Freitag, 28. Juli 2017

17. Juli 2017 13:00 Uhr

Altenstadt

Von Indien nach Altenstadt

Vor 25 Jahren wurde Pater Mathäus Thayamkery in Indien zum Priester geweiht. Wie er dazu kam. Von Zita Schmid

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Pater Mathäus
Foto: Zita Schmid

Pater Mathäus Thayamkery schmunzelt, wenn er von seiner Kindheit in Indien erzählt: Da war die Mutter, die ihn von klein auf mit in die Kirche nahm und den verspielten Buben immer wieder darauf hinwies, aufmerksam nach vorne zu schauen – zum Priester, der „für die Menschen betet“, wie sie sagte. Da war auch die zehn Jahre ältere Schwester. Sie musste auf ihren kleinen Bruder aufpassen und nahm ihn auch mit zur Pfefferernte. Zwischendurch betete sie zur heiligen Theresia, sie möge aus dem Buben einen Missionar machen. Diese Begebenheiten hätten dazu beigetragen, dass aus dem kleinen Mathew Pater Mathäus wurde. Der 54-Jährige feiert nun sein 25-jähriges Priesterjubiläum in Altenstadt. Mit der IZ sprach er über sein Leben.

Wie geht es Ihnen kurz vor Ihrem Silbernen Priesterjubiläum?

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Pater Mathäus: Gut, aber ich kann nicht glauben, dass es schon 25 Jahre sind. Die Zeit ist so schnell vergangen. Es fühlt sich eher an wie drei oder vier Jahre.

Wenn Sie zurückblicken, wie sehen Sie die 25 Jahre?

Pater Mathäus: Vorab kann ich sagen, dass ich in meinem Leben viele gute Erfahrungen gemacht habe. Schon als Kind und auch mit anderen Religionen. Mit Muslimen genauso wie mit Hindus. Dieses Verhältnis war geprägt von großer Toleranz. Generell bin ich der Meinung, dass jeder Tag wertvoll ist. Denn jeden Tag kann man von seinen Mitmenschen etwas lernen – von Erwachsenen genauso wie von Kindern. Das Leben war und ist für mich ein stetiges Lernen. Wichtig ist – wie etwa beim Autofahren – sein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Auch wenn man sich mal verfährt oder im Stau steht, also wenn etwas nicht so läuft wie geplant.

Wie kam es zu Ihrer Berufung zum Priester?

Pater Mathäus: Ich bin in einer christlichen Familie aufgewachsen, wo der Glaube von den Eltern an die Kinder weitergeben wurde. Jeden Abend etwa kam die Familie zum Gebet zusammen. Nicht nur am Sonntag, sondern wenn möglich auch unter der Woche gingen wir in die Kirche. Das hat mich tief im Herzen geprägt. Als in der Schule – ich war so in der zehnten Klasse – ein Missionar von der Kongregation der heiligen Theresia vom Kinde Jesu seine Arbeit vorstellte und für seinen Orden warb, horchte ich auf: Denn das war die heilige Theresia, zu der meine Schwester auf dem Pfefferfeld gebetet hatte.

Was bedeutet der Glaube für Sie?

Pater Mathäus: Glaube ist für mich, was in der Bibel unter Hebräer 11,1 steht, nämlich feststehen in dem, was man erhofft, und überzeugt sein von Dingen, die man nicht sieht.

Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Pater Mathäus: Ich habe keine eigenen Pläne. Wo Gott mich hinführt, dahin folge ich ihm. Ich arbeite gerne in Altenstadt, aber ich würde etwa auch nach Afrika gehen, wenn ich dort gebraucht werde. Ich bin eben ein Ordensmann und Missionar.

Ist hier schon etwas im Gespräch?

Pater Mathäus: Nein, derzeit stehen keine Änderungen an.

Zur Person: Pater Mathäus wurde 1992 in Indien zum Priester geweiht. Seit 2002 ist er im Bistum Augsburg und kam zunächst nach Memmingen. Weitere Stationen waren Donauwörth, Illertissen, Weißensberg und Wigratzbad. Seit 2014 ist er Kaplan in der Pfarreiengemeinschaft Altenstadt und kümmert sich seelsorgerisch vor allem um kranke und alte Menschen. Seine Kindheit verbrachte er in der südindischen Provinz Kerala. Er ist das Siebte von neun Kindern. Seine Familie lebte von der Landwirtschaft und baute mitunter Pfeffer an.

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