Montag, 22. Mai 2017

17. Mai 2017 16:28 Uhr

Schwedische Studie

Schlafmangel macht Menschen unattraktiv

Nach einer kurzen Nacht ist man oft nicht erfreut über das eigene Spiegelbild. Man sieht ungesund aus. Neben gesundheitlichen Folgen kann Schlafmangel auch zu Ausgrenzung führen.

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Schlafmangel kann zu gesellschaftlicher Ausgrenzung führen. (Symbolbild)
Foto: Friso Gentsch/Illustration (dpa)

Wer wenig schläft, sieht nicht gut aus. Das kennen wohl die meisten Menschen aus eigener Erfahrung. Schlafmangel kann aber noch ganz andere "Nebenwirkungen" haben.

Denn andere Menschen meiden die Übernächtigten - das zumindest ist das Ergebnis einer Studie. Wahrscheinlich geschehe dies unbewusst, um sich selbst zu schützen. Zum Beispiel vor ansteckenden Krankheiten, berichten Wissenschaftler im Fachblatt Open Science der britischen Royal Society.

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Die Forscher um Tina Sundelin vom Karolinska-Institut im schwedischen Stockholm hatten vor einigen Jahren bereits gezeigt, dass Menschen nach einer kurzen Nacht und einer anschließenden sehr langen Wachphase von mehr als 31 Stunden als unattraktiv, ungesund und - wenig überraschend - müde wahrgenommen werden. Nun untersuchten die Forscher, wie ein realistischer Schlafmangel die Wirkung auf andere Menschen beeinflusst.

Unausgeschlafen wirkt man weniger attraktiv und gesund

Sie baten 25 gesunde Menschen zum Fototermin - einmal nach zwei Nächten mit acht Stunden Schlaf und einmal nach zwei Nächten mit nur vier Stunden Schlaf. So ein partieller Schlafmangel sei im Alltag üblicher als totaler Schlafentzug, erklären die Wissenschaftler. Anschließend baten sie 122 Personen, den Gesichtsausdruck der Probanden auf den Fotos zu beurteilen. Sie sollten angeben, wie attraktiv, wie gesund und wie vertrauenswürdig sie die Porträtierten fanden und ob sie gerne mit ihnen Zeit verbringen würden.

Die Auswertung der Urteile ergab, dass übernächtigte Menschen nicht besonders beliebt waren. So waren die Testpersonen deutlich unbeliebter als ausgeschlafene Probanden, die Bewerter wollten nur ungern mit ihnen Zeit verbringen. Müde Menschen wurden zudem als unattraktiver, ungesünder und schläfrig eingeschätzt. Nur bei der Vertrauenswürdigkeit wurden alle gleich bewertet.

Wissenschaftler vermuten Selbstschutz als Ursache

Die Wissenschaftler vermuten, dass die fehlende Lust auf die Gesellschaft müder Menschen eine Art Selbstschutz ist. So sei bekannt, dass Müdigkeit das Unfallrisiko erhöht, auch Krankheiten stünden häufig mit Schlafmangel oder dessen Anzeichen im Zusammenhang. Für ein soziales Wesen wie den Menschen könne Ausgeschlossenheit emotional sehr schmerzhaft sein und schlimme Folgen haben.

Ob der Schlafmangel im Alltagsleben aber wirklich zur Ausgrenzung von müden Menschen führt, müsse noch untersucht werden. Möglicherweise legten die Müden auch von sich aus weniger Wert auf Gesellschaft, weil sie einfach nur schlafen und sich erholen wollten, schreiben die Forscher weiter. Die Unausgeschlafenheit zur Schau zu stellen, sei dann von Vorteil.

Anhaltender Schlafmangel ist gesundheitsschädigend

Wie verbreitet Schlafstörungen sind, hatte für Deutschland erst kürzlich eine Untersuchung der DAK-Gesundheit gezeigt. In einer Umfrage der Krankenkasse berichteten 80 Prozent der befragten Berufstätigen von Schlafproblemen. Folgen seien Müdigkeit und Unkonzentriertheit bei der Arbeit sowie eine steigende Zahl von Fehltagen. Auch die Gefahr von Medikamentenmissbrauch nehme zu, hieß es im Report "Deutschland schläft schlecht - ein unterschätztes Problem".

Dass anhaltender Schlafmangel die Gesundheit beeinträchtigt, ist hinlänglich bekannt. So haben Studien gezeigt, dass er das Risiko für Herzerkrankungen, Schlaganfall und für Diabetes erhöht. dpa

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