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06. November 2009 20:15 Uhr

Augsburg im Advent

Aus für Glühbirnen auf dem Christkindlesmarkt

Vor vier Jahren erlebte die Stadt Augsburg mit LED-Leuchten als Weihnachtsbeleuchtung ihr blaues Wunder. Jetzt wagt sie einen neuen Vorstoß. Von Stefan Krog

Bild: Anne Wall

Der Christkindlesmarkt soll in neuem Licht erstrahlen: Die Stadt wird den Rathausplatz in diesem Jahr komplett mit neuen LED-Lichterketten beleuchten. Neben dem Verwaltungsgebäude und den Budenstraßen bekommt auch der Weihnachtsbaum für alle ein Lichterkleid aus Leuchtdioden.

Die Pläne wecken Erinnerungen: Die Umstellung auf Leuchtdioden hatte die Stadt schon vor vier Jahren versucht - und damit eine vorweihnachtliche Debatte unter den Augsburgern verursacht. Manchen gefiel das kalt-glitzernde bläuliche Licht, andere fror es beim Anblick des "Monsterzäpfchens", so die boshafte Bezeichnung für den damaligen Baum. Nach Bürgerprotesten verfügte der damalige OB Paul Wengert, dass wieder das warme Licht von Glühbirnen erstrahlen soll.

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Das soll heuer anders werden. Weiße Leichtdioden strahlen technisch bedingt meist etwas bläulich. "Mittlerweile gibt es aber auch LED mit wärmerem Licht", sagt Marktamtsleiter Günther Ipfelkofer, der die Lichtpläne der Stadt auf Anfrage bestätigte. Man habe mehrere Lichtproben mit Lampen verschiedener Hersteller durchgeführt. "Jetzt hoffen wir, dass wir die richtige Farbe getroffen haben."

Grund für die neuen Lampen ist, dass die Stadt auf diese Weise Strom sparen möchte. 3500 Birnen mit je 15 Watt, die vier Wochen lang fast rund um die Uhr strahlten, gingen ins Geld. "Wir hoffen, dass die Investition mit den LED sich in zweieinhalb Jahren amortisiert hat", so Ipfelkofer. Ab kommendem Jahr will die Stadt zudem in den Gassen mehr Lichterketten aufhängen. "Das würden wir mit den bisherigen Verteilerstellen gar nicht schaffen."

In die alten Lichterketten wurden die neuen LED-Birnen, die nur noch 1,2 Watt Leistung, aber eine vergleichbare Lichtausbeute wie die alten Birnen haben, geschraubt. Am Verwaltungsgebäude hängen die Lichterketten bereits. "Bei den Glühbirnen war es ohnehin so, dass sie meist nur eine Saison gehalten haben. Auch bei der Lebensdauer versprechen wir uns Verbesserungen", so Ipfelkofer. In Fürstenfeldbruck habe man mit den neuen Birnen gute Erfahrungen gemacht.

Nicht nur auf dem Christkindlesmarkt wird es heuer Leuchtdioden in der Weihnachtsbeleuchtung geben. In der Maximilianstraße experimentiert das Tiefbauamt mit einigen Weihnachtsengeln, so Beleuchtungs-Chef Sandor Isepy. "Wir probieren das an drei oder vier Engeln mit Leuchten verschiedener Hersteller aus, dann sehen wir weiter."

Für die reguläre Straßenbeleuchtung sei die Technologie noch nicht ausgereift genug, sagt Isepy. Einzelne Kommunen - etwa Kissing - setzen zunehmend auf LED-Beleuchtung, nachdem seit einigen Jahren lichtstärkere Leuchtdioden auf den Markt kommen.

Zwar experimentiert Augsburg an einzelnen Laternen, doch die Ergebnisse seien momentan nicht so überzeugend, sagt Isepy. Mittelfristig seien die LED aber eine interessante Technologie. Stefan Krog

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