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12. Mai 2011 10:05 Uhr

Medien

Pressestimmen zu Plagiats-Affären: Peinlich, peinlicher, Guttenberg

Die Plagiats-Affären um zu Guttenberg, Koch-Mehrin und Saß haben ein breites Medien-Echo ausgelöst. Hier die aktuellen Reaktionen und Pressestimmen.

Die Plagiats-Affären um zu zu Guttenberg, Koch-Mehrin und Saß haben ein breites Medien-Echo ausgelöst. Zu Guttenberg schiebt die vielen Fehler seiner Doktorarbeit auf eine hohe Arbeitsbelastung (Archiv). dpa

"Die Universität Bayreuth hat glockenklar und ohne Eifer Guttenberg als Täuscher enttarnt. Es war der prominenteste Fall von gelungener Selbstreinigung nach akademischem Betrug. Die Verästelungen der Affäre gehen bis in die Karrieren weiterer Politiker und Top-Führungskräfte. Die Fälle der Stoiber-Tochter Veronica und anderer, die um ihre Doktorgrade zittern, stehen für eine ungesunde Karrierehast. Jeder Schummel-Doktor untergräbt das Vertrauen in alle Fachleute mit Zertifikat." Hamburger Abendblatt

"Die Affäre Guttenberg hätte verhindert werden können - durch Ehrlichkeit des Doktoranden und durch Sorgfalt der Fakultät. An beidem hat es gefehlt. Wegen Guttenberg, also auch wegen der Uni Bayreuth, gibt es jetzt in Deutschland wieder einen Lebensbereich, in dem Vertrauen leider durch kalte Kontrolle ersetzt werden muss." Die Welt

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"Zu einem Täuscher gehören auch immer solche, die sich täuschen lassen. Zum Beispiel jene Professoren, die sich bei der Bewertung der Doktorarbeit Guttenbergs, vielleicht auch Koch-Mehrins, nicht von wissenschaftlichen Kriterien leiten ließen, sondern von persönlichen. Vom Namen der Doktoranden, vom Charme des Freiherrn, von der Sympathie der jungen Kollegin. Nicht der Kopf urteilte, sondern der Bauch, das Herz. Das ist menschlich, macht aber eben auch anfällig für Fehler. Ein zweiter, kühler, anonymisierter Blick auf derartige Arbeiten würde dem Wissenschaftsbetrieb vermutlich gut tun." Berliner Morgenpost

"Das Ganze ist jammerschade. Schade um die glänzende aristokratische Figur, die “KT” im Einheitsbrei der deutschen Politiker gemacht hatte. Schade um die Hoffnungen, die sich viele Wähler auf eine “neue Generation” von Politikern gemacht haben. Und schade auch, dass wir wieder einer Illusion beraubt wurden: Adel verpflichtet eben doch nur begrenzt – wenn überhaupt." Neue Westfälische

"Die Glaubwürdigkeit der Universitäten insgesamt hat ganz eindeutig Schaden genommen. Wer beklagt, dass das nicht wissenschaftliche Volk kein Verständnis für den Wert geistigen Eigentums habe, muss diesen Wert auch selbst erkennen und verteidigen. Das ist in diesem Fall nicht passiert und auch nur deshalb an die Öffentlichkeit gelangt, weil der Doktorand ein Prominenter war. Die „Aufräumarbeiten“ an den Universitäten haben jedenfalls gerade erst begonnen, auch, weil bereits neue Plagiatsvorwürfe gegen weitere Doktortitel-Träger im Raum stehen." Rhein-Zeitung

"Karl-Theodor zu Guttenberg hat vorsätzlich getäuscht, sich den Doktortitel erschwindelt. So weit, so übel. Doch wie erklärt Ex-Doktor Karl-Theodor zu Guttenberg sein Verhalten? Der Selbstverteidigungsexperte greift zum altbekannten Muster: zu Guttenberg ist, wenn andere schuld sind."  WAZ

"Karl-Theodor zu Guttenberg hat gebüßt für seine abgeschriebene Doktorarbeit. Nicht lange, aber heftig. Er hat am eigenen Leib erfahren, wie es ist, wenn man von den höchsten Höhen medialer Gunst abstürzt ins mediale Höllenfeuer; er hat erlebt, wie schnell man ein Ministeramt loswerden kann, dessen er sich bis zuletzt zu sicher war; er hat kübelweise Hohn und Spott gerade von jenen ertragen müssen, die ihm, als alles noch gut war, offene Bewunderung zuteil werden ließen. Dass es so kam, hat aber einzig und allein Guttenberg selbst zu verantworten." Nürnberger Zeitung

"Peinlich, peinlicher, Guttenberg." Financial Times Deutschland

"Und wann kommt der oder die Nächste an die Reihe? Dass an einem Tag drei Prominente ihren Doktor-Titel verlieren, macht schon ein wenig fassungslos."  NWZ

"In den deutschen Hochschulen denkt man zu Recht darüber nach, ob man die Regularien einer Promotion ändern muss. Der wichtigste Schritt wäre sicher, von der persönlichen Befangenheit in der Prüfung wegzukommen.  (...) Zudem sollten Universitäten ernsthafter als bisher darauf achten, ob Doktoranden wirklich Interesse an Forschung haben – oder ob sie nur der Titel lockt, wie das offenbar unter Juristen, aber auch in anderen akademischen Fächern verbreitet ist." Badische Zeitung

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