Wegen eines 45-minütigen Stromausfalls im Netz der Stadtwerke im Norden der Stadt drang gestern Nachmittag über Stunden schwarzer Qualm aus den Schornsteinen der Abfallverwertungsanlage (AVA). "Wegen des Stromausfalls startete automatisch das Notabfahrprogramm für die Druckkessel", bestätigte der technische Leiter Gerald Guggenberger auf Anfrage. Gefahr für die Bevölkerung bestand laut AVA nicht. Von Stefan Krog
Normalerweise wird der Rauch in einem fünfstufigen Verfahren gereinigt. Im gestrigen Notprogramm ab etwa 15.30 Uhr war nur noch ein Teil der Filterstufen in Betrieb, um die Dampfdruckkessel, mit denen Energie aus der Hitze der Müllöfen gewonnen wird, schnell zu entlasten. Am Abend lief die Anlage wieder normal, weil es einige Zeit dauerte, das Notprogramm wieder umzukehren. Die Druckkessel waren erst am Freitag gereinigt worden (wir berichteten).
Vorfall wird ans Umweltamt gemeldet
"Wenn die Druckkessel im schlimmsten Fall bersten würden, dann wären die Emissionen deutlich größer", sagt Guggenberger. Zwar sei das kontrollierte Rauchablassen nicht wünschenswert, aber besser als eine unkontrollierte Emission. Das Notprogramm sei behördlich genehmigt, der Vorfall wird nun dem Landesamt für Umwelt gemeldet. Wie viel Schadstoffe durch den vorübergehenden Notbetrieb in die Luft gerieten, ist noch nicht klar.
Ebenfalls ist noch ungewiss, wieso die Steuerung der Anlage sofort in den Notmodus sprang. Denn eigentlich verfügt die Müllverbrennung über eine eigene Stromversorgung, die gestern auch Energie lieferte. "Wir sind noch bei der Ursachenforschung", sagt Guggenberger.
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