Sonntag, 17. Dezember 2017

08. Dezember 2017 09:27 Uhr

Leonardo da Vinci

Kronprinz aus Saudiarabien soll "Salvator Mundi" gekauft haben

Der Kronprinz Mohammed bin Salman aus Saudiarabien soll das Ölgemälde "Salvator Mundi" ersteigert haben. Bald wird das Werk von Leonardo da Vinci im Louvre Abu Dhabi ausgestellt.

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Für 450 Millionen Dollar wurde das Gemälde "Salvator Mundi" ersteigert. Es soll bald in Abu Dhabi zu sehen sein.
Foto: Kirsty Wigglesworth, dpa (Archiv)

Bald wird das teuerste Kunstwerk der Welt im Louvre Abu Dhabi zu sehen sein. Das 500 Jahre alte Ölgemälde "Salvator Mundi" von Leonardo da Vinci komme in die Vereinigten Arabischen Emirate, teilte der Ableger des französischen Louvre in Abu Dhabi am Mittwoch über Twitter mit. Erst vergangenen Monat war das Gemälde in New York für 450,3 Millionen Dollar (381,3 Millionen Euro) versteigert worden.

Bei dem Käufer handelt es sich einem Bericht zufolge um den saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Der Kronprinz habe einen Zwischenhändler eingeschaltet, um das Ölgemälde zu kaufen, berichtete das Wall Street Journal am Donnerstag auf seiner Website. Die Wirtschaftszeitung berief sich auf US-Geheimdienstkreise, die sich für den aufstrebenden Kronprinzen und Vize-Regierungschef Saudi-Arabiens interessieren.

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Ist "Salvator Mundi" wirklich von Leonardo da Vinci?

Verkauft wurde das Gemälde von dem im Exil lebenden russischen Milliardär Dmitri Rybolowlew. Der Besitzer des französischen Fußballklubs AS Monaco hatte das Werk vor vier Jahren für 127,5 Millionen Dollar von dem Schweizer Kunsthändler Yves Bouvier gekauft. Das Gemälde zeigt Jesus Christus mit zum Segen erhobener rechter Hand, in der Linken hält er eine Kristallkugel. Laut Christie's gehörte es einst dem englischen Königshaus.

Was aber der neue Eigentümer weit hintan stellt, das sind die Zweifel, mit denen der „Salvator Mundi“ auch belegt ist. Noch wenige Stunden vor der Versteigerung wiederholte der Leipziger Kunsthistoriker Frank Zöllner seine Einschätzung, dass zwar der Entwurf des Gemäldes von Leonardo stamme, dass aber das Werk insgesamt – auch aufgrund einiger künstlerischer Schwächen – als Werkstattarbeit zu betrachten sei, an dem da Vinci nur mitgearbeitet habe. Und Zöllner erklärte unmissverständlich auch, dass es im Falle des „Salvator Mundi“ um mehr als Kunst gehe: „Das Gemälde ist im Grunde ein Symbol für die extrem ungleiche Vermögensverteilung auf der Welt. Den Menschen, die darauf bieten, ist es letztlich egal, ob sie 100 oder 200 Millionen Dollar dafür zahlen.

"Salvator Mundi" bald im Louvre Abu Dhabi

Das Gemälde zeigt Jesus Christus mit zum Segen erhobener rechter Hand, in der Linken hält er eine Kristallkugel. Das Werk, das da Vinci um 1500 malte, hat eine bewegte Geschichte. Experten vermuten, dass es vom französischen Königshof in Auftrag gegeben worden sein könnte und später in den Besitz des englischen Königshauses überging.

Im November hatte der erste Ableger des weltberühmten Pariser Louvre in Abu Dhabi seine Tore geöffnet. Für das Museum wurde eine Vereinbarung mit Frankreich geschlossen. So wurde ihm der Name "Louvre" für 30 Jahre und Weltausstellungen überlassen. afp/dpa/AZ

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