Dienstag, 21. November 2017

01. Januar 2015 08:31 Uhr

Einmal den Lauf des Himmels anhalten

Das Planetarium in Streitheim ist fertig. Hier gibt es immer sternenklare Nächte. Doch etwas fehlt noch.

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Das ist der Sternenhimmel über Streitheim in der Nacht des 1. Januar 2015. Ob sie aber am echten Himmel so gut zu sehen sein wird, wie das im Planetarium möglich ist, hängt noch von der Bewölkung ab. Der Projektor kann 3000 Sterne und Planeten darstellen.
Foto: Marcus Merk

Hier ist sie schon da, die Nacht des 1. Januar 2015. Kaum ist es richtig dunkel, zeigt sich über dem Firmament von Streitheim im Norden das Sternbild des Großen Wagens, hoch darüber der Polarstern. Im Laufe der Nacht tauchen die Planeten Saturn und Jupiter auf, im Süden das Sternbild Kassiopeia und auch der Riesenplanet Beteigeuze ist mit bloßem Auge zu erkennen – kein Wölkchen vernebelt schließlich die Sicht. Möglich ist diese traumhaft klare Sternennacht im neuen Planetarium, das zur Volkssternwarte in Streitheim gehört und im neuen Jahr für alle zugänglich sein wird.

Herzstück des Planetariums ist ein mechanisches Gerät aus den 70er Jahren, das 3000 Sterne und Planeten darstellen kann. Obwohl in den meisten modernen Planetarien heute mit Beamern gearbeitet wird, ist Maximilian Stumböck, Vorsitzender des Trägervereins von Volkssternwarte und Planetarium, von der Qualität der Darstellung des Lämpchen-Geräts überzeugt. Die Sternbilder erscheinen in einer perfekten Kuppel in der Decke des extra errichteten Gebäudes in Streitheim. Die Zuschauer erleben bei den Vorführungen zunächst den Sonnenuntergang und dann den Verlauf der Nacht. Ergänzt wird ein Besuch des Planetariums durch die Volkssternwarte, in der es nicht nur Stücke von Meteoriten zu bewundern gibt, sondern mit Hochleistungsteleskopen auch ein Blick in den „echten“ Himmel gewagt werden kann.

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Dass zunächst die Sternwarte und schließlich auch das Planetarium überhaupt entstanden sind, das sei vor allem einem Mann zu verdanken, ist Max Stumböck überzeugt. Über Jahrzehnte hinweg hat Martin Mayer, der zuvor schon die Sternwarte in Violau betreut hatte, das kleine Beobachtungszentrum aufgebaut. „Ohne ihn und seine Frau Ottilie würde es weder die Volkssternwarte noch das Planetarium geben“, würdigte Stumböck jetzt den Einsatz der inzwischen beide über 80 Jahre alten Pioniere.

Dass gute Ideen in ihrer Verwirklichung dabei manchmal länger dauern als gedacht, hat Martin Mayer nie von seinem Weg abgebracht. Inzwischen ist es fast vier Jahre her, dass Mayer den Projektor der Marke Zeiss in Österreich kaufen konnte. Noch im Jahr 2011 erfolgte der Zuwendungsbescheid über knapp 40000 Euro im Leader-Programm der Europäischen Union, kurz darauf der Spatenstich für das Planetarium, das jetzt knapp 30 Besuchern pro Vorführung Platz bietet. Gemeinsam mit dem Markt Zusmarshausen, dem Landkreis Augsburg, dem Bezirk Schwaben, der Kreissparkasse und auch Martin Mayer selbst sind mehr als 100000 Euro an Fördergeldern in das Projekt geflossen.

Dass es mit der Eröffnung nun doch länger als zunächst gedacht gedauert hat, liegt hauptsächlich an dem komplizierten Betrieb des Planetariums. „Wir brauchen dringend Mitarbeiter, die hier Führungen machen können“, sagt Stumböck. Denn zeigen will sich das Planetarium nun nicht allein Einzelbesuchern, sondern auch Gruppen von Kindergarten- über Schulkinder bis hin zu Seniorengruppen. Denn der Vorteil des Planetariums gegenüber dem Sternenhimmel sei, dass hier zu jeder Tageszeit jede Jahreszeit an jedem Ort zwischen dem Nordpol und Gran Canaria gezeigt werden kann – und das garantiert ohne Wolken oder störende Lichtquellen. Und wenn man etwas genau zeigen möchte, könne man hier den Lauf des Himmels sogar einmal anhalten, erläutert der Vorsitzende des Trägervereins. „Wir wollen nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Gefühle ansprechen.“ Das gelingt sicher auch in der benachbarten Volkssternwarte: Ein Monitor ist mit der ISS verbunden – die Besucher können den gleichen Blick ins Universum werfen wie noch der deutsche Astronaut Alexander Gerst auf seiner Mission ins All.

In Betrieb geht das Planetarium nun mit einem Tag der offenen Tür am Sonntag, 1. Februar 2015. An diesem Tag wird es unter anderem kostenlose Führungen geben. Zum internationalen Astronomietag am 20. und 21. März 2015 gibt es in diesem Jahr sogar eine 60-prozentige Sonnenfinsternis mit den Geräten der Sternwarte zu bestaunen. Ab 1. Januar ist die neue Homepage der Anlage freigeschaltet, Führungen können dann über die Geschäftsstelle der Regionalentwicklung Augsburger Land West in Fischach unter Telefon 08236-962149 gebucht werden.

Im Internet unter

www.sternwarte-streitheim.de

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Ein Artikel von
Jana Tallevi

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