Wertingen für das Amt des Rathauschefs. Somit gibt es zwei Kandidaten für den Posten. Für die CSU tritt Christian Weldishofer an. Für die Bürgerliste Zusmarshausen geht Ben Matthes ins Rennen.
Die Bürgermeisterkandidaten und Kandidatinnen im nördlichen Landkreis
Gablingen: Die Gablingerinnen und Gablinger haben in diesem Jahr eine große Auswahl. Seit 2020 ist Gablingens Bürgermeisterin Karina Ruf im Amt. Bei der Kommunalwahl 2026 hat sie gleich zwei Gegenkandidaten: Daniel Walser. Er wurde von den Freien Wählern nominiert und leitet derzeit die Bauverwaltung der VG Welden. Zweiter Gegenkandidat ist Pius Kaiser von der CMS Gablingen. Der 37-Jährige ist Architekt und Landwirt. .
Langweid: In Langweid zieht sich Amtsinhaber Jürgen Gilg aus familiären Gründen zurück. Ein Nachfolger, auf den sich mehrere Parteien bereits geeinigt haben, ist Dominik Jahn, Sohn von Altbürgermeister Wolfgang Jahn. Außerdem hat die AfD Ingeborg Wilde als Bürgermeisterkandidatin nominiert.
Meitingen: Bürgermeister Michael Higl (CSU), auch Landratsstellvertreter, tritt wieder an. Einen Gegenkandidaten oder eine Gegenkandidatin gibt es nicht.
Westendorf: Auch in Westendorf haben die Freien Wähler Steffen Richter als Bürgermeisterkandidatin nominiert. Er ist seit 2024 Bürgermeister und der einzige Kandidat für das Amt im Westendorfer Rathaus.
Nordendorf: In Nordendorf haben die Freien Wähler wieder Bürgermeister Tobias Kunz nominiert. Sein Gegenkandidat ist Tim Mailbeck von der AfD.
Ellgau: Christine Gumpp war 2020 auf Manfred Schafnitzel gefolgt. Sie ist die einzige Bürgermeisterkandidatin in Ellgau.
Allmannshofen: Dort wird es heuer spannend. Denn nach Jahrzehnten mit einer Liste, der Wählervereinigung Allmannshofen, wurde im vergangenen Jahr eine Zweite gegründet, samt Bürgermeisterkandidat. Gegen Amtsinhaber Markus Stettberger geht nun Josef Reiter von der „efa“ mit ins Rennen. Dahinter steht „engagiert für alle“.
Kühlenthal: In der kleinsten Gemeinde im Augsburger Land tritt Bürgermeisterin Iris Harms wieder an.
Biberbach: Dort können die Bürgerinnen und Bürger zwischen vier Kandidaten wählen. Denn Bürgermeister Wolfgang Jarasch hört auf. Für die CSU tritt Rainer Würz an, für die Freien Wähler Christian Schuster, für die Grünen Jürgen Scharrer und für die Bibertalliste Martin Wörle.
Ehingen: Dort hört Bürgermeister Franz Schlögel nach 24 Jahren auf. Nachfolgen wird ihm wohl sein bisheriger Stellvertreter, Max Becke.
Thierhaupten: Einziger Kandidat dort ist der langjährige Bürgermeister Toni Brugger.
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