Dienstag, 21. November 2017

08. Mai 2010 05:26 Uhr

Kraftwerksstreit: Gebhardt springt Eon bei

Im Streit um das geplante Lechkraftwerk im Naturschutzgebiet Stadtwald springt Stadtwerke-Chef Claus Gebhardt nun Eon bei. Er sieht Bedenken der Stadtwerke-tochter Wasser GmbH gegen das Kraftwerk ausgeräumt. Wie Insider anmerken, agiert Gebhardt in einer Doppelrolle. Er ist auch Vizepräsident des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft, in dem Eon Mitglied ist. Trotz der Schützenhilfe bleibt unklar, ob Eon die Planung fürs Wasserkraftwerk umweltverträglicher entschärft. Von Eva Maria

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Eon zeigt sich inzwischen gesprächsbereit, um das Projekt trotz großer Widerstände in der Augsburger Bevölkerung und Politik durchzubringen: "Wir werden nichts tun, was einer Sanierung des Flusses entgegensteht", sagt Pressesprecher Christian Orschler. "Wir wollen auch keine Gefahr für den Trinkwasserschutz."

Dieses Thema spielt bei dem Wasserkraftwerk eine zentrale Rolle - auch beim Genehmigungsverfahren der Stadt, das gerade angelaufen ist. Die Stadtwerke Wasser GmbH hatte Bedenken angemeldet (wir berichteten). Der vorliegende Antrag von Eon für die neue Anlage könne "keinesfalls mitgetragen werden", hieß es im April in einer schriftlichen Stellungnahme an die Stadt.

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Die Stadtwerke wollten damals nur ein Konzept zur Wasserkraftnutzung akzeptieren, das es zulässt, die vorhandene Eintiefung des Lechs wieder rückgängig zu machen. So will man den gesunkenen Grundwasserstand im Stadtwald wieder in den Griff bekommen. Probleme für den Trinkwasserschutz können das K.o.-Kriterium im Genehmigungsverfahren für das neue Kraftwerk sein. Vertreter von Eon haben in dieser heiklen Lage Kontakt mit der Stadtwerkespitze aufgenommen.

Versicherung vom Planer

Nun verkündet Geschäftsführer Claus Gebhardt das Ergebnis: "Im persönlichen Gespräch hat mir der Kraftwerksplaner versichert, dass er unsere Bedenken akzeptiert und er hat angekündigt, darauf Rücksicht zu nehmen. Wenn dies so ist, haben wir auch kein Problem mit dem neuen Wasserkraftwerk."

Die Aussagen von Eon dürften Gebhardt erleichtert haben, nicht nur in der Frage des Trinkwasserschutzes. Gebhardt ist auch Vizepräsident im Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Unklar ist Beobachtern, wie man die Aussagen von Eon bewerten soll. Vertreter des Unternehmens waren vergangene Woche bei einem Treffen der Arbeitskreises Umwelt der Augsburger CSU. Teilnehmer berichteten, Eon habe signalisiert, dass es bei wichtigen Streitpunkten machbare Lösungen geben könnte. Gegenüber der AZ sagte Pressesprecher Orschler dagegen: "Es ist noch zu früh, um über konkrete Zugeständnisse zu reden." Eon habe in dem Gespräch nur grundsätzlich denkbare Varianten besprochen.

Ob beim Kraftwerk umgeplant wird, ist damit weiter offen. Bei Eon geht man weiter davon aus, dass die beantragte Anlage voll genehmigungsfähig ist. Es gebe keine Einschränkungen für die Sanierung des Flusses unterhalb, sagt Orschler. "Es gibt keine Gefahr für den Trinkwasserschutz." Ein anderer Standort für das Kraftwerk sei definitiv nicht gewollt. Man sei aber bereit, Schritte in Richtung Renaturierung des Flusses mitzugehen.

Ein Hauptkritikpunkt beim Kraftwerk ist die Fallhöhe des Wassers. Um den Wasserspiegel im Lech wieder auf den früheren Stand anheben zu können, müsste man sie von 6,70 auf sechs Meter senken. Der Stromerzeuger hätte damit allerdings rund zwölf Prozent weniger Leistung im Kraftwerk, hieß es. Die Anlage wäre damit weniger wirtschaftlich.

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Claus Gebhardt | CSU

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