Freitag, 28. April 2017

24. Juli 2014 00:33 Uhr

Klosterkirche Auhausen

Sphärische und meditative Klänge

Hilliard Ensemble auf Abschiedstournee Von Ernst Mayer

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Hilliard Ensemble auf Abschiedstour in der Klosterkirche Auhausen - Der Glanz früherer Tage blitzte auf (von links): David James (Countertenor), Steven Harrold (Tenor), Rogers Covey-Crumpp (Tenor), Gordon Jones (Bariton).
Foto: emy

Das Hilliard Ensemble galt 40 Jahre lang als Institution der A-Capella-Musik und ist heute noch Vorbild für jüngere Vokalensembles. Auf ihrer Abschiedstournee hatten ihre Anhänger Gelegenheit, die vier Sänger in der für ihre Musik prädestinierten romanischen Auhausener Klosterkirche zu erleben, vorzugsweise mit Musik, die vor 1600 geschrieben wurde, frühe Mehrstimmigkeit, aber auch viel Zeitgenössisches, ungewöhnlich im Klang, mit einer großen Freiheit der Stimmen.

Aus dem 13. Jahrhundert Englands stammen Gesänge, in denen Könige, Ritter und Bischöfe beschrieben wurden. Forsch begann das Quartett die Beschreibung der Auseinandersetzungen des Thomas von Canterbury mit König Heinrich II. und entwickelte aus einstimmigen gregorianischen Melodien einen Dialog. Sich überschneidende Monodien zeichneten das Ensemble als absolut aufeinander eingespielt aus. Schwebende Klänge wurden bei „Musicalis scientia“ stimmenmäßig verzweigt im Gegensatz zu den versöhnlicheren homophonen Klängen des „Saint Thomas honour we“.

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Als einen besonderen interpretatorischen Leckerbissen kann man das dialoghafte „Ah! Gentle Jesu“ von Sheringham bezeichnen, in der besonderen Darstellung des weltberühmten britischen Vokalensembles. Mit klaren, lang gehaltenen und sphärischen Klängen und der Melodie in den Mittelstimmen verwiesen sie in die Nähe der Gregorianik. Das 1996 vom Armenier Vache Sharafyan für das Hilliard Ensemble geschriebene Stück „Lord who made the spring run“ bildete einen interessanten modernen Kontrast zu der „Alten Musik“. Sehr herb im Klang erschien Katia Tchemberdjis Vertonung des 69. Psalms, voll von dissonanten Reibungen, die den Text in ein bitteres musikalisches Gewand kleiden: „Ich versinke im tiefen Schlamm, da kein Grund ist; ich bin im tiefen Wasser, und die Flut will mich ersäufen“. Die Sänger drückten den Schmerz mitfühlend aus, vermittelten aber auch die Hoffnung auf Erlösung durch den von Countertenor David James am Ende zurückhaltend leise gesungenen hohen Ton. Ein starker, eindrucksvoller Moment!

Der zweite Teil des Konzerts begann mit drei erhaben klingenden französischen Kompositionen eines unbekannten Verfassers aus dem 13. Jahrhundert, zeitgenössisch dagegen „Heterophonie“, ein Stück mit einer interessanten Mischung aus rhythmischem Sprechen und Gesang. Als besonders wirkungsvoll erwies sich das John-Cage-Stück „Litany for the whale“, bei dem Tenor Steven Harrold und Bariton Gordon Jones durch das gesamte Kirchenschiff wandelnd die Zuhörer faszinierten, als sie die nur fünf (!) Töne, mit denen die Komposition auskommt, meditativ variiert, durch die Gewölbe des Kirchenraums schweben ließen. Alle verharrten in andächtigem Schweigen.

Prächtig und höchst gefühlvoll zelebrierten die Hilliards „Most Holy Mother of God“, eine höchst anspruchsvolle Komposition des Finnen Arvo Pärt. Die mittelalterliche Einstimmigkeit im italienischen „Laude Novella“, verstärkte in seiner scheinbaren Einfachheit den Eindruck des folgenden prachtvollen „Gloria“ aus der „Messe de Notre Dame“ von Guillaume de Machaut. Die Sänger erhielten von den Zuhörern für ihre engagierte Leistung einen begeisterten Beifall. Wenn ihnen auch zuletzt die Anstrengung bei der Intonation anzumerken war, gaben sie dem dankbaren Publikum doch noch eine Zugabe mit dem alten schottischen Volkslied „Remember me my dear!“ - ein rührender Abschied.

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