Sonntag, 30. April 2017

28. November 2012 16:24 Uhr

Buch übers IFG-Ulm

Im Namen des Nutzers

Die Terrasse mit Blick aufs Donautal ist noch bis Frühjahr eine Baustelle. Drinnen, in einem der renovierten Seminarräume, gab’s eine druckfrische Buchpräsentation: „HfG IUP IFG“ (mit dem Untertitel „Ulm 1968 – 2008“) ist eine erste dokumentarische Rückblende, die mit der Schließung der HfG im Jahr 1968 beginnt und 20 Jahre später mit dem Ende des IFG-Symposiumbetriebs auf dem Hochsträß als Folge der Investitionen der Stiftung in die Sanierung des HfG-Gebäudes endet. Konzipiert wurde es vom Designtheoretiker René Spitz.

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Bei der IFG-Buchpräsentation im alten, frisch renovierten HfG-Seminarraum (v.l.): René Spitz, Regula Stämpfli und Alexander Wetzig.
Foto: Roland Mayer

Von Roland Mayer

Ulm Herausgegeben hat den 315 Seiten starken Band das Internationale Forum für Gestaltung IFG Ulm unter der Intendanz von Regula Stämpfli. Dazu Autor Spitz: „Es ist ein historisches Buch geworden.“

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Nach der Schließung der legendären Ulmer Designschmiede zum 31. 12. 1968 nistete sich auf dem Hochsträß bis 1972 das Institut für Umweltplanung (IUP) ein. Ab 1985 formierte sich schrittweise das Internationale Forum für Gestaltung Ulm, das bis 2003 seine bahnbrechenden Septembertagungen ausrichtete.

Danach folgten Hearings mit internationalen Städteplanern, Architekten und Designern sowie (bis 2008) das Beförderungsprogramm „Designing Politics – The Politics of Design“. Der Autor schreibt in seinem Vorwort: „Dieses Buch soll sichtbar machen.“

So ist gestern ein zweisprachiger Band in Deutsch und Englisch über Ulmer Denkansätze der Post-HfG-Ära, die wieder auf globale Resonanz stieß, herausgekommen, den es in diesem Layout an der Schwelle zu 2013 eigentlich gar nicht mehr gibt. Die Kölner Gestalterin Petra Hollenbach hat grafische HfG-Elemente benützt. Die Seiten sind in drei Spalten gegliedert. Die Abbildungen, erst in Schwarz Weiß, dann in Farbe, bewegen sich innerhalb eines vorgegebenen Rasters, der dem Auge viel Freiraum lässt.

Die IFG-Vorträge der Jahre 1988 - 2003 sind zwar auch in entsprechenden Jahresbänden nachzulesen. Doch sie sind in dieser neuen Anthologie präsenter denn je. Was haben sie nicht alles im Sinne eines erweiterten Designbegriffs „im Namen des Nutzers“ fast visionär debattiert: Kommunikation, Globalisierung, Umweltschutz. „Ein spannender Bogen“, sagt René Spitz, der ab 2004 als Vorsitzender des Fachbeirats zum Akteur wurde, bevor ihn Regina Stämpfli ablöste.

Nach 2008 gab’s Konflikte um die Renovierung des HfG-Trakts. „Wir sind und bleiben eine private Stiftung“, betont der Vorsitzende des Stiftungsrats der Stiftung Hochschule für Gestaltung HfG Ulm, Alexander Wetzig. Sein Nutzungskonzept ist bekanntlich ein Verästeltes: Archivpflege, Vermietung und Veranstaltungen, aber keinen Hochschulbetrieb mehr: „Wir fördern die Freiräume des Denkens.“

Buch René Spitz, „HfG IUP IFG“, herausgegeben vom IFG Ulm, Auflage 800, 315 Seiten, zu beziehen Am Hochsträß 10 zum Preis von 38 Euro.

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Schlagworte

Ulm | Donautal | Alexander Wetzig

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