Samstag, 24. Februar 2018

13. Februar 2018 05:57 Uhr

Nahversorgung

Oberkirchberg soll einen Supermarkt bekommen

In Sendens baden-württembergischer Nachbargemeinde sollen neben Handelsflächen 28 Wohnungen entstehen. Einwohner aus Ay könnten davon profitieren.

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Es sind ambitionierte Pläne, die ein Bauunternehmen in Oberkirchberg plant: Eine Wohnanlage samt Supermarkt soll mitten im Zentrum in schwieriger Topografie entstehen. Für die Einwohner der baden-württembergischen Gemeinde neben Senden eine gute Nachricht, bietet der kleine Ort doch bislang keinerlei Nahversorgung. Und auch die Sendener sollen von dem Vorhaben profitieren: Von Ay aus sind es nämlich keine zwei Kilometer bis zum geplanten Supermarkt in Oberkirchbergs Mitte.

Das Areal, auf dem die Wohnanlage mit 28 Einheiten und das Lebensmittelgeschäft gebaut werden soll, ist weithin bekannt: die ehemalige Möhle-Brauerei. Bereits im 18. Jahrhundert wird diese als Schlossbrauerei im Besitz der Fugger erwähnt. Nach einem Zwischenbesitzer kaufte Friedrich Möhle das Anwesen im Jahr 1939. Gut 50 Jahre später muss die Kleinbrauerei schließen, seitdem haben gewerbliche Unternehmen Teile gemietet. Vor Kurzem hat die Illerkirchberger Bau- und Planungsfirma Sen & Kramer das Grundstück von der Familie Möhle abgekauft.

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So soll das neue Ortszentrum aussehen

In nur einem halben Jahr vom Erwerb bis zum Einreichen des Bauantrags ist es dem Unternehmen gelungen, das Elf-Millionen-Euro-Projekt zu konkretisieren. Diplom-Bauingenieur Hasan Sen erklärt, wie alles in rund drei Jahren aussehen soll.

Das Areal ist insgesamt rund 4500 Quadratmeter groß, der Supermarkt bekommt rund 950 Quadratmeter Verkaufsfläche. Integriert ist ein Metzger, in den Ladenflächen nebenan wird zudem ein Bäcker einziehen und Platz für Bankautomaten sein. Dann ist noch eine Ladenfläche frei, dort könnte Sen sich gut eine Apotheke vorstellen. Um welchen Supermarkt-Betreiber es sich handelt, wollte der Bauingenieur noch nicht verraten, es sei jedoch ein großer Name mit hochwertigem Sortiment.

Die geplante Art der Bebauung sei für das bereits beschriebene schwierige topografische Gelände gut geeignet. Oberkirchberg ist bekanntlich durch Hügel gekennzeichnet. Der Höhenunterschied zwischen dem Areal an der Ulmer Straße und dem westlich davon verlaufenden Privatweg beträgt etwa sechseinhalb Meter. Die Pläne von Architektin Cigdem Sen, der Schwester von Hasan Sen, sehen deswegen vor, den Supermarkt nach hinten in den Hang zu bauen. In Verkaufsräumen, so erklärt Hasan Sen es, benötige man ohnehin keine Fenster. So liege fast die Hälfte der Fläche in der Erde und sei von Westen her gar nicht zu sehen.

Wohnungen über dem Supermarkt und der Tiefgarage

Über dem Supermarkt sollen aufgeteilt auf zwei Gebäude Wohnungen zwischen 60 bis 160 Quadratmetern entstehen. Im kleineren Trakt sind zehn barrierefreie und altersgerechte Seniorenwohnungen geplant. „Uns ist wichtig, dass die Senioren am Leben teilnehmen können“, sagt Sen. Im anderen Gebäude sind 14 Wohnungen geplant, zudem gibt es noch einen Zwischenteil mit vier kleineren Partien.

Der Supermarkt wird in etwa die Höhe haben, dass die aufgesetzten Wohnungen im ersten Stock ihren Garten auf dem Supermarkt-Dach haben – und zwar Richtung Westen, also entgegengesetzt des möglicherweise lauten Parkplatzes. Die anderen Wohnungen bekommen Balkone. Unter dem Geschäft entsteht eine Tiefgarage mit 43 Plätzen, vor dem Gebäude gebe es noch mal 65 Parkplätze.

Zurzeit läuft die Abstimmung mit dem Landratsamt, doch das Projekt befindet sich auf der Zielgeraden, wie aus dem Rathaus in Illerkirchberg zu hören ist. Sowohl Bürgermeister Anton Bertele als auch der Gemeinderat begrüßt das Vorhaben.

Im Frühjahr soll die alte Brauerei abgerissen werden

Der Abriss der ehemaligen Brauerei und des Gasthofs ist für April oder Mai geplant. Die gewerbliche Vorgeschichte als Brauerei mache es möglich, mitten im Ort einen Supermarkt zu bauen, sagt Sen. Die Bewohner des Mischgebiets sind es zum einen gewohnt, zum anderen soll der Lieferbereich in der Tiefgarage so gebaut werden, dass außen wenig Lärm ankommt. Hasan Sen wirkt begeistert, wenn er von dem Projekt erzählt. Er sei dem Ort loyal verbunden und wünsche sich schon lange eine Nahversorgung für Oberkirchberg. Vor allem für Senioren, die dann zu Fuß zum Einkaufen gehen können.

Das können auch Bürger aus Senden-Ay. Je nach Wohnlage hätten sie nur einen Kilometer bis zum Oberkirchberger Supermarkt. Und das sozusagen barrierefrei, also ohne Höhen. Auch Hasan Sen hofft auf die rund 6500 Einwohner aus Ay. Denn um den Markt wirtschaftlich zu betreiben, brauche es mehr Käufer als die 2000 Einwohner aus Oberkirchberg.

„Gerade an der Rathaus- und Inhofer-Kreuzung ist es oft so voll, dass die Ayer vielleicht lieber nach Oberkirchberg zum Einkaufen fahren“, sagt Sen.

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Oberkirchberg | Ayer

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