Montag, 24. Juli 2017

08. Juli 2013 00:34 Uhr

Konzert

Blitze und Wellen

Klavier und Elektronik verschmelzen

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Für Kontraste war bestens gesorgt beim Konzert mit Werken für Klavier und Elektronik von Man-Ching Donald Yu und Stefan Schulzki. Im Rokokosaal der Regierung erweiterte die klingende Physik das Spiel der Tasten und Saiten.

Donald Yu, 33-jähriger Pianist, Dirigent und Komponist aus Hongkong, präsentierte drei Stücke, in denen elektronische Klänge dem Klaviervortrag zugespielt werden. In „Clouds In My Dream“, inspiriert durch ein Gemälde, antwortet die Elektronik mit feinen bis drastischen „Klangschatten“ auf die Klaviervorgaben dieses Wolkentraums. „Tunneling“ lässt die physikalisch erzeugten, plastisch „tropfenden“ Tontrauben und mutierenden Schwaden mit Yus Klavierspiel noch eindringlicher kumulieren. In der „Contemplation“ für Soloklavier geht der Komponist einen radikalen Weg von karger Klangentäußerung, über den expressiven Ausbruch bis zur finalen, im Ungewissen verhallenden Spiritualisierung des musikalischen Materials.

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Stefan Schulzki, 43-jähriger Komponist und Pianist, Dozent für Musiktheorie am Leopold-Mozart-Zentrum, einst Student bei Adriana Hölszky und Ulrich Leyendecker, hat sich bei renommierten Festivals wie mit interessanten Aufträgen (etwa mit Filmmusik zu „Donna Leon“) einen exzellenten Namen gemacht. „Musik für Klavier und Elektronik“ Nr. 1 bis 4 weisen ihn als ungemein phantasievollen Klangschöpfer aus, der mit dem ungewöhnlichen Material radikal, aber auch spielerisch und kontrastreich umzugehen weiß – ein hintergründiger Alchimist der Töne.

Bizarre, poetische, anarchische Klang-Krimis – und dann Mozart

In der 2008 entstandenen „Musik Nr. 1“ mit seinen heftig verdichteten Klavierclustern, dem Auf und Ab der Wellen und Blitze der zugespielten Elektronik, verbindet er irisierende Geräusche aus dem Klavier-Inneren mit scharfkantiger Live-Tastenmusik; in „Musik Nr. 2“ (2010) umranken und verändern Elektronik-Gebilde einfache Akkordballungen.

Die beiden Uraufführungen Nr. 3 und 4, in denen Schulzki raumgreifend artistisch zwischen Tastatur, Eingriffen in die Saiten des Klavierraums, Keyboard und Computer wechselt, entfesselt er richtige „Klang-Krimis“: bizarr, hinreißend poetisch, anarchisch wild. Das Publikum jubelte und als Zugabe spielten Schulzki/Yu – Mozart vierhändig. KV 521. Den hörte man dann mit ganz anderen Ohren. (me)

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