Trauer

27. Juni 2012 12:34 Uhr

Nicht nur schwarz

Bei der Wahl der richtigen Kleidung für eine Trauerfeier sind heute neben dem klassischen Stil auch andere Varianten möglich. Wichtig ist aber in jedem Fall, dass die Kleidung Respekt und Werschätzung ausdrückt. "Schwarz ist der Klassiker", sagt Etikette-Expertin Salka Schwarz. Eine Trauerfeier sei ein festlicher Akt, aber eben ein trauriger. Diese Regeln müssten klar sein. Das Persönliche stehe allerdings im Vordergrund, und nicht alte Rezepte.

Deshalb brauchen die Gäste eine Menge Feingefühl. Ist ein Dresscode vorgegeben, sei er auch zwingend – vor allem gelte aber: Die Kleidung muss angemessen sein. „Angemessen“ sei dabei von vielen Umständen abhängig. „Man merkt das: Die Kleidung muss angemessen sein mit Blick auf die Wünsche des Verstorbenen und der Hinterbliebenen“, sagte Schwarz. „Fragen Sie sich: Worauf hat er Wert gelegt? Worauf legen die Hinterbliebenen Wert?“

Umstände des Todes spielen Rolle

Weitere Anhaltspunkte sind, unter welchen Umständen ein Mensch aus dem Leben geschieden ist, wer trauert, wer am Grab steht und welcher Ablauf geplant ist: „Es gibt Beerdigungen, da spielt eine Jazzband, weil sich der Verstorbene das so gewünscht hat.“ Dann könnte es sein, dass auch die Kleidung nicht so förmlich sein muss, sagte Schwarz. Wer sich unsicher ist, wählt einen Klassiker. Das sei ein schwarzer Anzug für die Herren und Hosenanzug, Kostüm oder ein dunkles Kleid in Kombination mit einer Jacke für die Damen. Damit seien Trauernde immer passend gekleidet.

Zum schwarzen Anzug mit weißem Hemd kommt eine schwarze Krawatte – „das gehört einfach zusammen“, sagte Schwarz. „Angemessen“ bedeute aber nicht unbedingt Schwarz, Dunkelgrau oder Dunkelblau – auch andere Farben können passend sein. Je näher jemand dem oder der Verstorbenen stand, desto eher sei aber Schwarz zu wählen.

Dresscode Jeans?

Per se ist nichts verboten, sagte Schwarz: „Ich weiß von einer Beerdigung neulich, wo der Dresscode Jeans war, weil das der Wunsch der Verstorbenen war.“ In der Regel sei ein Erscheinen in Jeans aber nicht zu empfehlen. Auch Kinder sollten in gedeckten Farben erscheinen. Allerdings müssen Eltern nicht unbedingt einen Anzug für den Nachwuchs kaufen, wenn er nicht schon vorhanden ist: „Kinder müssen nur so erscheinen, wenn es sich auch richtig anfühlt.“ Wichtig sei außerdem, dass die Kleidung noch kindgerecht aussieht.

Eine Regel sei aber zu beachten: Selbst bei wärmerem Wetter müssen Trauergäste komplett angezogen sein: „Nackte Arme und Beine sind für beide Geschlechter tabu“, sagte Schwarz. Außerdem sollten Frauen wenig Schmuck anlegen, nur dezent geschminkt sein und auch ihre Haare zurückhaltend tragen: „In der Regel gilt: Keine bunten Spangen.“

Thorsten Wiese/tmn

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