Donnerstag, 17. August 2017

16. September 2012 11:16 Uhr

Aktion

Hier wird es eng für Radfahrer

Leser beschweren sich über Dutzende Gefahrenstellen für Radler in Augsburg. Aber auch „Hoppelstrecken“ und hohe Bordsteinkanten sorgen für Ärger. Von Erçin Özlü und Julia Nimführ

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Der Aufruf an unsere Leser, Brennpunkte für Radfahrer zu benennen, hat eine überwältigende Resonanz ausgelöst. Per E-Mail, Fax und Brief erreichten uns innerhalb von nur wenigen Tagen viele Zuschriften. Die Redaktion wird das Thema auch in den nächsten Wochen regelmäßig und ausführlich behandeln. Doch schon jetzt steht fest: Die Wunschliste der Radler ist lang, denn mit zahlreichen Stellen in der Stadt sind sie nicht zufrieden. Hier ein Überblick über die größten Aufreger.

Zustand der Strecken „Da scheppert und kracht das Fahrrad nur so“, schreibt Angelika Heimstädt über den Radweg am Kobelweg stadteinwärts. Der Zustand sei „hundsmiserabel“. Über diese Strecke beschweren sich die meisten Leser, die den Belag und die „Hügellandschaft“ so mancher Radwege beklagen.

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Josef Weber, Chef des städtischen Tiefbauamtes, kennt den Weg aus eigener Erfahrung. „Da muss unbedingt etwas gemacht werden, das ist klar“, sagt er. Doch seien ihm die Hände gebunden, da die Strecke noch in einem verkehrssicheren Zustand sei. „Ob wir Verbesserungen umsetzen können, hängt stets davon ab, ob von uns beantragte Gelder auch bewilligt werden“, erklärt er.

Auch für die Unterführung unter der Luitpoldbrücke gebe es schon neue Pläne. Dort machen große Steinquader Radler und Fußgängern große Probleme, wie Eva Kerig berichtet. Wer über die Brücke fahren will, trifft auf hohe Bordsteine.

An vielen Stellen sollte es mehr sanftere Absenkungen geben, wünschen sich Leser. „Das geht nur bei Radwegen“, stellt Weber klar. Hier werde bereits nachgerüstet. Bei kombinierten Rad- und Gehwegen müsse man hingegen auf Sehbehinderte Rücksicht nehmen. „Sie brauchen zwei bis drei Zentimeter Bordstein, um erkennen zu können, wo genau die Fahrbahn beginnt.“

Gefahrenstellen Nicht nur unangenehme, sondern auch viele gefährliche Stellen benennen unsere Leser – besonders dort, wo es für Tram, Autos, Fußgänger und Radler eng wird.

Beispiele sind die Frauentorstraße, die Butzstraße an der Haltestelle Rathaus und der Mittlere Graben zwischen Pilgerhaus- und Barfüßerstraße, die Unterführung in der Holzbachstraße. „Dort ist überall einfach sehr wenig Platz, das können wir leider nicht ändern“, bedauert Weber. Auch in der Augsburger Straße in Pfersee sei es eng, sagt Max Attenberger, alternative Strecken fehlen.

„Das wurde vor einigen Jahren erst so umgesetzt, zusammen mit dem Radlerverband ADFC; hier wird es keine Änderungen geben“, sagt Weber. Bei der Jakoberstraße stadtauswärts jedoch seien schon Pläne auf dem Tisch, Radler sollen einen eigenen Weg erhalten.

Planung Wie die Verkehrsplaner das Thema Radfahren insgesamt anpacken, stößt so manchem Leser auf. Martin Wohlauer etwa stört, dass in Augsburg die Radler möglichst von der Fahrbahn auf eigene Radwege „abgeschoben“ werden – auch dort, wo es gar keinen Sinn ergibt. Anstelle auf geraden Strecken und in 30er Zonen mit den Autos auf der Fahrbahn mitzuschwimmen, würden die Radler teils zwischen Busse, Haltestellen und Fußgänger gedrängt.

Die Stadt könne die Radfahrer nicht von der Fahrbahn holen, nur weil etwas mehr Autoverkehr herrscht. Dabei sollte seiner Meinung nach gelten: „Wir behindern nicht den Verkehr, wir sind der Verkehr.“

Abrupt endende Radwege Dagegen beschweren sich Leser, dass wiederum an anderen gefährlichen Stellen keine Radwege vorhanden sind oder diese einfach abrupt enden. Ralph Lampart fühlt sich beispielsweise in der Gögginger Straße Richtung SGL-Arena ausgebremst. „Dieser Weg wird gerade ausgebaut“, sagt Weber. Auch in der Rosenaustraße Richtung Gögginger Straße endet der Radweg zuerst, um dann weniger Meter weiter wieder fortgeführt zu werden. Schließlich ende der Radweg dann mitten auf der Rosenaustraße.

Verhalten Doch Kritik kommt nicht nur von Radlern, viele Leser ärgern sich auch über das Verhalten von Radlern – genauso aber über Fußgänger und Autofahrer. „Wir machen uns gegenseitig das Leben schwer“, sagt beispielsweise Sarina Mayer. „Vielleicht haben wir auch einfach die Verkehrsregeln nicht mehr so parat?“, fragt sie sich. „Für Radfahrer gelten keine Regeln“, stellt Margit Kulbilda hierzu schlicht fest.

Weder beachten sie rote Ampeln noch Verkehrszeichen, überqueren Kreuzungen diagonal, nennt sie als Beispiele. Sogenannte Geisterradler, die auf der falschen Straßenseite unterwegs sind, ärgern viele weitere Leser. Andere appellieren an Radler, die Klingel doch auch zu benutzen, wenn sie jemand überholen. Dass nur Radler als Rambos angeprangert werden, ärgert Klemens Gruber. So wie er lassen mehrere Leser ebenso ihren Frust über andere Verkehrsnehmer aus. „Beachten denn Autofahrer und Fußgänger immer die Verkehrsregel?“, fragt sich Gruber. „Der Radler ist anscheinend immer sofort der Schuldige.“ Fußgänger, die auf Radwegen laufen, nicht ausweichen und die Radler teils noch beschimpfen, regen nicht nur ihn auf. Auch Autofahrer sind vielen ein Ärgernis: Mehrere Leser beschweren sich über zugeparkte Radwege an verschiedenen Stellen der Stadt oder über riskante Überholmanöver, die die Radler ausbremsen.

Gefordert werden nicht nur Kontrollen als Gegenmaßnahme, sondern mehr Rücksichtnahme und Fairness aller Verkehrsteilnehmer – gerade jetzt zum Schulanfang.

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Schlagworte

Josef Weber | Augsburg | SGL-Arena | Pfersee | ADFC

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