Dienstag, 21. November 2017

13. September 2017 11:51 Uhr

IAA

1000 PS: Daimler schickt ein Rennauto auf die Straße

Auf der Automesse IAA geht es dieses Jahr stark um umweltfreundliches Fahren. Doch zu finden ist auch ein Auto mit 1000 Pferdestärken. Von Arne Bensiek

i

Dieses Auto hat 1000 PS und kostet 2,7 Millionen Euro. Vorgestellt wurde es auf der IAA von Daimler-Chef Dieter Zetsche und Formel-1-Pilot Lewis Hamilton.
Foto: Daniel Roland, afp

Die Zukunft kommt nicht ohne Überraschungen aus. Während die meisten deutschen Automarken auf der Internationalen Automobilausstellung ihre Elektrofahrzeuge ins helle Scheinwerferlicht rollen, widmet Daimler den größten Auftritt in Frankfurt ausgerechnet einem 1000-PS-Rennwagen. Von sparsam, emissionsfrei und selbstfahrend gibt es bei dem Modell keine Spur. Hierfür gibt es ja bald den autonomen Smart und die A-Klasse EQ A. Der Mercedes-AMG Project One dagegen ist die geballte Antithese zu dem, was Mobilitätsforscher und die Autoindustrie selbst für das Fahrzeug der Zukunft halten. „Das erste Formel-1-Auto mit Straßenzulassung“, schwärmt Daimler-Chef Dieter Zetsche. Niemand Geringeres als Formel-1-Star Lewis Hamilton fährt das Geschoss entsprechend auf die Bühne und erklärt: „Mit dem Motor des Project One habe ich 2015 die Weltmeisterschaft gewonnen.“

Nach der Präsentation drängeln sich die Fachbesucher auf der Bühne des Daimler-Messestands nicht um den Smart ohne Lenkrad oder die elektrische A-Klasse, sondern um das Hypercar. Stirnrunzeln sucht man vergebens, ein jeder giert nach einem Selfie mit dem Project One, überall schaut man in strahlende Augen. Der Faszination für schnelle Autos wird auch die Wende zur Elektromobilität nichts anhaben können. Das lässt sich hier beobachten.

ANZEIGE

Höchstgeschwindigkeit: 350 Stundenkilometer

Der Sechs-Zylinder-Verbrennungsmotor bringt es auf 11000 Umdrehungen in der Minute und unterstützt von vier Elektromotoren – darunter ein 90-Kilowatt-Turbolader – auf eine Höchstgeschwindigkeit von 350 Stundenkilometern. Die Beschleunigung von null auf 200 in weniger als sechs Sekunden dürfte den Project One ziemlich sicher zum schnellsten Hybrid der Welt machen. Der Teuerste ist er in jedem Fall: 2,7 Millionen Euro kostet das Modell, das auf eine Stückzahl von 275 Exemplaren limitiert ist – allesamt bereits vorab verkauft an Freunde der Daimler-Tochter AMG. Der Project One wird daher wohl eher selten auf deutschen Straßen zu sehen sein.

Für AMG-Geschäftsführer Tobias Moers ist das neue Hypercar ein Beweis dafür, wie viel Leistung in ein Auto passt. Zum 50. Geburtstag habe sich die Tuningmarke mit dem Formel-1-Wagen für die Straße selbst ein Geschenk gemacht, sagt er. „Es ist das ambitionierteste Projekt, das wir jemals angegangen sind.“ Er sei überzeugt davon, dass der Schlüssel für die schnellen Autos der Zukunft nicht nur in einem effizienten Verbrennungsmotor, sondern wie beim Project One in der Elektrifizierung des Antriebsstranges liegt. Das Auto könnte sogar allein mit der 800-Volt-Batterie und den beiden 120-Kilowatt-Elektromotoren fahren, allerdings nur 25 Kilometer weit.

Der Mercedes-Stern muss wegbleiben

Anders als der Formel-1-Wagen von Lewis Hamilton ist das AMG-Hypercar allradgetrieben und ein Zweisitzer. Der Mercedes-Stern wäre ein Fauxpas in Sachen Aerodynamik, also ist er nur aufgesprüht. Gerade die Front mit den riesigen Lufteinlässen entspricht dem typischen Rennwagen-Design. Längs aus dem Heck ragt eine Haifischflosse, die den Luftstrom teilt, und fast die Größe eines Snowboards hat. Auffällig im Cockpit ist das Formel-1-ähnliche Lenkrad. Neben zwei Displays gibt es Klimaanlage, ein Navigationssystem sowie elektrische Fensterheber.

„Beim Anblick dieses Autos wird bei vielen der rechte Fuß zucken“, flachst Dieter Zetsche. Und schiebt dann ernst hinterher: „Auch so ein Auto hat einen Platz in unserem Portfolio.“ In jedem Fall ist der Project One eine Neudefinition von Daimlers gewaltigem Spagat zwischen sauberen Fahrzeugen und benzingeschwängertem Markenkern.

Die Autobranche kämpft mit den Folgen des Diesel-Skandals und gegen Fahrverbote. Auf der IAA rücken die Hersteller alternative Antriebe und autonomes Fahren in den Fokus.
i

Ihr Wetter in Augsburg-Stadt
21.11.1721.11.1722.11.1723.11.17
Wetter Unwetter
                                                Wetter
                                                Regenschauer
	                                            Wetter
	                                            wolkig
                                                Wetter
                                                wolkig
Unwetter2 C | 8 C
-2 C | 12 C
3 C | 12 C
Das Wetter aus Ihrer Region
Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung

Augsburger Geschichte

Jobs in Augsburg



Alle Infos zum Messenger-Dienst
Beilage: Ferien Journal

Bauen + Wohnen

Unternehmen aus der Region