Sonntag, 21. Januar 2018

13. Januar 2018 14:32 Uhr

Organspenden

Bericht: Zahl der Organspender in Deutschland geht deutlich zurück

Historisches Tief: Mit nur 9,3 Spendern pro Million Einwohner zählt Deutschland nun endgültig zu den europäischen Ländern mit den wenigsten hirntoten Organspendern.

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Die Zahl der Organspender in Deutschland sinkt.
Foto: Caroline Seidel, dpa (Symbolbild)

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Organspender in Deutschland einem Bericht zufolge dramatisch gesunken. Bereits 2016 habe es ein historisches Tief gegeben. 2017 sei die Zahl noch einmal um knapp acht Prozent auf nur noch 769 gefallen, berichtete die Süddeutsche Zeitung (Wochenendausgabe). Dies gehe aus dem noch unveröffentlichten Jahresbericht der Stiftung Eurotransplant hervor.

Die Zahl der Spender, denen tatsächlich Organe entnommen wurden, lag demnach bei 9,3 pro Million Einwohner und somit unter der kritischen Marke von 10 pro Million Einwohner, die international als Voraussetzung für ein ernstzunehmendes Organspendesystem gilt. Die Zahl der transplantierten Organe von hirntoten Spendern fiel auf nur noch 2664, im Vorjahr waren es noch 2927 gewesen. Auch die Zahl der Lebendspenden sank von 659 im Jahr 2016 auf 620 im Jahr 2017.

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Entgegen dem deutschlandweiten Trend hat die Zahl in Bayern leicht zugenommen. Das berichtete die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO). Demnach haben im vergangenen Jahr im Freistaat 143 Menschen Organe gespendet. Das waren 22 mehr als noch im Vorjahr.

Deutschland unter den europäischen Ländern mit wenigsten Organspendern

Deutschland gehört mit dem neuen Niedrigstand von 9,3 Spendern pro Million Einwohner laut SZ endgültig zu den europäischen Ländern mit dem geringsten Aufkommen an hirntoten Organspendern. Nur Griechenland, Rumänien, Bulgarien und Albanien haben noch weniger Spender. Belgien kommt dagegen ebenso wie Kroatien auf mehr als 30 pro Million Einwohner, Spanien ist der langjährige weltweite Spitzenreiter und meldete für 2017 sogar 46,9 Spender pro Million Einwohner.

Von der höheren Spendenbereitschaft im Ausland profitieren laut Süddeutscher Zeitung Patienten in Deutschland. Denn Herzen, Lebern und Nieren gelangten 2017 ebenso wie in den Vorjahren über den Eurotransplant-Verbund an deutsche Kliniken. Rund 200 zusätzliche Organe aus Belgien, den Niederlanden, Kroatien, Ungarn, Österreich und Slowenien erreichten Deutschland auf diese Weise.

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) will ihre Statistiken für 2017 laut SZ am Montag vorstellen. (afp/dpa/lbyAZ)

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