Mittwoch, 18. Oktober 2017

01. April 2015 19:18 Uhr

Christentum

Was ist Gründonnerstag? Und warum heißt er so?

Der Donnerstag vor Ostern heißt Gründonnerstag. Was bedeutet das - und was feiern die Christen an diesem Tag?

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Papst Franziskus wusch im Jugendgefängnis Casal del Marmo zwölf Insassen die Füße - ein symbolischer Akt zum Gründonnerstag.
Foto: Osservatore Romano (dpa/Archiv)

Gründonnerstag ist der Donnerstag vor Karfreitag und damit vor Ostern. An diesem Tag gedenken Christen des letzten Abendmahls Jesu mit seinen Jüngern.

Der Name Gründonnerstag geht möglicherweise auf das mittelhochdeutsche Wort «greinen» (wehklagen) zurück. Nach dem letzten Mahl wird Jesus von Judas verraten. Zuvor bat er seine Jünger, zum Gedächtnis an seinen Tod künftig gemeinsam das Abendmahl zu feiern. 

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Es gibt allerdings auch andere Theorien, woher das "Grün" stammen könnte - etwa von dem Brauch, an diesem Tag besonders grünes, junges Gemüse zu essen, der als Teil des Fastengedankens die Christianisierung überlebte. Auch die Vorstellung einiger alter Naturreligionen, dass dieser Tag für die erste Frühjahrssaat besonders geeignet sei, wird bisweilen ins Spiel gebracht.

Für die Christen jedenfalls ist der Gründonnerstag ein wichtiger Tag in der wichtigen Karwoche. Bei der Abendmahlmesse am Gründonnerstag läuten nach katholischer Tradition alle verfügbaren Glocken der Kirche. Dann verstummen sie aus Trauer um den Tod Jesu am Kreuz bis zur Osternachtsfeier, wenn die Auferstehung Christi gefeiert wird. Im Volksmund heißt es, die Glocken seien nach Rom geflogen, um beim Heiligen Vater zu beichten und um Segen zu bitten.

In vielen Gemeinden wird der Brauch gepflegt, dass Ministranten durch die Straßen ziehen und die Gläubigen mit hölzernen Rätschen zum Gebet rufen.

Auch wenn von der Fußwaschung nur im Johannesevangelium berichtet wird und dieser Brauch in vielen Gemeinden nicht mehr praktiziert wird, so ist doch dieser symbolische Akt des Dienens und der Reinigung bis heute offizieller Bestandteil der Gründonnerstagliturgie der katholischen Kirche. Die Bilder des Papstes Franziskus, damals noch Kardinal Jorge Maria Bergoglio, wie er in einem Armenviertel in Buenos Aires Füße wäscht, gingen um die Welt.

Was heißt Gründonnerstag?

Auch sein Vorgänger Papst Benedikt XVI. hat als Bischof von Rom, wie alle Bischöfe weltweit, alljährlich am Gründonnerstag die Fußwaschung praktiziert und zwölf Personen die Füße gewaschen.

"Dieser Ritus wird in allen Bischofskirchen praktiziert", erläutert der Nördlinger Dekan Paul Erber. In den anderen Pfarreien hingegen werde der Brauch nur noch selten gepflegt. "Die Fußwaschung gehört zwar zum offiziellen Ritus des Gründonnerstags, aber wie die Pfarreien den Gottesdienst gestalten, das bleibt jeder Pfarrei selbst überlassen", so Erber. AZ

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